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| 16:09 Uhr

Kommentar
Rote Karte für den DFB

Es gab Redebedarf nach dem Schlusspfiff.
Es gab Redebedarf nach dem Schlusspfiff. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Nicht nur der Schiri hat beim Spiel zwischen Energie Cottbus und Halle gravierende Fehler gemacht, sondern auch der Verband. Der RUNDSCHAU-Kommentar zum FCE. Von Frank Noack

Um eines vorweg gleich klarzustellen: Es geht bei dieser Schiedsrichter-­Kritik nicht vordergründig um die Fehlentscheidung von Referee
Steffen Brütting bei der Roten Karte gegen José-Junior Matuwila im Spiel des FC Energie gegen Halle.
Matuwila spielt bei seiner Grätsche in der Nachspielzeit ganz klar  den Ball. Das belegen die TV-Bilder zweifelsfrei. Dafür Rot zu zeigen, war ein Fehler.

Viel entscheidender war jedoch, dass Schiedsrichter Steffen Brütting insgesamt mit der Spielleitung überfordert war. Er schaffte es zu keinem Zeitpunkt, dieses wie erwartet sehr emotionale Derby mit der gebotenen Souveränität zu begleiten und bei Bedarf auch zu beruhigen.

Das kann und muss man dem jungen Referee zum Vorwurf machen. Allerdings ist Brütting erst 28 und gehört zu den Unerfahrensten in der Gilde der Drittliga-Schiedsrichter. Der Youngster pfeift zwar bereits seine 3. Saison in der 3. Liga, hat in drei Jahren ­allerdings erst 15 Partien gepfiffen.

Der viel größere Vorwurf geht an den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Er muss sich fragen lassen, warum er ein solches Derby nicht mit einem erfahrenen Referee besetzt. Zumal am Mittwochabend fast keine anderen Spiele statt­fanden. Personalknappheit kann es also nicht gewesen sein.

Natürlich – auch junge Schiedsrichter müssen sich irgendwann in den heißen Spielen bewähren. Der Mittwochabend hat allerdings gezeigt, dass diese Bewährungsprobe
für den überforderten ­Steffen Brütting zu früh kam. Das ist dreifach schade: für Matuwila, für das Derby, aber auch für Brütting selbst. Eine Rote Karte hat sich deshalb auch der DFB verdient.

FOTO: LR / Sebastian Schubert