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| 15:22 Uhr

Fußball
Energie-Neuzugänge – wie viel Spielraum hat Wollitz?

FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat erkannt: „Um echte Verstärkungen zu bekommen, müssen wir Geld in die Hand nehmen.“
FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat erkannt: „Um echte Verstärkungen zu bekommen, müssen wir Geld in die Hand nehmen.“ FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der Energie-Coach wünscht sich Verstärkungen auf mehreren Positionen. Der scheidende Präsident Wahlich macht wenig Hoffnung – wie so oft hängt es an den Finanzen. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Drei Spiele sind es noch für Energie Cottbus bis zur Winterpause in der 3. Fußball-Liga. Und es stellt sich schon jetzt die Frage: Wie viel Spielraum für die von Trainer Claus-Dieter Wollitz gewünschten Verstärkungen ist vorhanden, wenn sich im Januar das Transfer-Fenster öffnet? FCE-Präsident Michael Wahlich, der sein Amt zum Jahresende abgibt, sagte am Montag auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „Qualitätsverbesserungen im Kader kosten nicht nur Ablösen, sondern auch Gehälter im oberen Bereich. Ich sehe keine ernsthaften Möglichkeiten, aktiv zu werden, wenn man bei einer seriösen Buchführung bleiben will.“ Was wie eine Absage an Wollitz klingt, ist Wahlichs nüchterner Blick auf die Zahlen. Sportlich hat auch der Präsident eine andere Meinung. Er betont: „Wenn man das Projekt Klassenerhalt erfolgreich beenden möchte, sind Personalverstärkungen sicher unumgänglich.“

Wollitz hatte nach der 0:2-Niederlage am Samstag gegen den KFC Uerdingen vor allem einen Ersatz für den verletzten Mittelfeld-Chef Tim Kruse angemahnt: „Wir brauchen auf dieser Position einen erfahrenen Spieler. Denn es ist schon jetzt ein brandgefährliches Spiel.“ Kruse hatte sich einen Anriss der Achillessehne zugezogen. Ihm droht deshalb das vorzeitige Karriere-Ende. Im Januar fällt die Entscheidung, ob der Routinier operiert werden muss, oder doch noch einmal zurückkehrt und im Kampf um den Klassenerhalt helfen kann.

Mit Marcelo (Anriss des Innenbandes) und Daniel Stanese (Mittelfußbruch) fallen derzeit zwei weitere Mittelfeldspieler aus. Auch Jonas Zickert und Philipp Knechtel plagen sich nach ihren schweren Knie-Verletzungen weiterhin mit Problemen herum.

FCE-Präsident Michael Wahlich betont allerdings: „Ich sehe keine ernsthaften Möglichkeiten.“
FCE-Präsident Michael Wahlich betont allerdings: „Ich sehe keine ernsthaften Möglichkeiten.“ FOTO: Steffen Beyer

Aber auch auf anderen Positionen sieht Wollitz Handlungsbedarf in der Winterpause. „Eigentlich sollte man noch mehr machen. Um echte Verstärkungen zu bekommen, müssen wir aber Geld in die Hand nehmen“, erklärt der Energie-Coach. Das sieht auch Präsident Wahlich so, der zugibt: „Wir haben sicher alle gesehen, dass es selbst ohne diese Verletztenmisere für diesen Kader in der 3. Liga sehr schwer ist, sich von den Abstiegsplätzen fern zu halten.“ Doch er betont immer wieder die Zwänge, in denen der Verein steckt: „Die Saison ist bis Ende Mai finanziell durchgeplant, es sind ab Januar keinerlei Mehreinnahmen erkennbar.“

Ihm zufolge  könnte es allenfalls etwas Spielraum geben, wenn die Berufsgenossenschaft nach sechs Wochen Ausfallzeit die Gehälter der verletzten Spieler übernehmen muss. Zudem verweist Wahlich auf die sinkenden Zuschauerzahlen und konstatiert ernüchtert: „Am Samstag kamen gegen den Tabellendritten Uerdingen eine Handvoll mehr als letzte Saison gegen Meuselwitz.“ 5526 Zuschauer sahen die 0:2-Niederlage gegen den namhaft besetzten Mitaufsteiger. Der Saison-Schnitt liegt damit bei 7669 Gästen pro Spiel. Energie hat mit durchschnittlich 7500 Zuschauern kalkuliert – allerdings sind die publikumsträchtigen Heimspiele gegen die Ostclubs in dieser Saison alle schon durch.

Wie schwer sich der Aufsteiger mit seinen beschränkten Mitteln auf dem Transfermarkt tut, zeigte sich im bisherigen Saisonverlauf. Die beiden Sommer-Neuzugänge Daniel Stanese und Abdulkadir Beyazit sind bislang nicht die erhofften Verstärkungen. Im Herbst kamen dann noch die damals vertragslosen Dimitar Rangelov, Fabian Holthaus und  Lars Bender für im Drittliga-Vergleich kleines Geld dazu.

Große Sprünge werden wohl auch im Winter nicht möglich sein. Präsident Wahlich fragt rhetorisch das, was viele Energie-Anhänger diskutieren: „Ins Risiko gehen, was bedeutet das im Klartext?“ Die Antwort gibt der scheidende FCE-Präsident selbst: „Geld in die Hand nehmen, von dem man nicht weiß, ob man es je zurückzahlen kann.“