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| 14:07 Uhr

Cottbus verliert auch gegen die Würzburger Kickers
Schlimme Befürchtung und Mutmacher für FCE

 Jürgen Gjasula (M.) lieferte trotz der Niederlage ein ordentliches Debüt ab.
Jürgen Gjasula (M.) lieferte trotz der Niederlage ein ordentliches Debüt ab. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus verliert gegen Würzburg das vierte Heimspiel in Folge und rutscht erstmals seit Oktober auf einen  Abstiegsplatz in der 3. Liga. Trainer Wollitz kritisiert das Team erneut mit klaren Worten. Von Steven Wiesner und Frank Noack

Am Ende hätte doch noch alles oder zumindest einiges gut werden können für Energie Cottbus. Es lief die 82. Spielminute, als Dimitar Rangelov einen Abschlag von Avdo Spahic zurück auf den Erdboden holte und Sturmpartner Streli Mamba mit einem blitzgescheiten Pass in die Schnittstelle der Abwehr bediente, wie man ihn in einem Drittliga-Spiel nur selten zu sehen bekommt.

„Allein dieser Pass hätte es verdient gehabt, dass ein Tor daraus resultiert“, schwärmte ­Trainer Claus-Dieter Wollitz. „Wenn so ein Pass in der Bundesliga gespielt wird, zeigt die Sportschau weiß ich wie viele Wiederholungen davon.“ Doch weder spielt Energie in der Bundesliga noch wusste der völlig freistehende Mamba die Steil­vorlage zum Ausgleich zu nutzen. Und so ver­loren die Lausitzer am Samstag mit dem 1:2 (0:1) gegen die Würzburger Kickers auch das zweite Pflichtspiel im neuen Kalenderjahr.

Dabei war Energie dem Tabellensiebten vor 5058 Zuschauern im Stadion der Freundschaft über weite Strecken mindestens ebenbürtig und hatte sowohl mehr als auch bessere Möglichkeiten. „Im Fußball entscheiden aber Fehler über Sieg oder Niederlage“, monierte Wollitz. „Der Gegner hat zwar mehr Fehler gemacht als wir, aber wir haben die entscheidenden Fehler gemacht.“ Fehler wie den Ballverlust von Kapitän Lasse Schlüter vor dem 0:1 (11.), Fehler wie das Abwehrverhalten gegen einen mit dem Rücken zum Tor stehenden Angreifer vor dem 0:1 und 0:2 (59.), und Fehler wie Mambas Schludereien im Abschluss (24., 82.).

Wollitz sprach die Fehler nach dem Schlusspfiff knallhart an. Wieder einmal. Wie schon oft in den zurückliegenden Wochen schonte er sein Team bei der Analyse nicht. „Man darf nicht zwei identische Gegentore bekommen. Das ist schülerhaft. Wir haben zu viele Spieler, die zu viele einfache Fehler machen“, monierte Wollitz. Für eine Mannschaft seien solche immer wiederkehrenden Rückschläge während eines Spiels „auf Dauer schwer zu verkraften. Deshalb habe ich die schlimmsten Befürchtungen, ohne dass ich jetzt aufgebe oder nicht mehr an den Klasserhalt glaube“.


Sage und schreibe bereits zum 13. Mal in einem Liga-Spiel lag der FCE mit 0:2 in Rückstand. Erstmals seit dem 12. Spieltag findet sich der Aufsteiger auf einem Abstiegsplatz wieder. Wollitz glaubt zwar weiter an den Klassenerhalt, „aber der Abstieg wird über die Heimspiele entschieden“. Und von deren zwölf hat Energie erst drei gewonnen. Seit dem 27. Oktober gab es keinen Sieg im Stadion der Freundschaft. Vier der fünf Heimpartien wurden verloren.

Daran konnten auch die vier Winterzugänge nichts ändern, die Wollitz auf Anhieb in die Startelf berufen hatte. Robert Müller (32) schloss die Lücke, die Marc Stein in der Innenverteidigung hinterlassen hat, konnte die beiden Gegentreffer aber genauso wenig verhindern wie Luke Hemmerich (21), der an seinem Geburtstag sein Drittliga-Debüt auf der Rechtsverteidigerposition feierte. Daniel Bohl (21) rückte für den über Nacht erkrankten Leon Schneider auf die Sechserposition, wo er sich als emsiger Kämpfer vorstellte. Und der Zweitliga und sogar Champions League erprobte Jürgen Gjasula (33) deutete im zentralen Mittelfeld seine Ballsicherheit und körperliche Präsenz an.

Nicht nur Wollitz („Man erkennt, dass die Neuen Bock auf das Projekt haben“) und Schlüter („Es hat phasenweise sehr gut funktioniert mit den Neuen“) hat das Quartett Mut gemacht für die kommenden Aufgaben. Auch der 36-jährige Rangelov, der wie Hemmerich Geburtstag feierte und mit einem abgefälschten Freistoß (78.) sein viertes Saisontor markierte, betont: „Wir haben gesehen, dass die neuen Jungs richtig Qualität haben. Ich habe schon viele Abstiegskämpfe mitgemacht in Cottbus, in der 1. und 2. Liga. Es war immer knapp, aber wir haben es immer geschafft. Ich glaube, wir werden es auch diesmal schaffen.“

Es müsste nur mal jemand seinen nächsten Sportschau-Pass veredeln und ein Tor daraus machen.