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| 09:47 Uhr

RUNDSCHAU-Gegnercheck
FCE-Gegner Fortuna muss „Zeitenwende“ verkraften

Nach sieben Jahren hat Trainer Uwe Koschinat die Kölner am Montag in Richtung SV Sandhausen verlassen.
Nach sieben Jahren hat Trainer Uwe Koschinat die Kölner am Montag in Richtung SV Sandhausen verlassen. FOTO: Eibner Pressefoto / EIBNER/Alexander Neis
Cottbus. Im Kölner Südstadion war für Energie Cottbus bisher nix zu holen. Doch der Samstagsgegner Fortuna muss eine „Zeitenwende“ verkraften. Der langjährige Trainer ist weg. Die RUNDSCHAU macht den Gegnercheck. Von Paul Resagk und Jan Lehmann

Die Form: Mit 14 Punkten aus elf Spielen steht die Fortuna auf Platz zehn in der Tabelle. Zuletzt konnten die Domstädter ihre Sieglos-Serie von vier Spielen gegen den Tabellen-19. VfR Aalen beenden und wollen jetzt gegen Energie den zweiten Sieg in Folge einfahren. Viel Hoffnung auf einen Sieg über Energie dürfen sie auch haben, denn aus den letzten vier Begegnungen konnte Energie nur zwei Punkte mitnehmen – jeweils mit einem Remis zu Hause. In Köln gab zweimal eine 0:3-Klatsche. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz fährt zum ersten Mal mit dem FCE ins Kölner Südstadion. Dennoch wird das für ihn eine brisante Partie. Das liegt an seiner Vergangenheit beim Fortuna-Erzrivalen Viktoria Köln.

Der Kader: Die Kölner konnten sich mit Moritz Hartmann (32/aus Ingolstadt) die Dienste eines ehemaligen Bundesliga-Spielers sichern und den 15-Tore Mann Daniel Keita-Ruel (29/nach Fürth) ersetzen. Auch im Tor musste Köln den nach Dresden abgewanderten Torhüter Tim Boss (25) ersetzen. Die Position der Nummer 1 wurde mit Nikolei Rehnen (21) aus Bielefeld neu besetzt. Zwar bekam er in Bielefeld nicht viel Spielzeit, aber in Köln überzeugte er besonders den langjährigen Trainer Uwe Koschinat (47) nach seiner Leistung beim 1:0 Erfolg gegen Aalen: „Wir hatten ein Stück weit Glück, aber vor allem einen herausragenden Torhüter. Für mich gehört er zu den stärksten Torhütern in der Luft. Was der Junge aus seinem Strafraum rausholt, wie mutig er den Fünfmeterraum verlässt, das ist herausragend.“ Zudem werden gegen Cottbus einige verletzte Spieler wieder in den Kader Rasen zurückkehren. Neben dem schon erwähnten Hartmann (32) werden auch Innenverteidiger Bernard Kyere Mensah (23), Thomas Bröker (33), Nico Brandenburger (23) und Kwame Yeboah (24) gegen die Lausitzer wieder einsatzbereit sein. Allerdings müssen die Kölner auf Mittelfeldspieler Maik Kegel (28) verzichten, der sich im letzten Spiel eine vermeidbare gelb-rote Karte aufgrund von lautstarken Äußerungen in Richtung des Schiedsrichters eingehandelt hatte. Der spielstarke Kristoffer Andersen fällt wegen muskulärer Probleme aus.

Der Trainer: Das „K“ in Koschinat steht für Konstanz – das galt bis zum vergangenen Montag. Als Uwe Koschinat (47) seinen Dienst bei Fortuna Köln 2011 in der Regionalliga angetreten hatte, etablierte er sie in seiner ersten Saison im Tabellenmittelfeld. 2014 stieg Koschinat mit der Fortuna in die 3.Liga auf und seitdem schafft es der 47-Jährige, die Domstädter Jahr für Jahr in der Klasse zu halten. Doch diese Konstanz weckte auch Begehrlichkeiten. Nun angelte sich Zweitligist SV Sandhausen den gebürtigen Koblenzer. Und Fortuna Köln? Der „Kölner Stadtanzeiger“ schreibt von einer Zeitenwende. Koschinat war das Gesicht und das Sprachrohr des Vereins und neben der Arbeit auf dem Trainingsplatz auch für die Kaderplanung verantwortlich - ähnlich wie FCE-Trainer Wollitz in Cottbus. Vorerst hat Koschinats ehemaliges Trainerteam um Co-Trainer André Filipovic die Mannschaft übernommen. Doch diese Lösung ist nur vorübergehend. Filipovic und auch Torwarttrainer André Poggenborg haben keine Fußballlehrer-Lizenz. Als Nachfolger wird unter anderem Dirk Lottner gehandelt.