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Fußball
Auf dem Weg zum Publikumsliebling

Moritz Broschinski konnte sich gegen die Prager Erstliga-Abwehr immer wieder behaupten.
Moritz Broschinski konnte sich gegen die Prager Erstliga-Abwehr immer wieder behaupten. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die etatmäßigen Angreifer bei Energie Cottbus sind nicht richtig fit – doch dafür präsentiert sich Youngster Moritz Broschinski überraschend auffällig. Gibt er als nächstes Talent aus dem Energie-Nachwuchs sein Debüt in der Regionalliga?

Wie verdient man sich im Cottbuser Stadion der Freundschaft Sympathien? Klar, mit vollem Einsatz. Das hat Energie-Youngster Moritz Broschinski offenbar schon voll verinnerlicht. Bei der Regionalliga-Generalprobe des FCE am zurückliegenden Samstag gab es für den 17-Jährigen jedenfalls viel Beifall, weil er sich wie einst Steffen Baumgart über das Spielfeld wühlte, wie Timo Rost keinen Zweikampf scheute oder wie Dennis Sörensen ein bemerkenswertes Laufpensum an den Tag legte.

Beispielhaft war die Szene vor dem zweiten Cottbuser Treffer. Broschinski ging einem vermeintlich schon verlorenen Ball hinterher, setzte sich gegen zwei tschechische Erstliga-Recken durch und konnte nur durch ein Foul gestoppt werden. Freistoß, Kopfballablage, Tor durch Marc Stein – so einfach ist Fußball manchmal. Schon das Cottbuser Führungstor hatte Broschinski mit einem beherzten Lauf über den rechten Flügel eingeleitet.

Kleiner Lohn für Broschinski: Beim Fußball-Portal FuPa Brandenburg wählten ihn 32 Prozent der Leser des Livetickers zum Mann des Spiels. Trainer Claus-Dieter Wollitz hat den positiven Auftritt des Youngsters, der erst zu Jahresbeginn einen Vertrag bis 2020 unterschrieben hatte, wohlwollend registriert.

Er betonte vor dem Regionalliga-Start am Sonntag bei Chemie Leipzig: „Ich brauche fitte Spieler. Die dann so wie Broschins­ki im richtigen Augenblick steil gehen, die im richtigen Moment den Zweikampf suchen. Und der Junge ist ja noch lange nicht ausgereift, der ist 17 Jahre alt – aber vom Willen her passt das.“

Wollitz hatte Broschinski in den vier Testspielen viel Einsatzzeit gegeben – wohl auch der Tatsache geschuldet, dass mit Streli Mamba (Muskelverletzung), Kevin Scheidhauer (Infekt) und Benjamin Förster (Trainingsrückstand) drei etatmäßige Angreifer nur teilweise oder gar nicht mitwirken konnten. Der Trainer erklärte: „Ich hätte auch keine Probleme damit, Broschinski in der Regionalliga spielen zu lassen. Er ist mir letztes Jahr aufgefallen in der U17 im Pokal-Endspiel und dann habe ich ihn gegen Hertha gesehen, als sie aufgestiegen sind. Ein bisschen ärgerlich ist für mich, dass er im Nachwuchs auf der Außenbahn eingesetzt wird. Für mich ist er kein Außenbahnspieler. Da muss ich mal sehen, ob ich noch etwas Einfluss nehme.“

Dass Broschinski weiter für den FCE kickt, ist wohl auch Wollitz zu verdanken. Er berichtete von den Verhandlungen um den Vertrag: „Hektik kam rein, als Moritz beim Länderpokal war und andere Clubs ihn plötzlich haben wollten. Aber der Berater hat das Vertrauen in mich, dass ich junge Spieler und gerade Stürmer entwickeln kann. Sonst wäre der Junge auch weggewesen.“

So kann der Youngster mit dem Kämpferherz nun versuchen, die nächste Stufe im Stadion der Freundschaft zu erreichen – vom Sympathieträger zum Publikumsliebling. Der Weg dahin ist natürlich lang und müsste vermutlich mit einigen Pflichtspiel-Toren gepflastert werden. Gut möglich, dass der 17-Jährige schon in den kommenden Wochen dazu die ersten Gelegenheiten bekommt.