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| 15:33 Uhr

Fußball
Sander: „Wer das sagt, der lügt“

Petrik Sander führte Energie in die Bundesliga.
Petrik Sander führte Energie in die Bundesliga. FOTO: Thomas Frey
Cottbus. Ex-Trainer Petrik Sander sieht wegen der Querelen in der Vereinsführung schwere Zeiten auf Energie Cottbus zukommen. Einen der beiden Rücktritte kann er verstehen, den anderen nicht. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Petrik Sander war am Samstagnachmittag nach langer Zeit mal wieder im Stadion der Freundschaft. Der 57-jährige Ex-Trainer von Energie Cottbus stand beim Drittliga-Derby gegen den FSV Zwickau als Experte am Mikrofon von Telekom Sport Rede und Antwort.

Natürlich äußerte sich Sander, der mit dem FCE in der Bundesliga gespielt hat, auch zu den derzeitigen Querelen in der Vereinsführung. Er sieht in sportlicher Hinsicht wegen dieser Querelen schwere Zeiten auf den Aufsteiger zukommen. „Wer sagt, er kann das ausblenden, der lügt. Das redet man sich ein. Natürlich versucht man, es auszublenden“, erklärte Sander.

Präsident Michael Wahlich hatte seinen Rückzug zum Jahresende angekündigt, Geschäftsführer Normen Kothe hat für Januar 2019 gekündigt. Hintergrund des inzwischen offen zutage getretenen Konflikts ist ein Machtkampf zwischen Wahlich und Ex-Präsident Ulrich Lepsch in dessen Rolle als Vorstandsvorsitzender des FCE-Hauptsponsors Sparkasse Spree-Neiße.

„Beim Präsidenten ist es nachvollziehbar, dass er etwas infrage stellt, was mit seinen Prämissen nicht vereinbar ist. Was für mich ein bisschen unverständlich ist, ist der Rücktritt von Geschäftsführer Normen Kothe. Ihn kenne ich ja noch persönlich. Er kam damals von der Sparkasse zu Energie und hat sich zum Geschäftsführer hochgearbeitet. Das schmeißt man eigentlich nicht so einfach weg“, erklärte Sander. „Das sind aber nur Spekulationen, die ich von außen machen kann. Und eigentlich will ich mich an Spekulationen nicht beteiligen.

Der in Quedlinburg geborene Sander trug zunächst als Spieler das Trikot von Energie Cottbus und führte den Verein in der Saison 2006/07 zum zweiten Mal in die Bundesliga. Ein Jahr zuvor hatte Sander mit dem FCE hauchdünn den Klassenerhalt in der 2. Liga geschafft. „Im Rückblick war dieser Klassenerhalt sogar die größere Leistung“, erklärte Sander am Samstag.

Übrigens pflegte auch Sander damals ein sehr distanziertes Verhältnis zu Ulrich Lepsch als Energie-Präsident. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga wurde er bereits nach sechs Spielen entlassen.

Zu seiner Rückkehr ins Stadion der Freundschaft sagte Petrik Sander: „Die Verbindungen sind nie abgerissen. Aber man muss auch irgendwann mal loslassen. Das habe ich gemacht. Ich habe meinen Lebensmittelpunkt jetzt in Berlin. Aber es ist schön, wenn man in Cottbus wiedererkannt wird.“

Nach seinem Aus in Cottbus arbeitete Sander als Cheftrainer beim VfR Aalen, TuS Koblenz, Carl Zeiss Jena und bis Februar 2018 wieder in Koblenz. Derzeit ist er ohne Verein.