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Erneutes Verfahren wegen Babelsberg-Randale
FC Energie gewinnt Berufung

 Erschreckende Szenen haben sich beim Auswärtsspiel des FC Energie am Freitagabend in Potsdam-Babelsberg abgespielt: Vermummte Randalierer aus dem Cottbuser Block stürmten den Rasen und sorgten mit Raketen und Kanonenschlägen für eine gespenstische Atmosphäre. Schiedsrichter Lars Albert musste die Regionalliga-Partie beim SV Babelsberg zweimal unterbrechen – sie stand kurz vorm Abbruch. Wegen des Einsatzes von Pyrotechnik und Platzstürmungen bei diesem Spiel gab es Sportstrafverfahren gegen den FC Energie.
Erschreckende Szenen haben sich beim Auswärtsspiel des FC Energie am Freitagabend in Potsdam-Babelsberg abgespielt: Vermummte Randalierer aus dem Cottbuser Block stürmten den Rasen und sorgten mit Raketen und Kanonenschlägen für eine gespenstische Atmosphäre. Schiedsrichter Lars Albert musste die Regionalliga-Partie beim SV Babelsberg zweimal unterbrechen – sie stand kurz vorm Abbruch. Wegen des Einsatzes von Pyrotechnik und Platzstürmungen bei diesem Spiel gab es Sportstrafverfahren gegen den FC Energie. FOTO: Sven Bock
Am Mittwoch ist der FC Energie durch das Verbandsgericht des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) informiert worden, dass der Berufung gegen die neuerliche Ahndung der Vorkommnisse beim Auswärtsspiel in Babelsberg am 28. April 2017 in vollem Umfang stattgegeben wurde.

Das Urteil des NOFV-Sportgerichts wurde damit in Gänze aufgehoben, eine mündliche Verhandlung wurde hierfür nicht notwendig. „Nach geltender Rechtsauffassung und unserem Dafürhalten konnte es nur diese Entscheidung geben. Wir sind froh darüber, dass das Verbandsgericht dies genauso gesehen und entsprechend entschieden hat“, zeigt sich Präsident Michael Wahlich erfreut über die Entscheidung.

Der FC Energie hatte am 23. November 2017 ein Urteil der Sportgerichtsbarkeit des Nordostdeutschen Fußballverbands erhalten und mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen. Demnach wurde dem FC Energie eine Geldstrafe von 5000 Euro auferlegt, von denen 2000 Euro in präventive Maßnahmen investiert werden sollen. Zudem sollte bis zum 28. Februar 2018 ein Konzept zur Vermeidung von demokratiefeindlichen Verfehlungen beim Verband vorgelegt werden. Eigentlich war Energie schon im Nachgang der Partie gegen den SV Babelsberg am 28. April, vom NOFV-Sportgericht verurteilt worden. Das Spiel musste zwei Mal unterbrochen werden, aus dem Cottbuser Block stürmten mehrere Personen auf das Spielfeld.

Der Verband begründete das neue Urteil damit, dass weitere - rechtsradikale und antisemitische - Verfehlungen im Fanblock der Cottbuser Anhänger dem NOFV-Sportgericht erst nach Abschluss des vorhergehenden Sportstrafverfahrens gegen den FC Energie Cottbus (wegen des Einsatzes von Pyrotechnik und Platzstürmungen bei diesem Spiel) bekanntgemacht worden seien. Das NOFV- Sportgericht habe deshalb von Amts wegen ein weiteres Sportstrafverfahren gegen den FC Energie Cottbus eingeleitet.

Nach intensiver Prüfung, Beratung und Konsultation des Rechtsbeistandes hatte sich das Präsidium des FC Energie dazu entschlossen, die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel gegen das neuerliche Urteil einzulegen. Die anwaltliche Vertretung des Vereins hatte fristgerecht Berufung gegen das Urteil der Sportgerichtsbarkeit des Nordostdeutschen Fußballverbandes eingelegt und anschließend eine umfassende Begründung derer erarbeitet und beim Sportgericht eingereicht. Mit Erfolg.