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Sehnsucht nach Siegen: FC Energie Cottbus kassiert in Bielefeld drei Tore

FOTO: Thomas Eisenhuth/tei1
FUSSBALL. Energie Cottbus hat den Aufstiegstraum begraben. Vorerst!? In jedem Fall muss der FCE seine Ziele für den Rest der Saison neu definieren. Das Nahziel heißt: Endlich wieder einen Sieg holen – am Samstag gegen Fortuna Köln. Frank Noack

Der Rasen der Schüco-Arena in Bielefeld befindet sich in einem bedauernswerten Zustand. An diesem Mittwochabend erlebt er dennoch mit dem DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach ein echtes Highlight. Deshalb kann man derzeit auch nicht nachschauen, ob unter diesem Rasen der Aufstiegstraum von Energie Cottbus begraben liegt. Es gibt jedoch leider einige Gründe, die dafür sprechen. "Über Dinge wie zum Beispiel den Aufstieg brauchen wir uns keine Gedanken mehr zu machen. Wir haben uns die gute Ausgangsposition kaputtgemacht. Nur ein Punkt aus drei Spielen - das ist zu wenig", sagt FCE-Trainer Stefan Krämer mit Blick auf die 1:3-Niederlage beim Halleschen FC, dem 2:2-Remis gegen den Chemnitzer FC und eben der bitteren 0:3-Pleite am Ostersamstag bei Drittliga-Spitzenreiter Bielefeld.

Fest steht: Die drei Gegentore in Bielefeld waren mehr als nur ein Dämpfer für den zwar vagen, aber dennoch vorhandenen rot- weißen Traum von der sofortigen Rückkehr in die 2. Bundesliga. Der Abstand zum Relegationsrang drei ist auf sieben Zähler angewachsen. Dass Energie trotzdem weiterhin auf Rang sechs liegt, ist in diesem Zusammenhang nur ein schwacher Trost. Denn die Mannschaft ist auch in Bielefeld den Beweis schuldig geblieben, dass sie ernsthaft in das Rennen um den Aufstieg eingreifen kann. Dazu hätte sie in der Defensive konzentrierter und in der Offensive effektiver agieren müssen.

Die Möglichkeiten, solche Fehler wieder wettzumachen, werden nach jetzt 31 absolvierten Spielen immer weniger. "Es sind nur noch sieben Spiele. Wir müssen einfach unsere Aufgaben erledigen. Das machen wir zurzeit nicht. Aktuell haben wir nichts Höheres verdient", meint Ronny Garbuschewski.

Nach dem Bielefeld-Spiel bleibt also die schmerzhafte Erkenntnis: Jetzt, wo es in der 3. Liga richtig spannend wird, muss sich Energie neue Ziele für den Rest der Saison suchen. Und diese Ziele haben erst einmal nichts mehr mit der Tabelle zu tun. "Wir brauchen jetzt gar nicht auf die Tabelle zu schauen, sondern müssen uns darum kümmern, wie wir wieder mal ein Spiel gewinnen. Wir haben jetzt ein Heimspiel gegen Fortuna Köln. Das müssen wir gewinnen - fertig, aus", betont Trainer Stefan Krämer. "Ob sich dann in der Tabelle noch was bewegt, interessiert mich jetzt relativ wenig."

Kurioserweise zeigt der Blick auf das Restprogramm (siehe Grafik), dass Energie es selbst in der Hand hat, für die von Krämer erhoffte Bewegung in der Tabelle zu sorgen. Denn nach der Heimpartie gegen Köln am Samstag (14 Uhr, Stadion der Freundschaft) muss der FCE auswärts gegen den MSV Duisburg und dann zu Hause gegen die Stuttgarter Kickers ran - also zwei ernsthafte Kandidaten im Aufstiegsrennen. Danach folgen dann noch vier Partien gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte, unter anderem Rostock.

Klar ist aber auch: Egal, ob Energie mit einer deutlichen Steigerung den Aufstiegstraum doch noch einmal aus dem ramponierten Bielefelder Rasen ausbuddeln kann oder nicht - der Neuanfang nach dem Abstieg aus der 2. Liga ist geglückt. Deshalb sieht Krämer durchaus Grund zum Optimismus: "Der Verein hat nach einem Katastrophenjahr wieder eine vernünftige Basis, auf der man aufbauen kann. Damit haben wir die grundlegende Zielsetzung erreicht."