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Neue Farben, neuer Anlauf (mit Video)

Robert Berger will sich in Leipzig als Stammspieler etablieren. Der Weißwasseraner trifft bei Lok auf viele ehemalige Cottbuser. Der QR-Code führt zu einem Video-Interview mit Berger unter www.lr-online.de/berger.
Robert Berger will sich in Leipzig als Stammspieler etablieren. Der Weißwasseraner trifft bei Lok auf viele ehemalige Cottbuser. Der QR-Code führt zu einem Video-Interview mit Berger unter www.lr-online.de/berger. FOTO: Dieter Müller/dmu1
Weißwasser. Der Weißwasseraner Robert Berger (20) will seiner Karriere beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig wieder mehr Schwung verleihen. Höhepunkt für den Verteidiger wird die Rückkehr ins Cottbuser Stadion der Freundschaft. Jan Lehmann

Von Cottbus über Zwickau nach Leipzig. Beim FC Energie und auch beim FSV Zwickau trug der Weißwasseraner Robert Berger viele Jahre ein rotes Trikot, jetzt hat er auch die Farben gewechselt. Neues Trikot, neuer Anlauf. Einen seiner ersten Auftritte im blau-gelben Jersey hatte der 20-Jährige zuletzt sogar in Heimatnähe. In Falkenberg im Elbe-Elster-Kreis trat er mit Lok beim dortigen Kreisoberligisten zum Testspiel an. Berger rackerte wie gewohnt auf der rechten Abwehrseite. Am Tag danach düste er mit seiner neuen Mannschaft ins Trainingslager nach Italien.

Viel Zeit bleibt nicht. In einem Monat beginnt die neue Regionalliga-Saison und Robert Berger hat viel vor. Das Jahr in Leipzig soll seiner Karriere neuen Schwung verleihen - schließlich war die zuvor beim Drittligisten Zwickau etwas ins Stocken geraten. Unter Trainer Torsten Ziegner gehörte der Weißwasseraner in einem wechselhaften Jahr mal zur Stammelf, aber auch mal gar nicht zum Kader. Insgesamt kam er in der abgelaufenen Saison zu 13 Drittliga-Einsätzen und zwei Spielen im Sachsenpokal.

So richtig befriedigend war das nicht - vor allem, weil Berger nicht genügend Vertrauen beim Trainerteam verspürte. Ein möglicher Wechsel zur U23 des 1. FC Köln zerschlug sich in der Winterpause in letzter Sekunde, auch eine Rückkehr zu Energie Cottbus kam nicht zustande.

Nun also Leipzig. Berger hat einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben. Er trifft bei Lok mit Julien Latendresse-Levesque, Paul Schinke, Paul Maurer, Robert Zickert, Djamal Ziane und Nils Gottschick auf viele ehemalige Energie-Spieler. Er ist guter Dinge und berichtet: "Ich habe lange mit dem Trainer Heiko Scholz telefoniert und mich auch mit ihm getroffen. So wie Leipzig spielen will und was sie künftig vorhaben, das hat mich überzeugt. Auch die Struktur im Verein gefällt mir sehr gut."

Lok will sich langfristig als zweite Macht in der Messestadt hinter dem Brause-Riesen RB Leipzig etablieren - in diesem Jahr kommt es in der Regionalliga zudem auch wieder zum Derby gegen Chemie Leipzig. Dass Berger zu einer Mannschaft mit großer Tradition und vielen Fans gewechselt ist, war ihm wichtig: "Die Atmosphäre in so einem Club ist toll." Deswegen habe er sich auch gegen die vorhandenen Angebote aus der 3. Liga entschieden, wo er vermutlich nur einen Platz in der zweiten Reihe zugewiesen bekommen hätte. Der Weißwasseraner will sich als Stammspieler etablieren - und womöglich mit Lok oben angreifen? Der U21-Nationalspieler von Kasachstan - seine Eltern waren 1995 nach Weißwasser gekommen - gibt sich allerdings zurückhaltend: "Wir wollen die bestmöglichen Ergebnisse herausholen. Mal sehen, was dabei rauskommt."

Ein besonderes Spiel dürfte dabei natürlich die Begegnung mit dem FC Energie werden. 2010 war der kampfstarke Abwehrspieler vom KSV Weißwasser an die Lausitzer Sportschule und zum FC Energie gewechselt - bis ihn der damalige Cheftrainer Vasile Miriuta im Winter 2016 eher unsanft zu einem Wechsel nach Zwickau drängte. Berger gibt zu: "Cottbus und der FC Energie, das ist meine Heimat. Es wird bestimmt schön, wieder im Stadion der Freundschaft aufzulaufen. Auch wenn es dann im Leipzig-Trikot sein wird, ich werde natürlich mein Bestes geben."

Der FCE ist für Berger der große Favorit in der bevorstehenden Saison der Regionalliga Nordost. Er sagt: "Energie hatte schon vergangenes Jahr eine gute Mannschaft, von daher werden die bestimmt eine gute Rolle spielen. Aber wir wollen die Cottbuser schon ein bisschen ärgern." So kampfeslustig kennt man den Weißwasseraner schon aus seinen Energie-Zeiten - und so wird man ihn vermutlich auch bald in Leipzig richtig kennenlernen.

Zum Thema:
Als damals 13-Jähriger wechselte Robert Berger im Jahr 2009 von seinem Heimatverein KSV Weißwasser zum FC Energie Cottbus und auf die Lausitzer Sportschule. Unter dem damaligen Cheftrainer Rudi Bommer absolvierte Berger bereits mit nur 15 Jahren sein erstes Training bei den FCE-Profis, die seinerzeit in der 2. Bundesliga spielten. Für den FC Energie absolvierte Robert Berger ein Zweitliga- und 26 Drittliga-Spiele. Nach dem Wechsel im Januar 2016 nach Zwickau kam er beim FSV auf 13 Drittliga-Einsätze.