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Rückkehr in die "andere Welt"

Der frühere Neustrelitzer Fabio Viteritti (l.) hat in dieser Saison schon vier Treffer für den FCE geschossen.
Der frühere Neustrelitzer Fabio Viteritti (l.) hat in dieser Saison schon vier Treffer für den FCE geschossen. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. In den beiden Jahren bei der TSG Neustrelitz hat sich Fabio Viteritti nach einem Kreuzbandriss wieder berappelt. Jetzt kehrt er mit Energie Cottbus als Favorit zu seinem Ex-Club zurück. Auch dank der Treffer von Viteritti ist der FCE in der Regionalliga angekommen. Der Torjäger hat nur für eine Saison unterschrieben. Doch es gibt eine interessante Klausel. Frank Noack

Die Stimme von Fabio Viteritti klingt nach einem grippalen Infekt zwar noch etwas verschnupft. Und auch auf den höflichen Händedruck mit den Reportern verzichtet er vorsorglich beim Interview-Termin am Freitagmittag im Stadion der Freundschaft. Beim Auswärtsspiel gegen seinen ehemaligen Verein TSG Neustrelitz an diesem Sonntag (Beginn: 13.30 Uhr, LR-Liveticker) will der Torjäger von Energie Cottbus aber unbedingt dabei sein. "Ich habe noch etwas Schnupfen. Das hört man ja auch. Doch es ist schon besser geworden", sagt der 23-Jährige.

In den vergangenen beiden Jahren hat Fabio Viteritti insgesamt 41 Regionalliga-Partien für die Norddeutschen absolviert. Nun kehrt er mit dem FC Energie ins Neustrelitzer Parkstadion zurück. Ein besonderes Spiel? "Viele Spieler aus der damaligen Mannschaft sind ja weg", sagt der offensive Mittelfeldspieler mit Blick auf den großen Umbruch bei der TSG Neustrelitz im zurückliegenden Sommer.

Übrigens hat mit Kevin Weidlich noch ein zweiter Energie-Profi eine TSG-Vergangenheit. Er gehörte zum erfolgreichen Team, das in der Saison 2013/14 überraschend den Meistertitel in der Regionalliga Nordost holte, in der Relegation um den Drittliga-Aufstieg dann am FSV Mainz II scheiterte (0:2, 1:3).

Trotzdem werden die Augen am Sonntag in erster Linie auf Fabio Viteritti und dessen Rückkehr ins Parkstadion gerichtet sein. Denn er hat in Cottbus einen satten Leistungssprung hingelegt. Mit vier Treffern ist er Energies erfolgreichster Schütze. Auch beim jüngsten 1:0-Sieg gegen Union Fürstenwalde war der in Lörrach an der Deutsch-Schweizer-Grenze geborene Profi erfolgreich und sorgte vom Elfmeterpunkt aus für den mühevollen Heimsieg. "Wir sind mit seiner Entwicklung sehr, sehr zufrieden", sagt Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz über Fabio Viteritti. "Er ist nach seinem Wechsel aus Neustrelitz hier in eine andere Welt gekommen und musste sich erst an die deutlich höhere Trainingsintensität gewöhnen. Inzwischen hat er aber erkannt, dass es ihm gut tut."

Viteritti selbst pustet bei diesem Thema erst mal tief durch. Ja, ja, die Trainingsbelastung. Sie sei vor allem während der Saisonvorbereitung "unglaublich anstrengend" gewesen. "Ich glaube, es gab keinen einzigen Tag, an dem ich nicht Muskelkater hatte. So hart habe ich in meiner Karriere noch nie trainiert", berichtet der FCE-Profi. Die vielen Läufe, das Kraft training, die Intensität bei den Spielformen - all das war Neuland für Viteritti.

Inzwischen zeigt sich, dass dieser Schweiß während der Saisonvorbereitung gut angelegt ist. Denn Viteritti ist immer besser in der Lage, sein großes Potenzial auch auf dem Rasen umzusetzen. Vom Laufpensum her liefert er fast in jedem Spiel Bestwerte ab, dazu kommt seine Torgefahr, die Energie schon mehrfach zum Sieg verholfen hat. Kein Wunder, dass Trainer Claus-Dieter Wollitz den treffsicheren Dribbler gern über die Saison hinaus halten möchte. "Ich hoffe, dass er auch den nächsten Schritt in seiner Entwicklung hier mit uns in Cottbus geht", sagt der FCE-Coach.

Der Vertrag von Fabio Viteritti läuft am Saisonende aus. Er enthält jedoch eine interessante Klausel: Der Kontrakt verlängert sich automatisch, wenn Energie den Aufstieg in die 3. Liga schafft. "Ich schaue jetzt erstmal von Spiel zu Spiel. Aber mein Ziel ist es natürlich, dass die Klausel am Saisonende greift", betont Fabio Viteritti trotz Schnupfens mit einem angriffs lustigen Lächeln.

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