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| 15:52 Uhr

RUNDSCHAU-Schnellcheck
3:0 – Energie knallt sich zurück ins Leben

Energie Cottbus gegen Preußen Münster FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus ist im Abstiegskampf der 3. Liga wieder am Leben – und wie. Mit einer sehr lebendigen Leistung besiegten die Lausitzer am Samstag souverän den SC Preußen Münster. Die RUNDSCHAU fasst die Partie im Schnellcheck zusammen. Von Jan Lehmann und Steven Wiesner

So fielen die Tore:

1:0 Dimitar Rangelov (3.) Der Bulgare schlenzte einen Freistoß über die Mauer. Der Ball wurde abgefälscht und war so für Preußen-Keeper Schulze Niehues unhaltbar. Zuvor hatte Marcelo sich diesen Freistoß an der Strafraumgrenze mit einem bemerkenswerten Dribbling erkämpft.

2:0 Streli Mamba (7.) Der Cottbuser Angreifer muss den Ball nur noch über die Linie drücken, nachdem Marcelo quergelegt hat. Zuvor hatte Energie mit einem Seitenwechsel und einem gewonnenen Kopfballduell die Gäste-Abwehr geknackt.

3:0 Daniel Bohl (26.) Der Mittelfeldspieler mit den Kreisliga-Stutzen bekam von Lasse Schlüter im Strafraum den Ball. Mit etwas Glück behauptete er sich und schloss mit links ins lange Eck ab.

So ging Energie ins Spiel: Bis auf Luke Hemmerich setzte Trainer Claus-Dieter Wollitz auf die Mannschaft aus dem 0:0 in Großaspach. Dimitar Rangelov, der bei dem torlosen Remis angesichts der Vielzahl von Großchancen schmerzlich vermisst worden war, kehrte nach seinen Adduktorenproblemen zurück ins Team. Hemmerich, der einen Schlag aufs Sprunggelenk bekommen hatte, saß auf der Bank. Im Tor stand erneut Kevin Rauhut. Der hatte auch dank einer bemerkenswerten Geste seines Keeper-Kollegen Avdo Spahic wieder den Vorzug bekommen.

So verlief das Spiel: Auf diesen Knalleffekt hatte die Fußball-Lausitz gewartet, bei Energie platzte der Knoten gleich doppelt. Der abgefälschte Freistoß von Dimitar Rangelov (3.) und der Abstauber von Streli Mamba (7.) beendeten bei Energie die Torflaute. An der Seitenlinie jubelte Trainer Claus-Dieter Wollitz ausgelassen, er hatte darauf vertraut, dass sich seine Mannschaft für die zuletzt kämpferisch guten Leistungen irgendwann belohnen würde. Seine Maßgabe vor dem Spiel: „Ein Dreier verändert für uns alles.“[Link auf Beitrag 49837469]

Und diesen Dreier holten sich die Lausitzer am Samstag mit einer furiosen Anfangsphase und dem nötigen Fortune. Die kniffligen Zweikämpfe gingen meist an Cottbus, auch bei Martin Kobylanskis Freistoß an den Außenpfosten (19.) hatten die Lausitzer das nötige Matchglück. Der Ex-Cottbuser Kobylanski erlebte eine frustrierende Rückkehr ins Stadion der Freundschaft.

Als Streli Mamba dann nach einem Pass von Jürgen Gjasula (22.) allein aufs Münster-Tor zulief lag der dritte Treffer schon in der Luft. Doch der Angreifer kam nicht in die richtige Schussposition. Energie agierte dennoch weiter sehr zielstrebig und hatte vor allem in den Zweikämpfen oft das bessere Ende für sich. So auch beim dritten Treffer, als Daniel Bohl sein erstes Tor für den FCE erzielte (26.). Im Stadion der Freundschaft schüttelten die Fans ungläubig die Köpfe: Drei Tore und noch nicht einmal eine halbe Stunde gespielt, das war nach den schwierigen zurückliegenden Woche nicht zu erwarten gewesen.

Doch die Cottbuser überzeugten mit ihrer Körpersprache und sendeten ein deutliches Signal an die Drittliga-Konkurrenz: „Wir in der Lausitz, wir leben noch!“

Nach dem Wechsel behielten die Cottbuser die Spielkontrolle, drosselten das Tempo aber spürbar. Im Hinterkopf waren dabei sicherlich auch schon die beiden bevorstehenden englischen Wochen mit vier Spielen innerhalb von zwölf Tagen. Als Münsters Sandrino Braun dann nach wiederholtem Foulspiel die gelb-rote Karte sah (67.), erlahmte auch die Gegenwehr der Gäste immer mehr. Als Dimitar Rangelov ausgewechselt wurde (73.), gab es Sonderapplaus. Der Bulgare hatte mit seinem Freistoß diesen so wichtigen Sieg eingeleitet.

Kurz darauf vergab Marcelo frei aus spitzem Winkel (75.) den vierten Cottbuser Treffer. Im Stadion der Freundschaft feierten sie trotzdem die Mannschaft und sangen: „Oh wie ist das schön, sowas hat man lange nicht gesehn.“ Die Erleichterung der FCE-Fans war mit den Händen zu greifen, denn mit dieser Leistung ist Energie wieder ein ernsthafter Kandidat für den Klassenerhalt.

So sieht die Statistik aus:
Energie Cottbus – Preußen Münster 3:0 (3:0)

Cottbus: Rauhut – Weidlich, Matuwila, Müller, Schlüter – Bohl, Gjasula – Rangelov (73. Hemmerich), Marcelo (82. Holthaus), Viteritti (68. Geisler) – Mamba. Trainer: Wollitz

Münster: Schulze Niehues – Menig, Kittner, Scherder, Heidemann – Klingenburg, Braun – Rühle (52. Hoffmann), Kobylanski (80. Dadashov), Cueto – Akono (70. Rodrigues). Trainer: Antwerpen

Tore: 1:0 Rangelov (3.), 2:0 Mamba (7.), 3:0 Bohl (26.), Zuschauer: 5248; Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Engelbostel-Schulenburg), Gelbe Karten: Rangelov / -; Gelb-Rot: - / Braun

Das sagen die Spieler: „Heute waren wir federleicht“

So sieht es in der Tabelle aus: Energie steht jetzt auf Rang 18 und hat drei Zähler Rückstand zum rettenden Ufer.

Der RUNDSCHAU-Liveticker zum Nachlesen: Energie Cottbus - SC Preußen Münster

So geht es weiter: Es geht in die englische Woche. Energie tritt am Mittwoch beim Halleschen FC an. Anpfiff im Erdgas Sportpark ist 19 Uhr. Die RUNDSCHAU berichtet wieder im Liveticker. Das Hinspiel verloren die Cottbuser mit 1:2.

Energie Cottbus gegen Preußen Münster FOTO: Steffen Beyer