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| 18:51 Uhr

Fußball
Spätes FCE-Tor und später Handschlag

Da ist der Ball drin: Felix Geisler jubelt über das Cottbuser Siegtor in Fürstenwalde.
Da ist der Ball drin: Felix Geisler jubelt über das Cottbuser Siegtor in Fürstenwalde. FOTO: FuPa Brandenburg / Sven Bock/FuPa Brandenburg
Fürstenwalde. Energie Cottbus gewinnt im Landespokal in Fürstenwalde. Trainer Wollitz wehrt sich gegen Moralapostel-Vorwurf. Von Frank Noack

Von Frank Noack

Zumindest am Ende der bemerkenswert ehrlichen ­Pressekonferenz mit einem „Moralapostel“-Disput gab es doch noch den Handschlag zwischen Trainern. FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz fiel dieser Handschlag mit seinem Kollegen André Meyer sichtlich schwer, aber er rang sich dazu durch. Und genauso schwer wie dieser Handschlag fiel Energie Cottbus auch der 1:0 (0:0)-Sieg im Achtelfinale des Landespokals beim Regionalligisten Union Fürstenwalde. Vor 1461 Zuschauern erzielte Felix Geisler in der 76. Minute spät den entscheidenden Treffer und belohnte sein favorisiertes Team für die dezente Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit.

So angriffslustig wie sich Fürstenwalde auf dem Rasen präsentierte, so forsch ging Union-Trainer André Meyer auch in der anschließenden Pressekonferenz zu Werke und attackierte seinen Trainer-Kollegen als „Moralapostel“. Meyer kritisierte insbesondere, dass ihm Wollitz nach dem Schlusspfiff den Handschlag verweigert habe. „Ich finde es respektlos, wenn man den Handschlag sowie den Blickkontakt verweigert und uns als Amateure bezeichnet. Vor allem dann, wenn man selbst als Moralapostel durch die Nation zieht und immer zu allem etwas zu sagen hat.“

Union Fürstenwalde als Gastgeber habe den Gegner mit viel Respekt empfangen. „Da erwarte ich einfach einen anderen Umgang unter Trainerkollegen“, erklärte Meyer.

Genau diesen Respekt vermisste Wollitz jedoch bei so manchem Zuschauer in Fürstenwalde – nicht zum ersten Mal übrigens. Zwischen ihm und den Union-Anhängern besteht traditionell eine gespannte Atmosphäre. „So wie hier ist es nirgendwo. Wir werden permanent beleidigt“, schilderte Wollitz. Der Energie-Coach räumte allerdings auch den verweigerten Handschlag ein und entschuldigte sich dafür bei seinem Trainer-Kollegen. Eines war Wollitz aber noch wichtig. An Meyer gerichtet, betonte er: „Er hat nicht Recht damit, dass ich ein Moral­apostel bin. Ich habe eine Meinung und die vertrete ich auch.“

Es war alles andere als ein geruhsamer Nachmittag für Wollitz und sein Team auf dem extrem kleinen Rasen in Fürstenwalde. „Cottbus hat in der 1. Halbzeit nicht stattgefunden“, konstatierte Union-Kapitän Filip Krstic. Dabei ging Energie erstmals wieder mit einem Zwei-Mann-Sturm ins Spiel, den Streli Mamba und der von seiner Verletzung genesene Kevin Scheidhauer bildeten. Auf der Doppelsechs feierte Tim Kruse ein ordentliches Comeback. Unterstützt wurde er dabei vom erst 17-jährigen Leon Schneider. Und dennoch musste Energie bis zum Schluss zittern.  „Es ist immer eklig gegen Fürstenwalde zu spielen“, ­bilanzierte Streli Mamba. Felix Geisler, der am langen Pfosten einen Einwurf von Andrej Startsev verwertete, freute sich über seinen Einstand als Einwechsler: „Auf dem kleinen Platz kann man es schon mal mit einem langen Einwurf probieren.“

Der späte Handschlag zwischen beiden Trainer glättete zumindest einigermaßen die Wogen dieses spannenden Pokal-Nachmittags, an dem Energie seit langer Zeit wieder einmal durch einen Einwechsler zum Sieg geschossen wurde.