ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:30 Uhr

Fußball
Scheidhauer bereitet Energie gute Laune

Kevin Scheidhauer (l.) erzielte das 1:0 für Energie und belohnte sich mit seinem ersten Pflichtspiel-Treffer im FCE-Trikot für eine gute Leistung.
Kevin Scheidhauer (l.) erzielte das 1:0 für Energie und belohnte sich mit seinem ersten Pflichtspiel-Treffer im FCE-Trikot für eine gute Leistung. FOTO: Sven Bock / FuPa Brandenburg
Berlin. Der Regionalliga-Spitzenreiter gewinnt bei Hertha BSC II mit 2:0 (1:0) und freut sich über zwei Vertragsverlängerungen.

War das schon eine gelungene Generalprobe für die Aufstiegsspiele im Mai? Möglicherweise muss Energie Cottbus dann gegen die Reserve-Mannschaften vom Hamburger SV oder vom VfL Wolfsburg antreten. Am Mittwochabend jedenfalls gewannen die Cottbuser ihr Spiel bei der Reserve von Hertha BSC mit 2:0 (1:0). Vor 974 Zuschauern, darunter der ehemalige Energie-Trainer Petrik Sander, erzielten Kevin Scheidhauer (34.) und Alexander Siebeck (90.+2) die Tore für den FCE.

Bei Energie fehlten neben dem zuletzt schon angeschlagenen Tim Kruse auch noch Marcelo und Streli Mamba. Beide hatten das harte Spiel beim SV Babelsberg nicht ohne Blessuren überstanden. Für sie schickte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz Felix Geisler und Kevin Scheidhauer von Beginn an auf den Platz.

Die Berliner hatten mit dem slowakischen EM-Teilnehmer Ondrej Duda und Erstliga-Profi Sinan Kurt sowie Trainersohn Maurice Covic eine namhafte Offensive aufgeboten und gleich mehr Spielanteile. Die Cottbuser konnten sich anfangs nur mit langen Bällen behelfen, das funktionierte nur mäßig.

Eine halbe Stunde lang konnte sich Energie kaum befreien – danach reagierte Trainer Wollitz. Er brachte Alexander Siebeck früh für Felix Geisler ins Spiel (33.). Nach dem Spiel nahm er Geisler in Schutz und erklärte: „In der 1. Halbzeit hatten wir nicht die richtige Taktik – dafür bin ich als Trainer zuständig. Da hatten wir keinen Zugriff auf das Spiel.“

So war der Wechsel ein Signal zum Aufbruch: Nur kurz darauf war Siebeck am ersten ernsthaften Cottbuser Angriff beteiligt. Kevin Scheidhauer tauchte dabei völlig frei vor dem Hertha-Tor auf und erzielte seinen ersten Regionalliga-Treffer für Energie (34.). Der Torschütze betonte später: „Natürlich freue ich mich über mein erstes Saisontor. Aber wichtig ist der Sieg. Das Tor ist zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt gefallen.“ Die Berliner reklamierten Abseits – vergebens. Es war zumindest ein Tor wie aus dem Nichts, danach waren die Cottbuser besser im Spiel – hatten aber Glück, dass Kurt direkt vorm Halbzeitpfiff aus aussichtsreicher Position über das Tor schoss (45.).

Nach der Pause verdienten sich die Cottbuser die Führung mit mehr Ballbesitz und Spielkontrolle. Weil die Berliner jetzt nicht mehr so druckvoll waren, ergaben sich auch mehr Räume für Energie. Winter-Neuzugang Scheidhauer war bester Cottbuser. Der Angreifer sorgte dafür, dass Energie immer mehr Bälle in der Offensive festmachen und so nach den Querelen um die geplatzte Verlegung des Landespokal-Endspiels nun zumindest mit guter Laune aus Berlin abreisen konnte.

Der Cottbuser Sieg schien nicht mehr in Gefahr zu geraten – bis Andrej Startsev nach wiederholtem Foulspiel in der 77. Minute mit Gelb-Rot vom Platz musste. Kurz darauf köpfte Hertha-Profi Jordan Torunarigha den Ball an den Cottbuser Pfosten (78.). Energie rettete das Ergebnis über die Zeit – und Alexander Siebeck vollendete den letzten Angriff zum 2:0-Endstand (90.+2).

Seinen Anteil am Erfolg hatte auch Keeper Avdo Spahic, der bereits zum 21. Mal als Energie-Keeper ohne Gegentor auskam. Der Bosnier hatte zuvor schon Anteil an einer doppelt positiven Nachricht für den FCE. Die Vertragsverlängerung von Torhüter Spahic und auch von Linksverteidiger Lasse Schlüter wird beim Regionalliga-Spitzenreiter als wichtiges Signal gewertet. Es sieht so aus, als ob sich die Vertragszwickmühle beim FCE langsam auflöst. Es geht darum, die so extrem erfolgreiche Mannschaft zusammenzuhalten – unabhängig davon, in welcher Liga der FCE kommende Saison spielt.

Bei vielen Akteuren verlängert sich der Vertrag nur automatisch, wenn Energie tatsächlich den Sprung in die 3. Liga schafft. Zuletzt hatte aber schon Felix Geisler einen ligaunabhängigen Vertrag unterschrieben. Zudem haben Marc Stein, Marcelo, Malte Karbstein, Paul Gehrmann, Philipp Knechtel, Björn Ziegenbein, Kevin Scheidhauer und Fabian Graudenz nach RUNDSCHAU-Informationen gültige Arbeitspapiere für die kommende Saison – unabhängig davon, ob Energie aufsteigt, oder nicht.