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| 11:24 Uhr

Fußball
Petersen verlässt Cottbus „mit Wehmut“

Nils Petersen musste sich mit Freiburg mächtig strecken, ehe der Sieg feststand.
Nils Petersen musste sich mit Freiburg mächtig strecken, ehe der Sieg feststand. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der Ex-Cottbuser Nils Petersen gewann zwar mit dem SC Freiburg gegen Energie im Elfmeterschießen. Ein wenig trauert der Nationalspieler aber auch mit seinem früheren Verein. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Nach dem packenden Fußball-Abend inklusive Verlängerung bekam Nils Petersen dann sogar noch eine Art Mini-Pokal überreicht – die Trophäe für die Ehrung „Die Elf aus 50 Jahren Energie Cottbus“. Die FCE-Fans hatten diese Elf anlässlich des 50. Vereinsgeburtstages vor zwei Jahren gewählt.

Von 2009 bis 2011 hatte Nils Petersen das Energie-Trikot getragen. Mit 25 Toren gelang ihm eine überragende Zweitliga-Saison 2010/11. Anschließend wechselte er für die Cottbuser Rekordablöse von 2,8 Millionen Euro zum deutschen Rekordmeister Bayern München.

Für den 29-jährigen Stürmer war es aber nicht nur wegen des Mini-Pokals eine überaus emotionale Rückkehr in die Lausitz. „Ich wollte es einfach nur genießen. Ich hatte das gleiche Hotelzimmer wie früher, das waren schöne Erinnerungen. Es waren super zwei Tage für mich und es tut mir natürlich heute auch ein bisschen leid für Energie“, erklärte Petersen nach dem Pokal-Krimi am Montagabend im Stadion der Freundschaft.

Nils Petersen und der Fußball-Bundesligist aus dem Breisgau setzten sich am Ende mit 7:5 nach Elfmeterschießen durch und zogen in die 2. DFB-Pokalrunde ein. Nach der Verlängerung hatte es 2:2 gestanden.

Vor 12.245 Zuschauern hatte auch Petersen im Elfmeterschießen getroffen. Kurioserweise nutzte der Nationalspieler dabei sogar die Pfiffe der FCE-Fans auf der Nordwand als Motivation. „Ich habe mir einfach vorgestellt, wie die Fans früher mich hier immer unterstützt haben und dachte mir: ‚Hau das Ding rein so wie früher!‘“, verriet der Angreifer. Zuvor hatte er bereits in der Verlängerung getroffen (1:2/99.) – allerdings erst im zweiten Versuch nach dem verschossenen Elfmeter.

Natürlich pfiffen die Energie-Anhänger dann im Elfmeterschießen bei allen Freiburger Schützen – ansonsten bekamen Nils Petersen und auch Tim Kleindienst aber ganz viel Beifall bei ihrem Auftritt an alter Wirkungsstätte. Und beide spielten eine wichtige Rolle für ihr Team! Denn auch Kleindienst brachte als Einwechsler viel Schwung ins Spiel und gab die Kopfballvorlage zum 1:1-Ausgleichstreffer von Mike Frantz, mit dem die Gäste in der 90. Minute doch noch die Verlängerung erzwangen. Für Energie hatten Marcelo (1:1/47.) und Fabio Viteritti (2:2/103.) getroffen.

Nils Petersen verließ die Lausitz nicht nur mit seiner Trophäe in der Tasche, sondern auch mit gemischten Gefühlen. Einerseits freute er sich natürlich über das Weiterkommen im Pokal mit dem SC Freiburg. An diesem Samstag starten die Breisgauer mit dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt in die neue Bundesliga-Saison. Der Ex-Cottbuser Petersen hatte aber auch etwas Wehmut im Gepäck: „So sehr ich Energie noch immer im Herzen trage, so sehr wollte ich heute mit Freiburg in die 2. Runde einziehen. Ich verfolge Energie weiter, habe noch Kontakte zu dem einen oder anderen und werde auch mit Wehmut nach Hause fahren.“

Am Dienstag meldete sich dann auch Tim Kleindienst via Instagram zu Wort. Auch er bedankte sich bei den Energie-Fans für den „unbeschreiblichen Empfang“. Kleindienst weiter: „Es war schön, wieder in der Lausitz zu sein.“