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Fußball
Sanogo und Mattuschka hoffen auf „Sensation“

Seit einem Monat sind Boubacar Sanogo (l.) und Torsten Mattuschka Teamkollegen bei der VSG Altglienicke.
Seit einem Monat sind Boubacar Sanogo (l.) und Torsten Mattuschka Teamkollegen bei der VSG Altglienicke. FOTO: Matthias Koch
Berlin. Beim Energie-Gegner VSG Altglienicke spielen etliche Ex-Cottbuser. Boubacar Sanogo und Torsten Mattuschka sind die Leitfiguren.

Regionalliga-Spitzenreiter FC Energie Cottbus tritt am Samstag (13.30 Uhr/LR-Liveticker) bei der VSG Altglienicke im Jahn-Sportpark an. Für etliche VSG-Fußballer im Kader bedeutet das ein Wiedersehen. Lukas Bache, Björn Brunnemann, Igli Cami, Michael Czyborra, Steven Marx, Torsten Mattuschka, Lukas Müller, Boubacar Sanogo und Rico Steinhauer besitzen eine Cottbuser Vergangenheit.

Bei der Begegnung werden sich die Augen vor allem auf Mattuschka und Sanogo richten. Schon am Kassenhäuschen: Kinder bis zehn  Jahre erhalten zur Eintrittskarte einen Mattuschka-Weihnachtskalender gratis. Der echte Cottbuser spielte in drei Phasen seines Fußballer-Lebens für Energie. Er kann auf vier Erst-, zehn Zweitliga- und 51 Drittligaspiele im Trikot der Lausitzer verweisen. „Jetzt spiele ich mit der VSG gegen Cottbus. Das ist komisch. Es kommen viele Kumpels. Ich brauche allein 15 Karten“, sagt der inzwischen 37 Jahre alte Mattuschka.

Während Mattuschka mit Altglie­nicke in der zurückliegenden Saison in die Regionalliga aufgestiegen ist, stieß Sanogo erst vor wenigen Wochen zum Team. In drei Begegnungen gelang ihm ein Treffer. Zu Energie hat er ebenfalls eine besondere Beziehung, weil Cottbus seine letzte Station in Deutschland war. „Es wird ein besonderes Spiel für mich. Ich hatte eine schöne Zeit in Cottbus“, meint Sanogo.

Der 34-Jährige traf zwischen 2012 und 2014 in 61 Zweitliga-Partien 25 Mal für den FCE. Er versprüht den Glanz der großen Fußball-Welt. Sanogo bestritt insgesamt 101 Bundesligaspiele (26 Tore) für den 1. FC Kaiserslautern, Hamburger SV, Werder Bremen und die TSG Hoffenheim. Der 21-fache Nationalspieler der Elfenbeinküste lief für den HSV und Bremen auch in der Champions League auf.

In der 2. Bundesliga traten Sanogo (M./Energie Cottbus) und Mattuschka (r./Union Berlin) einst noch gegeneinander an.
In der 2. Bundesliga traten Sanogo (M./Energie Cottbus) und Mattuschka (r./Union Berlin) einst noch gegeneinander an. FOTO: imago sportfotodienst / Imago Sportdienstfoto GmBH

Für den Wechsel nach Altglienicke mussten einige bürokratische Hürden genommen werden. Wochenlang hatten er und sein neuer Verein sich um die Aufenthaltsgenehmigung kümmern müssen. Nebenbei hielt er sich fit im Training der VSG. Sanogo, den es in den vergangenen Jahren auch nach Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate verschlagen hatte, wurde zudem ein Personal-Trainer an die Seite gestellt.

Sowohl für Altglienicke als auch Sanogo könnte die Zusammenarbeit eine Win-win-Situation ergeben. Altglienicke suchte einen Stürmer – und Sanogo die Chance, nach Deutschland zurückzukehren. Sanogo wollte hier wieder Fußball spielen. Er bringt zudem Ideen für die Zeit nach seiner Karriere mit. Der Torjäger strebt an, in Deutschland Trainerscheine zu machen.

„Man merkt, dass er noch Rückstand hat. Er versucht, das Schritt für Schritt aufzuholen. Ihm fehlt ja eine komplette Vorbereitung“, sagt VSG-Trainer Miroslav Jagatic. „Man sieht aber schon, dass er jetzt wieder mehr trainiert. Er lässt schon mehr Dinge aufblitzen. Er wird uns definitiv noch weiterhelfen.“

Der Altglienicker Sportchef Daniel Böhm findet das Risiko mit Sanogo überschaubar. Der Vertrag gilt vorerst nur bis zum Saisonende. Im nächsten Sommer wird man sich hinsichtlich der weiteren Zusammenarbeit zusammensetzen. Erst einmal will Sanogo gegen Cottbus bestehen. „Es wird ein schweres Spiel. Aber wir müssen auf die 0:1-Niederlage in Neustrelitz reagieren“, sagt Sanogo.  „Die Cottbuser Mannschaft ist Erster und hat bisher kein Spiel verloren. Wenn wir einen Punkt holen, wäre das eine Sensation für uns.“