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Muss Energie jetzt vor Babelsberg zittern?

Rot-weiße Enttäuschung: Trainer Stefan Krämer (l.) und seinem Team fehlte es auch gegen Köln an zündenden Ideen in der Offensive.
Rot-weiße Enttäuschung: Trainer Stefan Krämer (l.) und seinem Team fehlte es auch gegen Köln an zündenden Ideen in der Offensive. FOTO: Winter/owe1
Cottbus. Energie Cottbus sucht weiterhin sein Selbstverständnis aus der Hinrunde. Beim 1:1 gegen Fortuna Köln blieben die Lausitzer zum vierten Mal in Folge ohne Sieg. Und nun folgt das wichtige Pokalspiel in Babelsberg. Frank Noack

Allerspätestens in der 46. Minute war klar: Dieses Spiel läuft ganz und gar nicht in die richtige Richtung. Als der Ball direkt vor der Cottbuser Bank ins Aus sprang, wollte ihn Energie-Trainer Stefan Krämer mit einem schwungvollen Kick zum einwerfenden Kölner Spieler passen. Krämers Pass misslang jedoch - wie so viele Dinge beim dürftigen 1:1 (1:1)-Remis des FC Energie am Samstag gegen Fortuna Köln.

Die Lausitzer verpassten auch diesmal das befreiende Erfolgs erlebnis und haben aus den zurückliegenden vier Partien nur zwei Punkte geholt. Zu wenig, um näher an die Aufstiegsränge der 3. Fußball-Liga ranzurücken, die für den Tabellensiebten auch weiterhin sieben Zähler entfernt sind. "Mit so einer Leistung reicht es einfach nicht für ganz oben. Da beißt die Maus keinen Faden ab", sagt Krämer und ergänzt mit Blick auf das wichtige Pokal-Halbfinale gegen Regionalligist SV Babelsberg am Mittwoch um 19 Uhr: "Wir haben momentan die schwerste Phase in dieser Saison, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt."

Kapitän Uwe Möhrle erklärt: "Wir stecken derzeit in einem Loch und kommen nicht an unser Limit ran. Das merkt man unserem Spiel einfach an."

Die 90 Minuten gegen hoch motivierte, aber keinesfalls überragende Kölner legten diese Defizite schonungslos offen. Klar, Energie will! Dieser Wille ist dem Team nicht abzusprechen. Nach einer schwachen ersten Halbzeit und einer lautstarken Kabinenansprache in der Pause wurde das Spiel des FCE in der zweiten Halbzeit zumindest etwas besser. In der drangvollen Schlussphase hätte durchaus auch das Siegtor fallen können. Unter dem Strich verfestigte sich jedoch das Bild: Es läuft derzeit einfach nicht. "Wir haben gegen eine Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte wieder nicht gewonnen. Das ist eigentlich nicht unser Anspruch", meint Ronny Garbuschewski. Dabei war das Remis leistungsgerecht. Energie ging durch Sven Michel - der per Kopf traf - in der 20. Minute in Führung. Ebenfalls noch in Halbzeit eins sorgte Thiemo- Jerome Kialka (37.) für den Ausgleich der Gäste, die auch noch zwei Lattentreffer zu verzeichnen hatten.

Das Tor von Kialka fiel übrigens aus einer Ecke, also erneut nach einer Standardsituation. Mit diesen Konzentrationsschwächen macht sich Energie seit Wochen selbst das Leben schwer. "Das war gefühlt das zehnte Tor aus einem Standard in der Rückrunde, unglaublich", konstatiert Garbuschewski. Der Frust war auch Cedrick Mimbala anzu sehen: "Es ärgert uns, dass wir immer wieder Gegentore durch Standards bekommen, obwohl es eine klare Zuteilung gibt."

Energie ist derzeit also weder körperlich noch mental in Bestform. In der Liga wird es enorm schwer, noch einmal in den Aufstiegskampf einzugreifen. Zuerst wartet jetzt jedoch das Pokalspiel in Babelsberg. Muss Cottbus also sogar vor dem Regionalligisten zittern? "Wenn wir so spielen wie heute, dann wird es natürlich auch in Babelsberg schwer", warnt Torsten Mattuschka unter dem Eindruck des Köln-Spiels.

Dabei steht am Mittwoch für die Lausitzer einiges auf dem Spiel. Mit einem Sieg gegen den vermeintlich härtesten Rivalen in diesem Wettbewerb wäre der FCE dem Einzug in die 1. Runde des DFB-Pokals einen großen Schritt nähergekommen. Dort gibt es viel Geld zu ver dienen. In der laufenden Saison hat der Deutsche Fußball-Bund in der 1. Runde 140 000 Euro an die Amateurvereine ausgeschüttet. Geld, dass Energie sehr gut gebrauchen kann. "Für den Verein ist es das wichtigste Spiel der Saison", erklärt Kapitän Möhrle.

Als Drittligist braucht Energie vor Babelsberg nicht zu zittern - muss sich aber gewaltig steigern.