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| 13:57 Uhr

Wort zum Spieltag
Leinöl statt Erdöl – Energie braucht nun Zusammenhalt

FOTO: LR / Sebastian Schubert
Cottbus. Bei Energie Cottbus haben sich zuletzt Gräben aufgetan. RUNDSCHAU-Reporter Jan Lehmann beschreibt im Wort zum Spieltag, dass die schnell wieder zugeschüttet werden sollten. Und er nennt ein warnendes Beispiel.

Keine Frage, hinter den Kulissen hat es beim FC Energie ziemlich geknirscht. Der Abschied von Präsident Michael Wahlich macht deutlich, dass es im Verein und dessen Umfeld Unstimmigkeiten und am Ende wohl zwei Lager gab. Für den FCE ist das eine bedrohliche Situation. In einer Region, in der es Leinöl statt Erdöl oder Spreewaldbitter statt Energy-Drinks und eben keine Großinvestoren gibt, benötigt der Profi-Fußball einen ganz besonderen Zuammenhalt. Jeder kleine Sponsor ist wichtig, jeder Zuschauer sowieso. Nur wenn der Club die Lausitz hinter sich versammelt, hat er eine Chance, in dem leider völlig überkommerzialisierten Fußballgeschäft mit an den Ball treten zu dürfen. Jeder einzelne Energie-Mitstreiter kann nun dabei mithelfen, die entstandenen Gräben schnell wieder zuschütten. Das sollte auch möglich sein. Ich jedenfalls glaube, dass beides geht: Einerseits Präsident Wahlich nach zweieinhalb verdienstvollen Jahren einen würdigen Abschied zu bereiten. Und andererseits mit dem FCE den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Der ist dank des nun festgeschriebenen Vertrags mit dem Hauptsponsor Sparkasse Spree-Neiße mindestens bis Juni 2020 gesichert. Das ist für den FCE eine wichtige Basis und deutlich mehr wert als irgendwelche ominösen Investoren. Nachzufragen nur 100 Kilometer Luftlinie vom Stadion der Freundschaft entfernt beim Regionalligisten Viktoria Berlin. Dort hatte eine chinesische Investorengruppe erst hochfliegende Millionenträume mit dem Traditionsverein reifen lassen. Doch inzwischen haben die Chinesen alle Zahlungen eingestellt, Viktoria meldete am Donnerstabend Insolvenz an. Ein Schicksal, dass der FCE erspart bleiben wird, wenn die Region zusammenhält und alle zum Wohle des Clubs ihre persönlichen Befindlichkeiten hintenanstellen.

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