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| 18:27 Uhr

Fußball
Sanogo kündigt Karriere-Ende an

Sanogo: „Das war eine emotionale Rückkehr für mich.“
Sanogo: „Das war eine emotionale Rückkehr für mich.“ FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die aktive Karriere von Boubacar Sanogo geht zu Ende. Der ehemalige Torjäger des FC Energie hat einen Plan für die Zukunft. Von Jan Lehmann

Diesen alten Gassenhauer kannten sie alle noch auf der Nordwand im Stadion der Freundschaft: „Boubacar Sanogo, oh, oho, oho.“ Als der 35-jährige Angreifer der VSG Altglienicke sich am Sonntag beim Regionalliga-Spiel vor den Energie-Fans warmlief, begrüßten die rot-weißen Anhänger den einstigen Publikumsliebling mit diesem Gesang, der von 2012 bis 2014 so oft in Cottbus erklungen war.

61 Zweitliga-Spiele hatte der Torjäger im Energie-Trikot absolviert und dabei 25 Tore erzielt. Letztlich gehörte er allerdings auch zum Abstiegskader, der im Sommer 2014 mit einer fatalen Saison und dem Gang in die 3. Liga den Cottbuser Absturz in die Viertklassigkeit einleitete.

Doch die Schmerzen von damals sind vergessen, im Cottbuser Sonnenschein erlebte Sanogo auch ohne Einsatz einen netten Sonntagnachmittag. Als die Fans für ihn sangen, grinste und winkte Sanogo fröhlich ins Publikum. Später gab er zu: „Das war für mich sehr emotional. Ich habe mich sehr gefreut, wieder hier zu sein.“

Der Mann von der Elfenbeinküste, der nach seiner Cottbuser Zeit noch eine kleine Fußball-Asienreise durch Clubs in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien und Indonesien gemacht hatte und letztlich wieder in Berlin bei der VSG Altglienicke gelandet war, hat immer noch ein Herz für den FCE. Sanogo betonte: „Ich möchte Energie Gratulation sagen für diese Meisterschaft. Ich drücke dem Verein die Daumen für den Aufstieg, das wäre für die Fans richtig geil.“

Für Sanogo, der einst für Kaiserslautern, Hoffenheim, Hamburg und Bremen insgesamt 101 Erstliga-Spiele bestritten und dabei 26 Tore erzielt hatte, geht indes eine lange Karriere zu Ende. Der Angreifer sagte gegenüber der RUNDSCHAU: „Ich denke, dass ich mit dem Fußball aufhöre.“

Diese Nachricht dürfte man bei der VSG Altglienicke mit Fassung tragen. Sanogos Transfer im Winter war zwei ein Coup für die Randberliner. Doch der eine Treffer in 14 Spielen zeigt, dass der Angreifer wohl nicht mehr die ganz große Verstärkung für die VSG ist.

Sanogo selbst will aber in Berlin und im Fußballgeschäft bleiben. Er betont, dass er mit seiner Frau und seinem Sohn in der Hauptstadt lebe und dort sein neues Leben aufbauen wolle. Der 35-Jährige will Trainer werden, sagt aber: „Das ist ein langer Weg für mich, ich will jetzt die notwendigen Lizenzen machen.“

Wer weiß, eines Tages kehrt Sanogo womöglich als Coach eines Cottbuser Gegners ins Stadion der Freundschaft zurück. Gut denkbar, dass die Fans dann erneut den ­alten Gassenhauer hervorkramen.