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| 16:53 Uhr

RUNDSCHAU-Schnellcheck
Sieg in Fürstenwalde – Energie steht im Finale

In der engen Partie traf Kevin Weidlich (M.) zum zwischenzeitlichen 2:0 für Energie Cottbus. Doch Fürstenwalde schlug noch einmal zurück.
In der engen Partie traf Kevin Weidlich (M.) zum zwischenzeitlichen 2:0 für Energie Cottbus. Doch Fürstenwalde schlug noch einmal zurück. FOTO: Christiane Weiland / LR
Fürstenwalde. Energie Cottbus steht nach dem Sieg im Landespokal-Halbfinale bei Union Fürstenwalde im Endspiel und trifft dort auf den SV Babelsberg. Die Lausitzer mussten in dem engen Spiel lange kämpfen, selbst eine zwischenzeitliche 2:0-Führung reichte nicht. Hier die Partie im RUNDSCHAU-Schnellcheck.

Von Frank Noack und Jan Lehmann

So fielen die Tore: Fabio Viteritti setzte einen Foulelfmeter links unten zum 1:0 (12.) ins Netz. Obwohl Union-Keeper Oliver Birnbaum die Ecke geahnt hatte, konnte er diesen Ball nicht erreichen. Beim 2:0 (24.) sprang Kevin Weidlich nach einem Eckball von Lasse Schlüter deutlich am höchsten und köpfte ins Netz. Beim 1:2-Anschlusstreffer durch Andor Bolyki (43.) sah die Cottbuser Hintermannschaft nicht gut aus. Kapitän Marc Stein und José-Junior Matuwila konnten den Torschützen nicht stoppen. Das 2:2 durch den Ex-Cottbuser Danny Breitfelder (57.) war das Resultat einer Fürstenwalder Druckphase, er schob den Ball ins lange Eck. Nach einem Konter setzte auf der Gegenseite dann Streli Mamba zum Flugkopfball an und drückte im Fallen den Abpraller zur erneuten Cottbuser Führung über die Linie (60.).

So ging Energie ins Spiel: Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz konnte jene Besetzung aufbieten, die in der Regionalliga bisher die meisten Punkte gesammelt hat. Auch Tim Kruse konnte nach Magenproblemen mitwirken. Wollitz machte also wie angekündigt keine Experimente und blieb auch seiner Linie treu, auf die Stammspieler zu setzen. Er hatte zuvor erklärt, dass es ihm leid tue, Neuzugänge wie Alexander Siebeck oder Kevin Scheidhauer vorerst auf die Bank setzen zu müssen. Aber die etatmäßige erste Elf hätte keinen Anlass für einen Wechsel gegeben.

Enges Spiel - aber Energie schafft es ins Finale FOTO:

So verlief die Partie: Energie agierte sehr konzentriert und nahm von Beginn an die Zweikämpfe der Fürstenwalder kompromisslos an. Marcelo kam bereits nach drei Minuten am Strafraum frei zum Schuss – knapp vorbei. Der FCE blieb dran und ging früh in Führung. Nach einem Ballgewinn von Kevin Weidlich war Lasse Schlüter plötzlich allein im Strafraum und wurde von FSV-Keeper Oliver Birnbaum klar gefoult. Den fälligen Elfer verwandelte Fabio Viteritti sicher zum 1:0 (12.).

Die Cottbuser ließen nicht locker und hatten die Partie im Griff. Und die Prognose von FCE-Trainer Wollitz, dass es viele Standardsituationen geben würde, machten sich die Lausitzer zu nutze. Das 2:0 (24.) für Energie nach dem bemerkenswerten Kopfball von Kevin Weidlich nach Schlüter-Ecke war fast eine Kopie eines Weidlich-Tores im vergangenen Oktober. Auch da hatte der Cottbuser in Fürstenwalde per Kopf getroffen.

Energie hatte weiter regelmäßig Chancen: Maximilian Zimmer verfehlte mit einem Kopfball (33.) das Tor, bei einem weiteren Kopfball von Kevin Weidlich (34.) war es noch knapper. Umso überraschender fiel der Anschlusstreffer durch Andor Bolyki (43.) - da war die Cottbuser Hintermannschaft mit den Gedanken womöglich schon in der Halbzeitpause.

Dieser Treffer öffnete noch einmal das Spiel und Fürstenwalde kam nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel. Filip Krstic hatte eine verheißungsvolle Möglichkeit zum Ausgleich - schoss aber knapp vorbei (49.). Das Spiel wurde noch kniffliger, jeder Zweikampf wurde jetzt an der Grenze des Erlaubten geführt.

Mit den Fäusten bugsierte dann Union-Keeper Birnbaum einen Schuss von Maximilian Zimmer aus dem Strafraum (53.), kurz darauf hatte Kevin Weidlich die nächste Cottbuser Möglichkeit.

Doch auf der Gegenseite war Fürstenwalde jetzt zwingender. Der gebürtige Lauchhammeraner Danny Breitfelder traf zum 2:2-Ausgleich (57.) und kurz darauf hatte Lukas Stagge (60.) die Riesenchance zur Fürstenwalder Führung. Dieses Mal jedoch traf Energie aus dem Nichts. Nach einem Konter über Zimmer scheiterte Streli Mamba erst mit einem Flugkopfball, netzte aber im Nachschuss zum 3:2 für Energie (60.) ein.

Jetzt ging es Schlag auf Schlag, Fürstenwalde hätte im Gegenzug erneut ausgleichen können und blieb auch danach gefährlich. Doch auch Energie hatte Möglichkeiten. Eine der größten vergab Streli Mamba, als Birnbaum mit den Fingerspitzen noch an seinen Schuss kam (71.).

In einem Spiel ohne Mittelfeldaktionen schoss Rico Gladrow dann in der 74. Minute volley drüber und raufte sich die Haare. Die Gastgeber gaben ihre Hoffnungen nicht auf. Energie konnte sich bis zum Schluss nicht in Sicherheit wähnen. Erst als Schiedsrichter Felix Burghardt Fürtenwalde in der dritten Minute wohl zu Recht einen Elfmeter verweigerte und kurz darauf abpfiff, konnten die Cottbuser jubeln. Doch selbst nach dem Schlusspfiff wurde es noch hektisch: Energie-Trainer Wollitz und dessen Gegenüber, FSV-Coach Matthias Mauksch gerieten wegen der Elfmeter-Szene aneinander. Wollitz attackierte daraufhin im „rbb“-Interview den Gastgeber und kritisierte auch den Fußball-Landesverband Brandenburg und dessen Präsidenten Siegfried Kirschen scharf. Lesen Sie dazu: „Wollitz schon im Endspiel-Modus (mit Video).

Das sagen die Trainer:

Claus-Dieter Wollitz (Energie Cottbus): „Bis zum 1:2 hatten wir alles unter Kontrolle. In dieser Phase ist vieles aufgegangen. Nach dem Anschlusstreffer war klar: Jetzt wird es in der 2. Halbzeit ein anderes Spiel. Wir haben eine gute Reaktion auf das 2:2 gezeigt, indem wir sofort das Tempo etwas erhöht haben und konzentrierter waren. Trotz unseres dritten Tores war es bis zum Schluss ein offenes Spiel. Wir freuen uns, dass wir wieder im Finale sind.“

Matthias Maucksch (Union Fürstenwalde): „Wir wollten Cottbus von Anfang an unter Druck setzen. Das ist uns zumindest in der ersten Viertelstunde gelungen. Mit den beiden Gegentoren hat unsere junge Mannschaft dann Lehrgeld bezahlt. Umso mehr habe ich mich gefreut, wie meine junge Mannschaft zurückgekommen ist. In der 2. Halbzeit war es ein klasse Spiel, weil wir in den Zweikämpfen immer präsent waren.“

So sieht die Statistik aus:

Union Fürstenwalde: Birnbaum – Wunderlich, Awassi, Halili, Krstic – Sejdija – Atici, Gladrow, Bolyki – Breitfelder, Stagge (63. Siakam).

Energie Cottbus: Spahic – Startsev, Matuwila, Stein, Schlüter – Kruse – Weidlich, Zimmer (86. Siebeck), Marcelo (77. Gehrmann), Viteritti – Mamba (90. Scheidhauer)

Tore: 0:1 Viteritti (12. Foulelfmeter), 0:2 Weidlich (24.), 1:2 Bolyki (43.), 2:2 Breitfelder (57.), 2:3 Mamba (60.); Zuschauer: 1512, Schiedsrichter: Burghardt (Premnitz), Gelbe Karten: Birnbaum, Sejdija, Wunderlich / Startsev, Viteritti

Im Video-Ticker zum Nachlesen und Nachschauen: Union Fürstenwalde - Energie Cottbus

So geht es weiter: Energie tritt am Mittwoch zum Regionalliga-Nachholspiel beim ZFC Meuselwitz (18 Uhr) an. Das Landespokal-Finale ist für Pfingstmontag, den 21. Mai, angesetzt. Energie trifft dann auf den SV Babelsberg, der sich zeitgleich beim MSV Neuruppin durchsetzte. Der Spielort wird noch ausgelost.