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| 18:08 Uhr

Kosten für Polizeieinsätze
Polizeikosten für Fußball: Brandenburg und Sachsen berechnen nichts – vorerst

Immer mehr Fußballspiele in Deutschland müssen mit einem Großaufgebot der Polizei abgesichert werden.
Immer mehr Fußballspiele in Deutschland müssen mit einem Großaufgebot der Polizei abgesichert werden. FOTO: Daniel Karmann / DPA
Dresden/Potsdam. Deutlicher hätte die Schlappe für die Deutsche Fußball Liga im Streit mit Bremen um Kosten für Polizeieinsätze nicht ausfallen können. Es geht um Millionen. Einige Länder dürften nun hellhörig werden. In Brandenburg und Sachsen gibt es aktuell noch keine Ambitionen dazu.

Von Martin Fischer und Jan Lehmann

Die Bundesländer Sachsen und Brandenburg wollen der Deutschen Fußball Liga (DFL) auch nach dem Urteil des Bremer Oberverwaltungsgerichts keine Polizeieinsatzkosten bei Hochrisikospielen berechnen – vorerst.  Zwar werde die Entwicklung in den anderen Bundesländern in Dresden aufmerksam verfolgt „und in geeigneter Weise in künftige Betrachtungen einfließen“, hieß es am Mittwoch aus dem sächsischen Innenministerium. Bestrebungen zur Erhebung von Einsatzkosten wie in Bremen gebe es aber nicht. Die Sachsen haben unter anderem mit dem Fußball-Bundesligisten RB Leipzig und dem Zweitligisten Dynamo Dresden regelmäßig Partien, die als Hochsicherheitsspiele eingestuft werden.

In Brandenburg gibt es aktuell zwar keine Vereine, die zur DFL mit den beiden höchsten deutschen Spielklassen gehören. Doch die Spiele der beiden Viertligisten Energie Cottbus und dem SV Babelsberg sorgen ebenfalls regelmäßig für großangelegte Polizeieinsätze. Andreas Carl, stellvertretender Sprecher des brandenburgischen Innenministeriums, erklärte auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „Gegenwärtig werden den hiesigen Vereinen und Verbänden keine Kosten für Polizeieinsätze im Land Brandenburg in Rechnung gestellt.“

Änderungen seien momentan auch nicht geplant, so Carl, der aber betont, dass man die endgültige gerichtliche Entscheidung in der Sache abwarten wolle, „um sodann die in der Urteilsbegründung vorliegenden Sachargumente zu prüfen und hinsichtlich einer Übertragung auf das Land Brandenburg zu bewerten“.

 In Sachsen setze man auf den Dialog mit Verbänden und Vereinen, um gemeinsame Sicherheitslösungen zu erarbeiten, sagte ein Sprecher. „Dies betrifft beispielsweise die Fortsetzung der Maßnahmen zur Gewaltprävention, die Durchsetzung von Stadionverboten und auch den Einsatz von personalisierten Tickets.“

Das Oberverwaltungsgericht Bremen hat eine Gebührenforderung des Stadtstaates am Mittwoch in einer Berufungsentscheidung für rechtens erklärt. Die DFL kündigte Einspruch beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig an.