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| 14:30 Uhr

Kommentar
Der schleche April-Scherz des NOFV

Die Regionalliga Nordost muss wegen des Wintereinbruchs jetzt schon 40 Spiele nachholen. RUNDSCHAU-Reporter Jan Lehmann sagt in seinem Kommentar, warum der Nordostdeutsche Fußballverband schleunigst umdenken sollte.
Die 4. Liga wird wieder zur Regionalliga Nord(fr)ost.
Die 4. Liga wird wieder zur Regionalliga Nord(fr)ost. FOTO: LR

Von Jan Lehmann

Ausgerechnet der launischste aller Monate entscheidet über das Schicksal: ­Einige Regionalligisten müssen im April wohl neun (!) Spiele bestreiten, mehr als ein Viertel der kompletten Saison. Das kann im Ernstfall bedeuten: Da hat die Mannschaft einen schlechten Monat – und plötzlich ist man abgestiegen.

Der Nordostdeutsche Fußballverband NOFV, der sich ja gern mit der großen Historie der hiesigen Clubs schmückt, muss endlich ver­stehen, dass er seine Regionalliga nicht wie eine Kreisoberliga führen kann. Was im Hobbyfußball ­erträglich ist, kann hier existensbedrohend sein. Nicht nur der FC Energie, sondern auch Clubs wie Lok Leipzig, BFC Dynamo oder SV Babelsberg – die zumindest halbprofessionelle Strukturen haben – benötigen dringend einen fairen Wettbewerb als stabilen Pfeiler im ohnehin wackligen Konstrukt an der Schnittstelle zwischen Profi- und Amateurbereich.

Mehr englische Wochen im Herbst, notfalls komplett abgesagte Spieltage im Winter – so wird aus einem Lotteriespiel ein vernünftiger Spielplan. Spätestens kommende Saison, wenn mit Erfurt und wohl auch Chemnitz zwei weitere Profi-Clubs dazu kommen, sollte man sich diesen schlechten April-Scherz verkneifen.