ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:52 Uhr

Energie Cottbus arbeitet für den Regionalliga-Etat
Präsident Fahle: „Wir sprechen mit vielen Unterstützern“

 FCE-Präsident Werner Fahle: „Wir sprechen mit vielen  Unterstützern.“
FCE-Präsident Werner Fahle: „Wir sprechen mit vielen Unterstützern.“ FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus verkauft Tickets für eine fiktive Partie, um Geld zu beschaffen. Weitere Aktionen sollen folgen. Der Verein will einen Etat stemmen, aus dem Trainer Wollitz eine Regionalliga-Elf formen kann. Schafft der FCE das? Von Jan Lehmann

Bei Drittliga-Absteiger Energie Cottbus wird aktuell intensiv an den wirtschaftlichen Grundlagen für eine erfolgreiche Saison in der Regionalliga Nordost gearbeitet. FCE-Präsident Werner Fahle berichtete am Mittwoch: „Wir haben alle Hände voll zu tun.“ Der Verein muss nach dem Abstieg nun  unter anderem auf das Fernsehgeld in Höhe von 1,28 Millionen Euro verzichten.

Fahle betont: „Wir sprechen mit vielen Unterstützern und versuchen, von allen, die dem Verein wohlgesonnen sind, etwas Hilfe zu bekommen.“ Als erste Aktion hat der FCE nun ein fiktives Heimspiel im Stadion der Freundschaft angesetzt – also eine Partie, die nie stattfinden wird. Die Fans können Karten für ein ideelles Spiel gegen die fußballerische Bedeutungslosigkeit kaufen und ihren Club so de facto mit einer Geldspende unterstützen. Die Tickets, datiert auf den 54. Vereinsgeburtstag am 31. Januar 2020 um 19:66 Uhr, sind für 19,66 Euro zu haben. Bei den Anhängern trifft das auf Interesse. Präsident Fahle berichtet, dass am Mittwoch in der ersten Stunde bereits 300 Karten verkauft worden sind.

Unter dem Internet-Schlagwort #Einmalvollmachenbitte hofft der FCE auf ein ausverkauftes Haus. Zuletzt hatte es das beim Aufstiegsspiel gegen Weiche Flensburg mit 22 528 Zuschauern gegeben. Würde der Verein nun auf eine ähnliche fiktive Besucherzahl kommen, könnte das Energie eine knappe halbe Million Euro in die Kasse spülen. Die scheinen dringend notwendig. Der Verein schreibt auf seiner Internetseite: „Trotz der weitreichend zugesicherten Unterstützung unserer langjährigen und treuen Sponsoren ist die finanzielle Situation des FC Energie äußerst schwierig!“ Deshalb sind weitere Aktionen geplant. Denkbar sei beispielsweise ein Benefizkonzert von Alexander Knappe, hieß es. Der gebürtige Gubener hat mit „Wir kommen auch morgen noch wieder“ die inoffizielle Vereinshymne geschrieben.

 Während der FCE noch am Regionalliga-Etat arbeitet, soll Trainer Wollitz schon die ersten Gespräche mit den Spielern führen.
Während der FCE noch am Regionalliga-Etat arbeitet, soll Trainer Wollitz schon die ersten Gespräche mit den Spielern führen. FOTO: Steffen Beyer

Neben der Arbeit an den Club-­Finanzen wird auch die sportliche Planung vorangetrieben. Präsident Fahle berichtet: „Wir benötigen zwar noch etwa zwei Wochen, um die wirtschaftliche Basis zu legen. Dennoch haben wir mit dem Trainer besprochen, dass er die ersten Gespräche mit den Spielern führen soll.“ Claus-Dieter Wollitz habe ­signalisiert, dass er seinen gültigen Vertrag erfüllen wolle, so Fahle.

Wichtig sei nun vor allem das Landespokal-Finale am Samstag bei Optik Rathenow (14.15 Uhr/RUNDSCHAU-Liveticker). Der Präsident sagt: „Die möglichen Erlöse wären ein wichtiger Baustein für unseren Etat.“ Etwa 200 000 Euro könnte Energie mit dem Pokalsieg und der damit verbundenen Qualifikation für die erste Runde im DFB-Pokal fest einbuchen. Der DFB zahlt dort eine Antrittsprämie, zudem bekäme Energie einen Anteil der Zuschauereinnahmen. Sollte Energie ein Top-Club zugelost werden, könnte der Verein sicher auch noch durch den Verkauf von speziellen Fanartikeln Geld verdienen.

Wie nötig das ist, verdeutlicht FCE-Präsident Fahle mit einem ­simplen Beispiel: Bis zur 3. Liga werden die Clubs vom DFB mit Bällen ausgestattet. Als Regionalligist hingegen müsse man sich die Spiel­geräte selbst besorgen. Energie hat nun einen Sponsor gefunden, der dem 100 Bälle bezahlt. Damit steht zumindest fest, dass beim FCE auch in Zukunft Fußball gespielt werden kann.