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| 16:34 Uhr

Wort zum Spieltag
Die DDR-Oberliga ist nicht mehr zeitgemäß

Jan Lehmann
Jan Lehmann FOTO: LR / Sebastian Schubert
Cottbus. Am Wochenende soll in der 3. Liga der Ball ruhen. Zwar nur in der ersten Spielminute, doch die Vereine setzen ein Zeichen. RUNDSCHAU-Reporter Jan Lehmann kommentiert die festgefahrene Debatte um die Regionalliga-Reform.

Dass der Nordostdeutsche Fußballverband NOFV so sehr an seiner Regionalliga Nordost festhält, ist inzwischen nicht mehr vermittelbar. Die DDR-Oberliga hat sich überholt. Fast 30 Jahre nach der Wende sollte Fußball-Deutschland doch in der Lage sein, die Regionalliga-Republik in vier gleichwertige Teile aufzuteilen, ohne in alte Ost-West-Muster zu verfallen. Schuld am Reformstau ist aber sicher nicht nur der NOFV, sondern hauptsächlich der DFB. Dass die mit der Reform beauftragte Arbeitsgruppe keine tragfähigen Lösungsvorschläge anbieten konnte, ist ein Armutszeugnis für einen der größten Sportverbände der Welt. Dass nun der FC Energie gemeinsam mit den anderen Drittligisten für die Rückkehr zu drei Absteigern plädiert, zeigt, in welche Zwänge die Clubs anhand des Reformstaus geraten. Im Vorjahr hatten die Cottbuser als Regionalligist noch eine Lösung mit vier Absteigern begrüßt. Dass die Cottbuser nun anders argumentieren, ist dabei keineswegs paradox. Denn die vier Absteiger machen nur Sinn, wenn damit endlich gewährleistet wird, dass alle vier Meister aufsteigen können. So lange jedoch im DFB vor allem die Regionalfürsten wie Bayern-Chef Rainer Koch aber auch NOFV-Präsident Reiner Milkoreit als Besitzstandswahrer auftreten, sind die Drittligisten gefangen in einer Liga, in der sie zu wenig von den TV-Geldern abbekommen und in der zudem ein Abstieg existenzbedrohend ist. Dass Milkoreit am Samstag in Leipzig in den Ruhestand verabschiedet wird, macht etwas Hoffnung. Koch hingegen wurde erst im Oktober als Präsident des Süddeutschen Fußball-Verbandes für vier Jahre wiedergewählt.

Lesen Sie außerdem zu diesem Thema: Erst Stillstand - dann Spektakel? Die Energie-Fans können nach am Samstag nach dem Protest zu Spielbeginn zumindest auf eine bewegte Schlussphase hoffen.