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| 21:05 Uhr

Fußball
Mit Fünferkette zum Auswärtsdreier

Kaiserslautern - Energie Cottbus FOTO: imago/Eibner / Eibner-Pressefoto
Kaiserslautern . Energie Cottbus überrascht mit einigen Umstellungen und gewinnt in der 3. Liga beim 1. FC Kaiserslautern mit 2:0 (0:0). Der Aufsteiger macht in der Tabelle einen Satz nach oben. Von Jan Lehmann

Dieser Auswärtssieg war eine taktische Meisterleistung: Energie Cottbus gewann am Freitagabend  bei Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern mit 2:0 (0:0) und kletterte in der Tabelle der 3. Fußball-Liga auf den 11. Platz. Für den Aufsteiger ist es erst der zweite Auswärtssieg in der laufenden Saison. Die Gäste überraschten Kaiserslautern mit einigen Umstellungen und zielstrebigem Konterspiel. Marc Stein sorgte in der 48. Minute für die Cottbuser Führung. Als der Druck der Gastgeber immer größer wurde, erzielte Lasse Schlüter das 2:0 (75.).

Energie-Trainer Claus Dieter ­Wollitz überraschte mit seiner Start­elf auf dem Betzenberg gleich doppelt. Erstens stürmte Streli Mamba als einzige Spitze. Rückkehrer Dimitar Rangelov und Kevin Scheidhauer, die beim 2:1-Heimsieg gegen Carl Zeiss Jena gut harmonierten, saßen zunächst auf der Bank. Und zweitens beorderte Wollitz den erst 18-jährigen Leon Schneider in die Innenverteidigung an die Seite von Kapitän Marc Stein und José-Junior Matuwila. Wollitz setzte also auf eine Fünferkette in der Abwehr.

Das Ziel war klar: Bloß nicht wieder ein frühes Gegentor kassieren wie im letzten Auswärtsspiel bei Fortuna Köln (1:3)! Trotzdem gab es bereits nach sechs Minuten die erste Schrecksekunde. Denn Stein verletzte sich im Zweikampf, als er sich Dominik Schad in den Weg stellte. Stein blieb benommen liegen und musste dann mit blutender Nase vom Rasen. Nach kurzer Behandlungszeit kehrte der Kapitän jedoch zurück auf den Rasen.

Und das überraschende Cottbuser Konzept ging auch in der ­Folgezeit sehr ordentlich auf. Die Gefahr für das Gäste-Tor von Keeper Avdo Spahic hielt sich in Grenzen, die Energie gut verteidigen konnte. Die Gast­geber hatten zwar wie erwartet insgesamt mehr Ballbesitz, trotzdem blieb es beim 0:0 zur Pause. Fabio Viteritti hatte in der 18. Minute einen Hauch der Torchance für den FCE. Sein Schuss ging allerdings mit Sicherheitsabstand am Lauterer Tor vorbei.

Ein absoluter Volltreffer war dagegen der Wiederbeginn der Gäste aus der Lausitz, die von etwa 1000 Fans in die Pfalz begleitet wurden. Denn nach einem Freistoß von Fabian Holthaus schraubte sich Marc Stein in der 48. Minute am höchsten und setzte sich im Luftkampf gegen André Hainault durch. Für den Kapitän ist es bereits der vierte Saisontreffer. Auch in der Vorwoche gegen Jena hatte er per Kopf getroffen.

Nach dem Energie-Führungstor wurde die Partie hitziger. Und der FCK, der sich nach holprigem Saisonstart in den letzten Wochen immer besser zusammengefunden hat, verstärkte seine Offensiv-Bemühungen. Nach etwa einer Stunde wurde dieses Auswärtsspiel dann endgültig zur Abwehrschlacht für den Aufsteiger. Auch der junge Leon Schneider machte inmitten dieses hitzigen Drittliga-Gefechts einen erstaunlich abgeklärten Eindruck. Mit Lasse Schlüter anstelle von Felix Geisler brachte Wollitz eine weitere Ver­stärkung des Abwehrbollwerks.

In der 74. Minute hatte Energie dann Glück, als Lautern mehrere Chancen nicht nutzen konnte. Unter anderem verpasste der eingewechselte Eilias Huth den Ausgleichstreffer. Kurz danach sorgte Lasse Schlüter mit dem 2:0 (75.) für die Vorentscheidung. Er bekam den Ball von Streli Mamba auf­gelegt und schloss den mustergültigen Konter ab. „Oh, wie ist das schön“, sangen die mitgereisten Energie-Fans. Der Anhang der Roten Teufel war dagegen bedient. Auch in der Schlussviertelstunde fiel den Hausherren nicht mehr viel ein. Die Cottbuser Fünferkette war am Freitagabend nicht zu bezwingen – der Auswärtsdreier also durchaus verdient.

Hier gibt es alles noch mal zum Nachlesen im Liveticker

Kaiserslautern - Energie Cottbus FOTO: imago/Eibner / Eibner-Pressefoto