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| 09:44 Uhr

Nach der 0:2 Niederlage des FCE gegen Uerdingen
Rückkehrer machen Energie Cottbus Mut (mit VIDEOS)

FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. KFC-Trainer Stefan Krämer sowie die beiden Uerdinger Profis Alexander Bittroff und Christopher Schorch erlebten eine emotionale Rückkehr nach Cottbus. Nach dem 2:0-Auswärtssieg machen sie ihrem Ex-Club Energie Mut für den Abstiegskampf. Von Jan Lehmann und Frank Noack

Zum Abschied gab es für Uerdingens Trainer Stefan Krämer noch schnell ein Bier im VIP-Raum des Stadions der Freundschaft, dann eilte der 51-Jährige am Samstagabend zum Mannschaftsbus des KFC. Dabei hätte Krämer noch gut und gerne ein paar Stunden in der Lausitz verbringen können, um mit ehemaligen Weggefährten ein paar Wort zu wechseln. „Ich habe so viele Bekannte getroffen, das war sehr schön“, berichtete Krämer, der den FCE vom Juli 2014 bis September 2015 trainiert hatte. Sportlich hatten sich seine Erfolge zwar auf den Sieg im brandenburgischen Landespokal 2015 beschränkt. Doch abseits des Platzes hatte der Lockenkopf in der Lausitz viele Herzen gewonnen.

Und das beruhte auf Gegenseitigkeit, Krämer hat auch immer noch ein Herz für die Lausitz. „Das ist ein cooler Verein, die Stadt ist cool. Ein Teil von mir wird immer in der Lausitz sein. Ich wünsche Energie Cottbus nur das Beste“, erklärte Krämer nach dem 2:0-Sieg seiner Mannschaft und verdeutlichte: „Ich bin jemand, der wirklich gern gewinnt. Aber nur sehr ungern gegen Energie.“ Während der KFC-Coach mit seinem namhaft besetzten Team fast schon zum Aufstieg verpflichtet ist, steckt Energie nach der Niederlage weiter im Abstiegskampf fest.

Für Christopher Schorch, der sogar zweimal bei Energie unter Vertrag stand, ein Grund für Besorgnis. Der KFC-Kapitän, der 2011/12 und 2015/16 das Energie-Trikot trug, betonte: „Energie tut mir leid, ich konnte mich auch über die Tore nicht richtig freuen. Wenn man sieht, wie man hier begrüßt wird, das ist einmalig.“ Schorch hatte eine enge Verbindung zu den Fans und beispielsweise das Abstiegsspiel im Mai 2016 gegen den FSV Mainz II wegen einer Gelbsperre auf der Nordwand verpasst und dort die Trommelstöcke geschwungen. Der gebürtige Hallenser, der die Lausitz auch schon als seine Heimat bezeichnete, nutzte den kurzen Aufenthalt in Cottbus auch für einen Besuch bei seinem einstigen Stamm-Restaurant und feierte ein kurzes Wiedersehen mit Pizzabäcker Aniello Navarra. Schorch macht Energie Mut: „Die Jungs sollen jetzt den Kopf oben lassen. Ich hoffe einfach, dass Energie ganz schnell da unten rauskommt.“

Energie Cottbus verliert gegen namhafte Uerdinger FOTO: Steffen Beyer

Darauf setzt auch Alexander Bittroff, der 14 Jahre lang für Energie Fußball gespielt hat. Der 30-Jährige wurde beim KFC in der Schlussphase eingewechselt und half dabei, den Auswärtssieg abzusichern. Er sagt: „Es hat sich schön angefühlt, wieder in dem Stadion zu sein, in dem ich jahrelang gespielt habe.“ Der Senftenberger, der in der Lausitzer Sportschule ausgebildet worden war, beschreibt: „Ich schaue mir wenn es geht alle Spiele an und lese auch jeden Tag in der Lausitzer Rundschau, um auf dem Laufenden zu bleiben.“ Der Abwehrspieler, dessen Vertrag noch bis 2020 in Uerdingen läuft, macht kein Hehl daraus, eines Tages mit seiner Frau wieder in die Heimat zurückkehren zu wollen. Bis dahin drückt er Energie aus der Ferne die Daumen. Er betont: „Energie hat die individuelle Klasse, um den Klassenerhalt zu schaffen. Die Mannschaft muss geschlossen auftreten und ihr Können auf den Platz bringen. Nach dem sensationellen Aufstieg in der Vorsaison bin ich davon überzeugt, dass sie die Klasse halten können.“