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| 08:12 Uhr

Karriere-Ende mit nur 27 Jahren (mit VIDEOS)
Energie-Aufstiegsheld Zimmer hat schon neue Pläne

FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Diese Nachricht ist schmerzhaft für die Fans von Energie Cottbus: Mit Maximilian Zimmer beendet ein FCE-Aufstiegsheld seine Karriere – im Alter von nur 27 Jahren. Der Publikumsliebling hat nun neue Pläne.

Die Nachricht via Instagram verbreitete sich am Donnerstagabend rasend schnell unter den Fans von Energie Cottbus: Maximilian Zimmer hat sein Karriere-Ende bekannt gegeben. Der 27-Jährige schreibt, er habe lange überlegt, sei aber „zu dem Ergebnis gekommen, dass es für meine Gesundheit nach dem dritten Kreuzbandriss besser ist Schluss zu machen und auf meinen Körper zu hören.“ Der Mittelfeldspieler mit der filigranen Ballbehandlung schreibt: „Ich konnte leider nie sehen, wohin die Reise hätte gehen können, da mich meine Verletzungen immer wieder zurück geworfen haben.“ Im Januar hatte er die bittere Diagnose bekommen, dass er sich im Trainer erneut das Kreuzband gerissen hat. Das 0:1 gegen Eintracht Braunschweig im Dezember 2018 bleibt damit sein letzte Spiel als Profi-Fußballer.

Im Nationalteam mit Götze und ter Stegen

Zimmers Karriere ist ein Beispiel dafür, wie schmal der Grat zwischen Topstar und vorzeitigem Karriere-Ende sein kann. Als Nachwuchsspieler bei Hertha BSC hatte sich der einstige Junioren-Nationalspieler zum ersten das Kreuzband gerissen, in einer Phase, als es bei ihm gerade richtig losgehen sollte. Damals musste er viermal operiert werden und fiel zwei Jahre aus. Zuvor hatte er in der deutschen Junioren-Nationalmannschaft mit heutigen Größen wie Mario Götze (Borussia Dortmund), Shkodran Mustafi (FC Arsenal) oder Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) gespielt. Doch während die ehemaligen Mitspieler ganz oben ankamen, musste sich Zimmer im Profi-Bereich über Kaiserslautern, wo er sich nicht durchsetzen konnte, den SV Babelsberg und den Berliner AK langsam zurückkämpfen.

Bei Energie Cottbus schien der Mittelfeldspieler wieder sein fußballerisches Glück gefunden zu haben. In einer überragenden Regionalliga-Saison war Zimmer im Spieljahr 2017/18 einer der entscheidenden Spieler beim FCE. Unvergessen bleibt wohl sein Freistoßtor in Kiel, als Energie den SC Weiche Flensburg im ersten der beiden Aufstiegsspiele dank zweier Zimmer-Treffer mit 3:2 besiegte. Beim 0:0 im Rückspiel war der Mittelfeldregisseur dann die entscheidende Anspielstation. Als es darum ging, das so wichtige Ergebnis über die Zeit zu bringen, spielte Zimmer als eine Art Libero die Partie souverän zu Ende - und konnte danach mit dem FCE eine rauschende Aufstiegsparty feiern.

Nun bedankt er sich bei den Energie-Fans und schreibt, dass der Aufstieg mit Energie „immer sehr weit oben stehen in meinen Erinnerungen“ stehen werde. Er fügt an: „Aber wie man so schön sagt, man sieht sich immer zweimal im Leben.“

Und dafür hat der 27-Jährige schon einen Plan. Mit seiner Frau Ewelina und seinem zwei Monate alten Sohn Matteo will er in Berlin bleiben, und sich eine neue berufliche Existenz aufbauen. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage berichtete Zimmer am Freitag, dass zwar noch einige Formalitäten geklärt werden müssten, er aber eine Umschulung zum Kaufmann für Finanzen und Versicherungen für Profi-Fußballer plane. Dafür will er zwei Jahre bei einer Berliner Agentur für Profisportler arbeiten. Zimmer erklärt: „Ganz weg wäre ich damit nicht vom Fußball, aber ich möchte gern einen Beruf haben, bevor ich meine Trainerscheine machen.“

Es ist also gut möglich, dass die Energie-Fans den Publikumsliebling eines Tages auch wieder im Stadion der Freundschaft erleben werden – dann aber vermutlich auf der Trainerbank.

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