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| 15:23 Uhr

Fußball
„Schiri hat komische Entscheidungen getroffen“

Schiedsrichter Steffen Brütting benötigt einen Rettungsschirm.
Schiedsrichter Steffen Brütting benötigt einen Rettungsschirm. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Bei der Heim-Niederlage von Energie Cottbus gegen Halle sorgt ein unerfahrener Referee für Diskussionen auf beiden Seiten. Wie es besser geht, berichtet der Gäste-Coach. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Das dicke Ende für Energie Cottbus bei der 1:2 (1:2)-Niederlage gegen den Halleschen FC kam in der Nachspielzeit. Genauer gesagt, war es ein rotes Ende – denn Innenverteidiger José-Junior Matuwila kassierte einen Platzverweis.

Es war ein äußerst umstrittenes Rot von Schiedsrichters Steffen Brütting aus Nürnberg. Matuwila hatte mit einer beherzten Grätsche im Zweikampf mit dem Hallenser Sebastian Mai den Ball ins Aus befördert. Er spielte dabei klar erkennbar den Ball, auch wenn Mai theatralisch zu Boden ging. Dass Schiedsrichter Steffen Brütting trotzdem auf Rot entschied, war eine Fehlentscheidung. Zumal der Linienrichter nur wenige Meter entfernt stand und einen guten Blick auf diese Szene hatte.

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz hätte sich zwar „mehr Fingerspitzengefühl“ bei der Beurteilung dieses hart, aber fair geführten Zweikampfes gewünscht, sagte nach der ersten Heimniederlage seit anderthalb Jahren aber auch klipp und klar: „Diese Niederlage hat nichts mit dem Schiedsrichter zu tun. Wir hatten zunächst kein Zugriff und keine Ordnung. Nach dem 1:2 hat das Spiel neu begonnen. “ Nach den beiden frühen Gästetoren gelang Maximilian Zimmer in der 31. Minute der Anschlusstreffer.

José-Junior Matuwila diskutierte nach dem Schlusspfiff noch einmal mit dem Schiedsrichter den Platzverweis. Aber die Entscheidung steht und der Innenverteidiger ist damit mindestens für die nächste Drittliga-Partie am Samstag in einer Woche bei Fortuna Köln gesperrt. Die Fehlentscheidung passte am Mittwochabend in das Bild eines insgesamt überfordert wirkenden jungen Schiedsrichters. Immerhin ist Steffen Brütting erst 28 Jahre alt. Die Bewertung von Mittelfeldspieler Maximilian Zimmer: „Es ist ein Tackling, wie man es von Joe kennt. Ob man da Rot geben muss, weiß ich nicht. Ich finde sowieso, dass der Schiedsrichter ein paar komische Entscheidungen getroffen hat.“

Bei der Frage, ob sie sich einen erfahreneren Referee für das wie erwartet sehr emotionale Ostderby gewünscht hätte, übten sich beide Trainer in Diplomatie. „Wir sind da chancenlos. Aber wie wir in manchen Spielen begleitet werden, das ist schon ein Brett“, erklärte Wollitz.

Sein Trainer-Kollege Steffen Ziegner vom Halleschen FC meinte: „Es ist immer hilfreich, wenn da jemand ist, der den Spielern hilft und die Emotionen aufsaugt; der genau weiß, um wie viel es für die Vereine geht. Aber wir werden es nicht ändern. Wir müssen die Gegebenheiten akzeptieren.“

Mindestens genauso aufschlussreich wie diese Antworten war der Rückblick von Ziegner auf das kürzliche Heimspiel gegen den VfL Osnabrück. Schiedsrichter war der erfahrene Manuel Gräfe aus Berlin. Er habe in dieser ebenfalls emotionalen und harten Partie eine klare Linie gefunden, um mit den Spielern und auch den Trainer umzugehen. Es habe deshalb kaum Unterbrechungen gegeben. „Das hat den Zuschauern extrem viel Spaß gemacht und das hat auch meinen Jungs extrem viel Spaß gemacht, auch wenn wir nur 1:1 gespielt haben.“

Von diesem Spaßfaktor war Referee Steffen Brütting am Mittwochabend mit seiner Spielleitung meilenweit entfernt.

Es hagelt Kritik für Steffen Brütting – auch wegen Rot für Energies José-Junior Matuwila.
Es hagelt Kritik für Steffen Brütting – auch wegen Rot für Energies José-Junior Matuwila. FOTO: Frank Hammerschmidt