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| 16:21 Uhr

Fußball
Mit VIDEO! Zimmers Suche nach dem Knopf

Maximilian Zimmer (r.) war im Aufstiegsjahr einer der wichtigsten FCE-Profis. In der 3. Liga klemmt es bei der 26-Jährigen noch etwas.
Maximilian Zimmer (r.) war im Aufstiegsjahr einer der wichtigsten FCE-Profis. In der 3. Liga klemmt es bei der 26-Jährigen noch etwas. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie-Profi Maximilian Zimmer hat in der 3. Liga noch Probleme mit dem Umschaltspiel. Der Mittelfeldspieler vermisst den Ballbesitz. Gehört er gegen Großaspach zur Startelf? (mit RUNDSCHAU-Video) Von Jan Lehmann

Es war ein Tor wie auf Knopfdruck zum perfekten Zeitpunkt: Vor nicht einmal vier Monate trat Maximilian Zimmer zu einem der wichtigsten Freistöße seiner bisherigen Karriere an. Und der Energie-Profi sagte danach: „Ich wusste, dass ich ihn reinmache.“ Die traumhafte Flugkurve des Balles zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung beim Aufstiegshinspiel gegen Weiche Flensburg hat in der Vereinsgalerie der besonderen Energie-Tore einen Ehrenplatz – weil sie so wunderschön und so wichtig war.

Zimmer erzielte in seinem ersten Jahr in Cottbus insgesamt 13 Tore und bereitete 21 Treffer vor – eine Bilderbuch-Saison, gekrönt mit Aufstiegsjubel. Umso überraschender ist, dass der 26-Jährige nun einen holprigen Start ins Spieljahr erlebt. Vor dem Heimspiel am Samstag gegen die SG Sonnenhof Großaspach ist nicht sicher, ob der 26-Jährige in der Cottbuser Startelf steht.

Zimmer und die 3. Liga, das passt noch nicht so richtig. Gegen Würzburg war er nicht im Kader, zuletzt gegen 1860 München brachte Trainer Claus-Dieter Wollitz den Stammspieler nur von der Bank. Er sagt: „Maxi hat ein bisschen sein Selbstvertrauen verloren.“

Es sieht so aus, als ob die Umstellung auf die neue Liga für Zimmer besonders kompliziert ist. Während die Cottbuser in der Regionalliga extrem viel Ballbesitz hatten und weit in der Hälfte des Gegners agierten, sieht das in der 3. Liga anders aus. Angesichts der Spielstärke und physischen Wucht  der Gegner müssen sie deutlich tiefer stehen.

Energie muss also oft den Schalter von Ballbesitz auf Umschaltspiel umlegen – und zwar genau in Zimmers Wirkungsbereich. Er soll in der Schaltzentrale im Mittelfeld der Umschaltspieler sein. Klingt simpel, ist kompliziert: Zimmer erklärt: „Ich bin ein Spieler, der Aktionen mit dem Ball initiiert. Ich bin auch damit groß geworden, immer den Ball zu haben. Das war bei Hertha so und in den Jugend-Nationalmannschaften. An das Umschaltspiel muss ich mich noch gewöhnen.“

Der (Um)Schalter klemmt offensichtlich noch, das frustriert. Zimmer sagt offen: „Ich wurde einige Male auch relativ früh ausgewechselt, das gefällt natürlich keinem Spieler.“ Weniger Ballkontakte, mehr defensive Zweikämpfe, viel Gegenwehr – Trainer Wollitz weiß, wie sehr das seinen Mittelfeldspieler beansprucht. Er betont: „Spieler auf diesen Positionen sind sehr sensibel.“ Wollitz beschreibt: „Maxi hört auf dem Spielfeld alle Geräusche, sieht alle Mimiken, sieht alle Körpersprachen, sieht alle Reaktionen.“

Die waren angesichts von vier sieglosen Spielen in der Liga und dem bitteren Aus im DFB-Pokal zuletzt nicht sonderlich euphorisch – und mit der Stimmungskurve sank auch Zimmers Formkurve. Doch Trainer Wollitz gibt Rückhalt und betont: „Wir wollen Maxi dahin bringen, dass er selbstbewusst und überzeugt seine Art des Fußballs weiter interpretiert. Wenn er seine Selbstverständlichkeit hat, ist er ein Topspieler für uns.“

Zimmer bleibt zuversichtlich: „Ich denke, dass ich mich schnell an die Liga gewöhnen werde. Das Selbstverständnis kommt zurück, mit guten Spielen, mit Toren oder Vorlagen.“ Vielleicht findet der FCE-Profi am Samstag gegen Großaspach ja auch den Freistoßknopf vom Flensburg-Spiel wieder. Der Zeitpunkt wäre erneut nicht der schlechteste.