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Fußball
Rasenheizung als Fluch und Segen für Energie

Es ist angeheizt für Streli Mamba (l.) und seine Mitspieler.
Es ist angeheizt für Streli Mamba (l.) und seine Mitspieler. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Am Samstag gegen Auerbach geht es für den Tabellenführer nicht nur um drei Punkte, sondern auch um vergleichsweise viel Geld. Denn eine Rasenheizung ist teurer Luxus in der Regionalliga. Von Frank Noack

Wer anstelle des verletzten Kapitäns Marc Stein und des gesperrten José-Junior Matuwila in der Innverteidigung spielen wird, hat Trainer Claus-Dieter Wollitz vor der Heimpartie von Energie Cottbus gegen den VfB Auerbach noch offen gelassen. Klar ist aber: Gespielt wird an diesem Samstag um 13.30 Uhr (LR-Liveticker) auf ­jeden Fall! Und das ist derzeit in der Fußball-­Regionalliga Nordost alles andere als selbstverständlich. Wegen der winterlichen Bedingungen fallen nach derzeitigem Stand sechs der neun für dieses Wochenende geplanten Partien aus.

Energie ist dank der Rasenheizung im Stadion der Freundschaft weitgehend unabhängig von diesen äußeren Einflüssen. „Die Rasen­heizung ist für den Verein Fluch und Segen zugleich. Einerseits gewährleistet die Heizung, dass gespielt werden kann. Andererseits ist der Betrieb aber auch sehr teuer“, sagt Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Die Rasenheizung im Stadion der Freundschaft wurde nach dem Aufstieg in die Bundesliga im Jahr 2000 für etwa eine halbe Million Euro verlegt. Eine solche Anlage funktioniert ähnlich wie eine Fußbodenheizung in Gebäuden. Unter dem Rasen sind Rohre verlegt, durch die warmes Wasser geleitet wird. Auf diese Weise kann die Spielfläche behutsam aufgetaut oder eine Schnee­decke geschmolzen werden.

Damals in der Bundesliga taten die Betriebskosten nicht wirklich weh. In der 4. Liga sieht das ganz ­anders aus. Bei einstelligen Minusgraden wie derzeit in der Nacht kostet der Betrieb der Rasenheizung laut FCE-Geschäftsführer Normen Kothe etwa 3000 Euro pro Woche. „Ist es noch kälter oder fällt Schnee wird es teurer“, erklärt Kothe.

Doch auch ohne Schnee muss der Verein genau überlegen, wann und wie lange die Heizung läuft. Zumal auch der Trainingsplatz im Eliaspark beheizt wird, also Geld kostet.

Im Winter des vergangenen ­Jahres  fand der Trainingsauftakt wegen der angespannten Finanzlage weder im Stadion noch im Eliaspark statt – sondern auf dem Kunstrasenplatz am Priorgraben. „Rasen­heizung ist für die Regionalliga absoluter Luxus. Und Luxus können wir uns momentan nicht leisten“, hatte Präsident Michael Wahlich damals erklärt.

Inzwischen hat sich die finan­zielle Lage zwar etwas entspannt. Mit spitzem Bleistift muss aber trotzdem nach wie vor gerechnet werden. „Wir schauen natürlich auf den Wetterbericht und über­legen sehr genau, wann wir die Heizung anschalten und wann es auch ohne Heizung geht“, betont Geschäftsführer Kothe.

Dabei zählt jeder Sonnenstrahl. Er ist quasi bares Geld wert. Das Problem: Ist der Boden erst einmal durchgefroren, braucht die Heizung etwa eine Woche, ehe der Rasen ­wieder in spielfähigem Zustand ist. Ziel ist es deshalb, das Über­frieren zu verhindern: mit so viel Heizen wie nötig, aber trotzdem so wenig wie möglich.

Es ist eine Gratwanderung. Die Rasenheizung ist zwar teuer, aber eben auch wichtig für den Verein. Erstens, weil Energie auf dem Weg in die Relegation im Mai so wenig wie möglich Nachholspiele mitschleppen will. Zweitens profitieren von der Sicherheit des Spielbetriebes auch die Dienstleister wie Catering und Sicherheitsdienst.

Deshalb läuft die Rasenheizung im Stadion der Freundschaft bereits seit Montag – im Automatikbetrieb. Das heißt, nur bei Temperaturen unter null Grad wird geheizt. Nach dem Spiel gegen Auerbach läuft sie noch bis Sonntag, damit die schadhaften Rasenstücke ausgebessert werden können und nicht anfrieren. Danach wird sie erst einmal ausgeschaltet – vermutlich bis zur nächsten Heimpartie gegen Germania Halberstadt am 24. Februar. Je nachdem, was der Wetterbericht sagt. Geschäftsführer Kothe: „Dann beginnt das Spiel  von Neuem.“

FOTO: LR