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| 17:53 Uhr

Abstiegsendspiel in Jena
Energie-Plan: Kurze Reise – weite Wege

 Luke Hemmerich (l.) und Streli Mamba stehen für den Cottbuser Stil: Mit schnellen Sprints und vielen Metern soll Jena am Samstag bezwungen werden.
Luke Hemmerich (l.) und Streli Mamba stehen für den Cottbuser Stil: Mit schnellen Sprints und vielen Metern soll Jena am Samstag bezwungen werden. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus erwartet in Jena einen Gegner, der sich mit ganzer Kraft gegen den Abstieg wehrt. Die Lausitzer wollen bei Carl Zeiss vor allem mit ihrer Laufstärke punkten. Denn die ist bemerkenswert. Von Jan Lehmann

Es ist eine der kürzesten Anfahrten in dieser Drittliga-Saison für Energie Cottbus zum Klassenerhalts-Duell am Samstag bei Carl Zeiss Jena (14 Uhr/RUNDSCHAU-Liveticker) – und dennoch soll es für die Lausitzer ein Spiel der weiten Wege werden. Das jedenfalls erwartet Trainer Claus-Dieter Wollitz, der von seinen Profis eine extrem hohe Laufleistung fordert: „Wenn wir wieder an die 120 Kilometer im Spiel kommen, dann haben wir alle Chancen“, ist sich der Coach sicher. Sein Team soll Jena beschäftigen und nicht durchatmen lassen. „Wir können nicht auf Halten spielen“, so Wollitz.

Er legt großen Wert darauf, dass seine Mannschaft in der Laufstatistik regelmäßig weit vorn stehe. Aus der 3. Fußball-Liga gibt es keine offiziellen Vergleichswerte – aber 120 Kilometer sind tatsächlich ein beachtlicher Wert. Laut „Kicker“ ist Bayer Leverkusen in der Bundesliga das laufstärkste Team mit 122 Kilometern pro Spiel. Beim FC Bayern indes stehen in dieser Saison gar nur 116 Kilometer zu Buche.

Nicht zu Fuß, sondern natürlich mit dem Mannschaftsbus nahm der FCE am Freitag die etwa 300 Straßen-Kilometer in Richtung Jena-­Paradies in Angriff. An diesem Samstag machen sich dann die Cottbuser Anhänger auf den Weg. 1350 Fans werden im Gästeblock erwartet. Im Spiel zwischen den Vorletzten und dem Drittletzten geht es um alles: Sollte Jena verlieren, wäre das fast gleichbedeutend mit dem Abstieg. Energie hingegen könnte mit einem Sieg und etwas Schützenhilfe erstmals seit zehn Spieltagen wieder die Abstiegsränge verlassen.

FCE-Trainer Wollitz erwartet „einen extrem aggressiven, intensiven Gegner, der alle mobilisieren wird“. Seine Mannschaft solle das mit „höchster Spannung und höchstem Willen“ beantworten, so der Cottbuser. Und natürlich: Mit sehr vielen Kilometern im Ernst-Abbe-Sportfeld. Sein Kollege Lukas Kwasniok, der in Jena extrem unter Druck steht, will das Publikum mitziehen. Dafür sollen seine Spieler mit Mut in Eins-gegen-Eins-Duelle gehen. Kwasniok hat nämlich festgestellt: „Wir haben das Problem, dass in den 13 Spielen, in denen ich Trainer bin, noch kein einziger Elfmeter für uns gepfiffen wurde, dass wir in den 25 Metern vor dem Tor nicht einen Freistoß hatten.“ Sein Plan: Das soll sich am Samstag ändern.

Für Jena muss sich tatsächlich so einiges ändern. Seit August haben die Thüringer im heimischen ­Stadion nicht mehr gewonnen. Und die Tendenz ist dramatisch: Nach zwei Jahren 3. Liga droht der Rückfall in die Regionalliga Nordost, in der Jena und Energie noch in der Saison 2016/17 erbittert um den Aufstieg gekämpft hatten.

Dorthin will aber keines der beiden Teams zurück. Der Vorstellung, in der kommenden Saison wieder Auswärtsspiele mit deutlich kürzerer Anreise als nach Jena zu haben, können die Cottbuser am Samstag im wahrsten Sinne des Wortes davonlaufen. Am besten mehr als 120 Kilometer weit.

 Aufstellung Carl Zeiss Jena
Aufstellung Carl Zeiss Jena FOTO: LR
 Luke Hemmerich (l.) und Streli Mamba stehen für den Cottbuser Stil: Mit schnellen Sprints und vielen Metern soll Jena am Samstag bezwungen werden.
Luke Hemmerich (l.) und Streli Mamba stehen für den Cottbuser Stil: Mit schnellen Sprints und vielen Metern soll Jena am Samstag bezwungen werden. FOTO: Steffen Beyer