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| 09:26 Uhr

Platzt das Derby-Duell der Torjäger? (mit Video)

Bei Benjamin Förster ist der Knoten geplatzt.
Bei Benjamin Förster ist der Knoten geplatzt. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Beinahe wären Benjamin Förster und Andis Shala in dieser Saison als Teamkollegen im Stadion der Freundschaft aufgelaufen. Nun stehen sich die beiden Torjäger am Samstag im Regionalliga-Derby zwischen Energie Cottbus und dem SV Babelsberg als Kontrahenten gegenüber – falls Shala rechtzeitig fit wird. Das Torjäger-Duell droht zu platzen. Von Jan Lehmann

Energie Cottbus und Andis Shala, das soll offenbar nicht sein. Im August hatte ihm der SV Babelsberg den möglichen Wechsel in die Lausitz verwehrt, nun droht ihm eine angebrochene Rippe auch noch das Gastspiel am Samstag (14.05 Uhr) im Stadion der Freundschaft zu vermiesen. Das Duell zwischen ihm und dem Cottbuser Torjäger Benjamin Förster droht zu platzen - viele Energie-Fans hätten die beiden ohnehin gern Seite an Seite in Rot-Weiß gesehen. Auch Trainer Claus-Dieter Wollitz gibt zu, dass er sich ein 4-4-2-System mit der Doppelspitze Förster/Shala gut vorstellen könne.

Dass er sich kurz vor Transferschluss intensiv um den Babelsberger Torschützenkönig bemüht hatte, will Wollitz indes nicht bestätigen. Er weist nur daraufhin, dass er Shala schon beim Landespokal-Endspiel zwischen Babelsberg und Luckenwalde beobachtet hatte. Damals habe er anhand eines Spieles aber nicht über die seinerzeit mögliche Verpflichtung entscheiden wollen. Wollitz erklärt: "Es war noch kein anderer Spieler verpflichtet und es war noch nicht einmal klar, ob ich Trainer bei Energie Cottbus bleibe."

Die Verpflichtung kam somit nicht zustande, Shala unterschrieb stattdessen einen neuen Drei-Jahres-Vertrag in Babelsberg. Doch es sollte nicht die letzte Annäherung des FC Energie an den aus Mannheim stammenden Kosovo-Albaner gewesen sein. Die RUNDSCHAU berichtete im August darüber, dass nach einem weiteren Cottbuser Vorstoß der Shala-Transfer am letzten Tag der Wechselfrist an der fehlenden Freigabe des SV Babelsberg gescheitert war. Shala hatte damals selbst bestätigt: "Energie Cottbus wäre für mich aus sportlicher Sicht eine Riesenherausforderung gewesen, aber nach der nicht zustande gekommenen Einigung gilt meine volle Konzentration nach wie vor dem SV Babelsberg 03."

Dieses Treuebekenntnis hat Shala danach mit seinen Leistungen untermauert. Mit sieben Regionalliga-Treffern liegt er gleichauf mit Förster auf Rang vier der Torschützenliste. Nur Miroslav Slavov (11 Tore/Berliner AK), Dennis Srbeny (9 BFC Dynamo) und Manfred Starke (8/Carl Zeiss Jena) waren noch treffsicherer. Zuletzt setzte Shala ein Zusammenprall mit BFC-Keeper Hendl außer Gefecht - es ist offen, ob der Babelsberger am Samstag trotz angebrochener Rippe aufläuft.

Energie-Trainer Wollitz gibt zu: "Ich hätte nix dagegen, wenn er nicht spielen würde. Er ist ein absoluter Mentalitätsspieler, ein absoluter Siegertyp und nicht auszuschalten." Aber Wollitz vergisst nicht, im gleichen Atemzug hinzuzufügen, dass auch "unser Stürmer", also Benjamin Förster, nicht auszuschalten sei. Nach dessen Dreierpack zuletzt im Landespokal gegen den Brandenburger SC (3:0) scheint Försters Knoten endgültig geplatzt. Wollitz betont: "Seine Verpflichtung hat sich jetzt schon komplett ausgezahlt. Er macht einen Riesenjob und hat noch Tendenz nach oben - auch vom Alter her."

Förster war wegen seines noch laufenden Vertrages beim Liga-Konkurrenten Wacker Nordhausen erst später zur Cottbuser Saisonvorbereitung gekommen, und das - laut Wollitz - in einem schlechten Fitnesszustand. Inzwischen ist er in Topform und auf gutem Weg, jene Verheißung, die er einst mit seiner sensationellen 25-Regionalliga-Tore-Saison beim Chemnitzer FC dargestellt hatte, nun in Cottbus zu erfüllen.

Zuschauerrekord

Beim FC Energie rechnet man am Samstag im Derby mit einem neuen Zuschauerrekord in dieser Saison. Der liegt bei 5655 Gästen beim Heimspiel-Auftakt gegen RB Leipzig II. Nun soll die 6000er-Marke geknackt werden. Aus Babelsberg kommen etwa 500 Fans.