| 02:39 Uhr

Mit Tempo in den Club der Zwanziger?

Streli Mamba hat in vier Liga-Spielen in dieser Saison bereits sechsmal getroffen.
Streli Mamba hat in vier Liga-Spielen in dieser Saison bereits sechsmal getroffen. FOTO: Marcus Schädlich
Cottbus. Eigentlich hatte es ja nur kurze 3,87 Sekunden gedauert, bis Streli Mamba Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz davon überzeugen konnte, dass er ein Spieler mit ziemlich großem Potenzial ist. Das war vor gut einem Jahr, bei dem Sprinttest über 30 Meter. Jan Lehmann und Frank Noack

Der damalige Probespieler Mamba stellte sofort die Bestzeit auf und ersprintete sich in der Folgezeit so seinen Vertrag beim FC Energie.

Doch Fußball ist eben keine Leichtathletik - und so war es keine Frage von Sekunden, sondern von Monaten, ehe der 23-Jährige dieses Potenzial tatsächlich für den FCE in Pflichtspielen auf den Platz bringen konnte. Dass Mamba nun nach vier Regionalliga-Spieltagen mit sechs Treffern die Torschützenliste anführt, ist das Ergebnis seiner stetigen Entwicklung. Zum Vergleich: In der Vorsaison waren ihm insgesamt sieben Treffer gelungen.

Nach seinem Tore-Doppelpack beim 4:0-Auswärtssieg am Sonntag in Auerbach erklärte der Angreifer: "Ich habe derzeit einen sehr guten Lauf. Der Unterschied zur vergangenen Saison ist, dass ich vor dem Tor jetzt viel gelassener bin. Ich kann mich für die Unterstützung durch das Trainerteam und bei der Mannschaft nur bedanken. Jetzt klappen halt Dinge, die vor einem Jahr noch nicht geklappt haben. Aber damals war ich neu und musste mich als Probespieler erst durchsetzen."

Inzwischen ist Mamba sogar die Nummer eins im Cottbuser Angriff, Benjamin Förster hat sich mit seiner unnötigen Rotsperre selbst etwas ins Hintertreffen gebracht. Trainer Wollitz: "Mamba belohnt sich jetzt dafür, dass er uns als Trainerteam im vergangenen Jahr wirklich vertraut hat. Ich weiß, wie Stürmer funktionieren und wie man sie formt. Wenn er gesund bleibt und die Bodenhaftung beibehält, wird er noch viele Tore schießen."

Bei der bisherigen Torquote des schnellen Mannes steht da eine beträchtliche Zahl in Aussicht. Vielleicht kann Mamba ja sogar in den elitären Kreis der Cottbuser Torjäger vordringen, die mehr als zwanzig Saisontore erzielten. Laut dem Energie-Museum (fcenergie-museum.de) haben es in nunmehr 51 Jahren Vereinsgeschichte bisher nur vier Spieler in den Club der Zwanziger geschafft: Heinz Stamer (1966/67), Peter Effenberger (1969/70), Nils Petersen (2010/11) - und natürlich Detlef Irrgang.

Der "Fußballgott" knackte die 20er-Schallmauer sogar gleich dreimal - in drei verschiedenen Ligen. In der DDR-Liga Staffel A erzielte er 25 Saisontore (1987/88), in der NOFV-Oberliga Mitte 20 Treffer (93/94) und in der Regionalliga Nordost 24 Tore (95/96).

In der sagenumwobenen Aufstiegssaison 1996/97 traf Irrgang dann zwar "nur" 13 Mal. Doch seine beiden Treffer im Relegations-Rückspiel gegen Hannover 96 waren dafür umso wichtiger für das Cottbuser Fußballwunder.

Auch in dieser Saison könnten für den FCE noch nevenaufreibende Aufstiegsspiele anstehen. Bis dahin ist es für Streli Mamba und seine Kollegen trotz des perfekten Saisonstarts allerdings noch ein weiter Weg. Und dafür sind nicht nur Sprintstärke, sondern auch Marathonqualitäten gefragt.