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| 19:02 Uhr

Fussball
Petersen glaubt an Energies Klasse

Nils Petersen (29) verfolgt auch im Trainingslager der Nationalmannschaft die Aufstiegsspiele seines Ex-Vereins Energie Cottbus.
Nils Petersen (29) verfolgt auch im Trainingslager der Nationalmannschaft die Aufstiegsspiele seines Ex-Vereins Energie Cottbus. FOTO: dpa / Christian Charisius
Eppan/Cottbus . Auch im WM-Trainingslager in Südtirol verfolgt Nils Petersen den Weg seines ehemaligen Clubs Energie Cottbus zurück in die 3. Liga. Und er zeigt sich vor dem Aufstiegsspiel am Sonntag zuversichtlich.

Von 2009 bis 2011 spielte der heutige Freiburger in der Lausitz und feierte hier seinen Durchbruch als Top-Angreifer. Nach dem 3:2-Sieg des FCE am Donnerstag im Hinspiel gegen Weiche Flensburg äußert sich Petersen gegenüber der RUNDSCHAU zum Rückspiel der Cottbuser an diesem Sonntag: „Ich denke, dass die Jungs um die Gefahr wissen, dass es noch nicht in trockenen Tüchern ist. Ein Rückstand würde sicherlich schockierend wirken, aber die Mannschaft um Pele hat zu viel Klasse, um diesen Vorsprung doch noch zu verspielen. Mit dem Publikum im Rücken wird es für die Flensburger schwer, zwei Tore zu erzielen.“

Derweil bereitet sich der 29 Jahre alte Angreifer mit der Nationalmannschaft in Eppan auf die Weltmeisterschaften vor. „Die Trainingsqualität ist eine andere. Ich muss hier jeden Tag an die Grenze gehen“, berichtete Petersen am Freitag in Südtirol. „Total heiß“ sei er: „Ich habe die Hoffnung, auf dem Niveau mitzuschwimmen.“

Mit Freiburgs leisem 15-Tore-Mann Petersen anstelle des Münchner Lautsprechers Sandro Wagner hatte Joachim Löw bei der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders für eine echte Überraschung gesorgt. Timo Werner (22), Mario Gomez (32), Nils Petersen (29) – diese spezielle Mittelstürmermischung könnte in Russland zum Einsatz kommen.

Außenseiter Petersen ist bewusst, dass er im noch 27-köpfigen WM-Aufgebot zu den ersten Streichkandidaten zählt. „Die frohe Botschaft kam schon aus dem Nichts“, sagte der ehemalige Cottbuser Stürmer am Freitag in Eppan. In Energies Zweitliga-Saison 2010/11 war er mit 25 Treffern Torschützenkönig.

Den Urlaub hatte er bereits gebucht, seine Freundin musste ihn stornieren. Und seinem Vater Andreas, der Trainer beim Nordost-Regionalligisten Germania Halberstadt ist, hatte er sogar erst verzögert von seinem Nominierungsglück berichtet. „Mein Vater wäre so euphorisiert gewesen, der hätte das gleich raus posaunt.“

Die unverhoffte WM-Chance geht Petersen mit seinem Lebensmotto an: „Man denkt im Leben, dass man Vieles schaffen und erreichen kann.“ Das nächste Etappenziel des Spätberufenen lautet, nicht zu den vier Spielern zu gehören, die Löw noch aussortieren muss. „Ich hoffe, dass ich noch länger Teil dieser Mannschaft bleiben darf“, sagte der Realist, der sich trotzdem eine WM-Träumerei erlaubt: „Vielleicht kann ich der Überraschungsmoment sein, den keiner kennt.“ Am 4. Juni vergibt VBundestrainer Joachim Löw die 23 WM-Tickets. „Wenn es gut ausgeht, kann es noch länger nach oben gehen“, sagte Petersen in Eppan zu seinem gerade erst begonnenen WM-Sommermärchen. (dpa/jal)

(dpa/sh)