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| 16:38 Uhr

Kommentar
Hat Energie zu früh gefeiert?

Cottbus. Hat Energie Cottbus zu früh gefeiert, weil der Aufstieg ja noch gar nicht feststeht. RUNDSCHAU-Reporter Jan Lehmann sagt: Nein. Für ihn war diese Feier richtig und wichtig.
FOTO: Sven Bock / FuPa Brandenburg

Diese Party kam ein bisschen überraschend – zumindest in ihrem Ausmaß. Wer gedacht hatte, Energie Cottbus würde die vorzeitige Meisterschaft wegen der bevorstehenden Aufstiegsspiele nur mit angezogener Handbremse feiern, sah sich getäuscht. Bereits in Luckenwalde wurde der Titel mit den mehr als 500 Cottbuser Anhängern begossen. Später ging es im Mannschaftsbus und dann in Cottbus weiter – der Trainer hatte alle Freiheiten gegeben und seinen Spielern bloß geraten, nur das zu tun, was sie nicht bereuen würden. Zwar merkten einige Zweifler auch auf dem Facebook-Kanal der RUNDSCHAU-Sportredaktion an, dass es noch nicht der richtige Zeitpunkt zum Feiern sei, weil die Meisterschaft ohne den Aufstieg nichts wert ist. Doch diese Sicht der Dinge ist nicht hilfreich. Energie und seine Fans tun gut daran, diese Meisterschaft als das zu nehmen, was sie ist: etwas Besonderes. Der FCE hat eine geschichtsträchtige Saison gespielt und im Rekordtempo sein erstes Ziel erreicht. Das musste einfach gefeiert werden. Sonst würde man sich von der kruden Aufstiegsregelung ja jegliche Freude am Spiel und am eigenen Erfolg vermiesen lassen. Denn dass jetzt noch das Lotteriespiel in den Aufstiegspartien ansteht, dafür können Verein, Spieler und Fans doch nichts.

Und außerdem: Wer immer nur mit angezogener Handbremse fährt, der kommt womöglich nie dort an, wo er hin will.

Jan Lehmann
Jan Lehmann FOTO: Sebastian Schubert / LR