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| 16:32 Uhr

Dramatik am letzten Spieltag
Ex-Coach Sander braucht Schützenhilfe von Energie

 Zuletzt war Petrik Sander als Experte von „MagentaSport“ im Stadion der Freundschaft. Mit Budissa Bautzen ist er noch immer sieglos und muss auf die Schützenhilfe von Energie Cottbus hoffen.
Zuletzt war Petrik Sander als Experte von „MagentaSport“ im Stadion der Freundschaft. Mit Budissa Bautzen ist er noch immer sieglos und muss auf die Schützenhilfe von Energie Cottbus hoffen. FOTO: Steffen Beyer
Bautzen. Nur wenn Energie Cottbus und Carl Zeiss Jena nicht aus der 3. Liga absteigen, hat auch Budissa Bautzen noch eine kleine Chance, in der Regionalliga zu bleiben. Der einstige Cottbuser Aufstiegstrainer Petrik Sander hofft auf die Schützenhilfe. Von Jan Lehmann

Die Fußball-Lausitz drückt Energie Cottbus die Daumen, in Bautzen aus einem ganz besonderen Grund. Regionalligist Budissa Bautzen benötigt die Schützenhilfe des FCE, um möglicherweise doch noch den Klassenerhalt zu schaffen. Die Konstellation: Bautzen muss am letzten Spieltag gegen Meuselwitz gewinnen – und Optik Rathenow darf maximal einen Punkt holen. Der Gegner von Energie im Landespokal-Finale empfängt am letzten Spieltag Hertha BSC II.

Beide Teams müssen Cottbus und auch Carl Zeiss Jena die Daumen drücken. Nur wenn es keinen Drittliga-Absteiger aus dem Fußball-Osten gibt, bleibt es bei einem Absteiger aus der Regionalliga Nordost – und Bautzen oder ­Rathenow könnten auch in der kommenden Saison weiter in der 4. Liga spielen.

In Bautzen sitzt mit Petrik Sander der ehemalige Cottbuser Aufstiegstrainer auf der Bank, auch in Jena war er Coach. Der 58-Jährige, der 33 Jahre lang als Spieler und Trainer bei Energie tätig war, erinnert sich nun im Interview mit dem „MDR“ an eine ganz besondere Konstellation und sagt: „Es ist sicher schwierig, aber ich habe als Trainer von Energie Cottbus schon einmal den Klassenerhalt wegen eines Tores geschafft. Solange es rechnerisch möglich ist, bleibe ich immer positiv.“

In der Zweitliga-Saison 2004/05 hatte Energie am letzten Spieltag mit 2:3 in Karlsruhe verloren. Erst als bekannt wurde, dass zeitgleich Eintracht Trier nur 1:1 in Saarbrücken gespielt hatte, wurden aus den Cottbuser Tränen der Enttäuschung plötzlich Freudentränen. Wegen des um einen Treffer besseren Torverhältnisses blieben die Lausitzer drin. Der Rest ist Geschichte: In der folgenden Saison stieg Energie mit Sander wieder in die Bundesliga auf.

Von der Bundesliga ist Sander derzeit weit entfernt. Über die Stationen VfR Aalen, Carl Zeiss Jena und zweimal TuS Koblenz ist er im Februar in Bautzen gelandet. Als Trainer der Budissa ist der Coach in zwölf Spielen noch sieglos. Er sagt: „Ich kann mich nicht hinstellen und behaupten, alles richtig gemacht zu haben. Das werden wir aber im Nachgang der Saison besprechen.“

Zuletzt hatte Sander seine Mannschaft hart kritisiert und nach der 1:5-Niederlage gegen Neugersdorf süffisant geschimpft: „Ich glaube, gut gemacht haben wir es beim Anstoß – da standen wir gut.“ Gegenüber dem „MDR“ verdeutlichte er nun: „Es war ein kollektives Versagen von der 1 bis zur 11. Jedoch gilt, die notwendige Kritik richtet sich an den Spieler und nicht an den Menschen.“

Nun will er alles dafür tun, um mit Bautzen doch noch jubeln zu können. Dass dafür seine beiden Ex-Clubs Cottbus und Jena am Samstag ebenfalls erfolgreich sein müssen, macht es besonders spannend. Sander ist jedoch zuversichtlich und sagt: „Ich hatte schon wochenlang den Glauben daran, dass beide Teams es schaffen. Jena hat nach der großartigen Erfolgsserie genug Selbstvertrauen und Cottbus wird sich diese komfortable Ausgangslage nicht mehr nehmen lassen.“