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| 11:39 Uhr

„Fußballerisch sind wir schon weit“
Energie Cottbus will selbstbewusst nach oben

 Axel Borgmann erzielt beim 2:1-Sieg in Nordhausen sein erstes Saisontor für Energie Cottbus.
Axel Borgmann erzielt beim 2:1-Sieg in Nordhausen sein erstes Saisontor für Energie Cottbus. FOTO: Christoph Keil
Cottbus. Die Spitzengruppe der Regionalliga Nordost ist erstmals seit Jahren sehr ausgeglichen. Das kommt Energie Cottbus entgegen. Der FCE gewinnt Spiele und an Stabilität. Die Mitabsteiger tun sich in den anderen Staffeln viel schwerer. Von Frank Noack und Steven Wiesner

Auf den ersten Blick hat sich für Energie Cottbus durch den schwer erkämpften Auswärtssieg bei Wacker Nordhausen nicht viel verändert. Der FCE liegt in der Tabelle der Fußball-Regionalliga Nordost weiterhin auf Rang fünf. Auch der Abstand zu Spitzenreiter Her­tha BSC II ist mit fünf Punkten konstant geblieben.

Und doch war dieser 2:1-Erfolg am Sonntag im ­Albert-Kuntz-Sportpark von Nordhausen eine Ansage an die Konkurrenz: Energie Cottbus ist nach den anfänglichen Schwierigkeiten beim Neuaufbau nun ein ernstzunehmender Konkurrent um den Staffelsieg.

Fußballerisch ist Energie Cottbus weit

Hat sich der FCE also endgültig oben festgesetzt? „Ja, diese Mannschaft wird sich oben festsetzen und auch noch weiterkommen. Wofür das am Ende reicht, werden wir sehen.  Wichtig ist, in den nächsten Wochen weiter zu punkten“, sagt Trainer Claus-Dieter Wollitz und ergänzt: „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir es wieder geschafft haben, nach dem elften Spiel ­fußballerisch schon so weit zu sein.“

In der Tat dürften speziell die ­beiden ersten Halbzeiten in den ­Partien gegen den BFC Dynamo (6:0) und jetzt in Nordhausen mit das Beste gewesen sein, was die Regionalliga Nordost derzeit zu bieten hat. Die Gegner wurden regelrecht auseinanderkombiniert. Im Fall des BFC konnte man diesen Fakt noch der jugendlichen Unerfahrenheit der Hauptstädter zurechnen. Wie schwer sich ein ambitioniertes Team wie Nordhausen gegen diesen rot-weißen Kombinations­fußball tut, war dagegen durchaus eine Überraschung.

Kein Ausreißer in der Regionalliga Nordost

Entgegen kommt Energie Cottbus zweifellos, dass sich in der oberen Tabellenhälfte bislang kein Team wirklich absetzen konnte, wie das in den vergangenen Jahren meistens der Fall war. Jena, Chemnitz und 2017/18 der FCE machten schon frühzeitig alles klar. „Ich denke, dass das Feld zusammenbleiben wird. Einen Ausreißer wie in den vergangenen Jahren gibt es diesmal nicht. Die Berliner Mannschaften machen derzeit einen ­guten Job“, erklärt der Nordhausener Trainer Heiko Scholz.

Hertha BSC II und überraschend die VSG Altglienicke rangieren mit jeweils 25 Punkten vorn. Lok Leipzig als Dritter liegt mit 22 Punkten in Lauerstellung, ringt jedoch ebenfalls um Konstanz. Am Sonntag gab es eine 0:2-Niederlage im prestigeträchtigen Ortsderby. Für den Aufsteiger Chemie Leipzig war es überhaupt erst der zweite Dreier in dieser Saison. „Wir haben nicht so gespielt, wie wir es machen wollten. Es hat nichts funktioniert“, kritisiert Lok-Trainer Björn Joppe den Ausrutscher beim Außenseiter.

Fünf Mannschaften kämpfen um Spitzenplatz

Hinter diesem Trio folgen dann Wacker Nordhausen und Energie Cottbus (beide 20 Punkte) auf den Plätzen vier und fünf.

Dieses Fünferfeld dürfte sich auch in den kommenden Wochen einen Kampf um den Spitzenplatz und damit die Teilnahme an den Aufstiegsspielen gegen den Sieger der West-Staffel liefern. Altglienicke ist dabei so etwas wie der Hahn im Korb. Denn einen derartigen Aufschwung hatten der Mannschaft von Trainer Karsten Heine nur wenige zugetraut.

Für Altglienicke ist die Zugehörigkeit zur Spitzengruppe also eine Kür. Die anderen Teams sind dagegen ­allesamt ambitioniert – oben mitzuspielen ist Pflicht. Gleichwohl ist diese Pflichtaufgabe natürlich kein Selbstläufer.

Energie Cottbus scheint dafür spätestens nach dem Sieg in Nordhausen gut gerüstet zu sein und hat weiteres selbstvertrauen getankt. „Wir setzen uns da jetzt fest und werden weiter Vollgas geben“, verspricht Torjäger Felix Brügmann nach seinen achten Saisontreffer.

Energie Cottbus feiert in Nordhausen FOTO: Christoph Keil