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| 08:18 Uhr

Die RUNDSCHAU erklärt
FCE-Hauptsponsor bietet Freundschaft an

Die Energie-Anhänger sollen weiterhin im „Stadion der Freundschaft“ zu Hause sein. Das will die Sparkasse Spree-Neiße sichern, indem sie mit dem neuen Sponsoringvertrag die Namensrechte kauft und an die Fans verschenkt.
Die Energie-Anhänger sollen weiterhin im „Stadion der Freundschaft“ zu Hause sein. Das will die Sparkasse Spree-Neiße sichern, indem sie mit dem neuen Sponsoringvertrag die Namensrechte kauft und an die Fans verschenkt. FOTO: Tino Schulz
Cottbus. Der neue Vertrag mit dem Hauptsponsor hat für Energie Cottbus eine Besonderheit. Die Sparkasse Spree-Neiße kauft die Rechte am Namen des Stadions – und verschenkt sie. Die RUNDSCHAU erklärt die Hintergründe. Von Jan Lehmann

Der neue Vertrag: Der FC Energie  teilte am Mittwoch mit, dass die Sparkasse Spree-Neiße einen neuen Sponsorvertrag mit dem Verein eingegangen ist. Der läuft laut Verein bis zum Ende der Saison 2019/20 – also anderthalb Jahre. Die Sparkasse ist seit vielen Jahren wichtigster Sponsor des FCE. Die Höhe der Sponsorleistungen wurde nicht mitgeteilt. Nach RUNDSCHAU-Informationen bekam der Verein in den vergangenen Jahren immer deutlich mehr als eine Million Euro vom ortsansässigen Kreditinstitut.

Die Besonderheit: Im Rahmen des neu geschlossenen Vertrags überträgt der Verein der Sparkasse die Rechte am Namen des Stadions der Freundschaft. Heißt: Das Unternehmen könnte diese Rechte weiterverkaufen. Aber: Die Sparkasse verzichtet darauf und garantiert damit den Erhalt des traditionsreichen Namens.

So reagiert der Verein: Geschäftsführer Normen Kothe, der noch bis Ende Januar 2019 beim FCE im Amt ist, erklärte in der Vereinsmitteilung: „Die Sparkasse Spree-Neiße ist seit vielen Jahren ein zuverlässiger Sponsor und unterstützt den Profifußball und die Nachwuchsarbeit im Verein. Und für die Fans des FC Energie ist ihr ,Stadion der Freundschaft’ sicher ein besonderes Weihnachtsgeschenk.“ Der scheidende Energie-Präsident Michael Wahlich sagt im RUNDSCHAU-Interview, dass man der Sparkasse Spree-Neiße dafür zwar dankbar sein sollte, der Verein dadurch aber auch nicht mehr Geld zur Verfügung habe.

Das sagt die Sparkasse: Ulrich Lepsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Spree-Neiße und ehemaliger Energie-Präsident erklärt in der Vereinsmitteilung: „Identifikation und Verbundenheit mit der Region sind uns auch sehr wichtig. Gerade wir in der Lausitz stehen mit der Energiepolitik und dem Kohleausstieg vor besonderen Herausforderungen. Diese kann man nur geschlossen erfolgreich meistern. Nichts verkörpert dieses gemeinschaftliche Handeln mehr als das Stadion der Freundschaft. Deshalb wollen wir unbedingt diesen Stadionnamen für die Region bewahren und ihn den treuen Fans schenken.“ Er betont zudem: „Wir sind sehr zuversichtlich, mit diesem Vertrag dem Verein weitere Planungssicherheit zu geben und eine finanzielle Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen.“

Ein Blick auf die Konkurrenz: Stadionnamen zu vermarkten ist im Fußball längst üblich und mittlerweile auch in der 3. Fußball-Liga gang und gäbe. So spielen Cottbuser Drittliga-Konkurrenten wie beispielsweise der Hallesche FC (Erdgas-Sportpark), Würzburger Kickers (Flyeralarm-Arena), Sonnenhof Großaspach (Mechatronik-Arena) Sportfreunde Lotte (Frimo-Arena) oder der SV Wehen Wiesbaden (Brita-Arena) in Spielstätten mit teils skurril anmutenden Namen.

Der Hintergrund: Die Sparkasse Spree-Neiße als Hauptsponsor hatte zuletzt im Zuge der Berufung von Frank Szymanski in den Verwaltungsrat und der darauf erfolgten Rücktrittsankündigung von Präsident Wahlich unter den Anhängern nicht nur Fürsprecher. So war diese Personalie von den Fans beim Heimspiel gegen Sonnenhof Großaspach mit einem Plakat kritisiert worden.

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte in der Vorwoche noch einmal eindringlich betont, dass ohne die Hilfe der Sponsoren „bald ganz Schluss mit dem Profi-Fußball“ in Cottbus sein könne. Er erklärte: Um diesen Standort zu festigen und zu entwickeln, brauchen wir diese strategischen Partner. Aber wir stehen uns derzeit selbst im Weg, indem wir uns gegenseitig verärgern.“ Seit der Verkündung des neuen Vertrags am Mittwoch steht nun fest: Die Sparkasse Spree-Neiße bleibt weiterhin der wichtigste strategische Partner des Vereins.