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| 17:34 Uhr

Kommentar zum DFB-Urteil
Grundsatzfrage bleibt ungeklärt

Jan Lehmann
Jan Lehmann FOTO: Sebastian Schubert / LR
Cottbus. Der DFB bestraft den FC Energie für die Ausschreitungen von Zuschauern im Spiel beim SV Babelsberg. RUNDSCHAU-Reporter Jan Lehmann kommentiert, warum dies für den FCE vorteilhaft und dennoch nicht schlüssig ist.

Keine Frage, für den FC Energie ist es gewiss hilfreich, dass unter die Vorkommnisse beim Babelsberg-­Spiel endlich ein Schlussstrich gezogen worden ist. Und sicher ist es in der deutschlandweiten Wahrnehmung gar nicht so verkehrt, dass die Cottbuser die Bestrafung durch den DFB akzeptieren und dennoch gehobenen Hauptes aus der Verhandlung gehen. Zu lange war im Zuge der juristischen Irrungen ein Bild entstanden, dass man beim FCE die rechtsradikalen Ausfälle verharmlosen wolle. Dabei ist das Quatsch und spielte zudem in dem Verfahren gar keine Rolle. Da ging es letztlich um juristische Winkelzüge vor dem Hintergrund einer Grundsatzfrage: Inwieweit kann man einen Verein für das Verhalten von Zuschauern verantwortlich machen? Der Nordostdeutsche Fußballverband und sein Sportgericht hatten darauf keine schlüssige Antwort. Und wenn man ehrlich ist: Das salomonische Urteil des DFB-Bundesgerichts bringt uns in dieser Frage auch nicht voran. Es wird damit weitergehen, dass die Vereine Strafen zahlen müssen, wenn sich ein Teil ihrer Zuschauer daneben benimmt. Das ist grotesk, aber offenbar die einzige Lösung, zu der der Profi-Fußball fähig ist: Alles wird mit Geld geregelt.

Im April 2017 hatte es Randale und rechtsradikale Ausfälle im Cottbuser Block beim FCE-Auswärtsspiel in Babelsberg gegeben.
Im April 2017 hatte es Randale und rechtsradikale Ausfälle im Cottbuser Block beim FCE-Auswärtsspiel in Babelsberg gegeben. FOTO: Jan Kuppert / dpa