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Fußball
Mentalitätsfrage: Wie ernst nimmt der FC Energie den Liga-Letzten?

Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Cottbus und Luckenwalde gab es im Landespokal-Finale. Kevin Weidlich (M.) und der FCE dominierten klar.
Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Cottbus und Luckenwalde gab es im Landespokal-Finale. Kevin Weidlich (M.) und der FCE dominierten klar. FOTO: Steffen Beyer / LR
Cottbus. Cottbus ist am Samstag gegen Luckenwalde klarer Favorit. Wollitz warnt vor Gedankenspielen.

Es ist schon verlockend: Wenn Energie Cottbus am Samstag (13.30 Uhr/Liveticker bei LR-Online) im Stadion der Freundschaft den FSV Luckenwalde empfängt, gibt es etwa 430 Kilometer Luftlinie entfernt fast zeitgleich ein durchaus interessantes Aufeinandertreffen.

In der Südwest-Staffel treten mit Gastgeber Kickers Offenbach und dem 1. FC Saarbrücken die beiden dominierenden Teams dieser Regionalliga aufeinander. Was das mit Cottbus zu tun hat? Offenbach und Saarbrücken sind heiße Kandidaten für die beiden Relegationsplätze, die der Südwesten belegen darf – und könnten so im kommenden Mai Gegner des FC Energie in den brisanten Aufstiegsspielen zur 3. Liga sein. Denn dass der FCE die Meisterschaft im Nordosten gewinnt, ist angesichts von bisher elf Siegen aus zwölf Spielen ebenfalls durchaus im Bereich des Möglichen anzusiedeln.

Um es unter uns zu sagen: Alles andere wäre mittlerweile sogar eine echte Fußballüberraschung.

Also könnten sich doch Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz und sein Betreuerkollegen schon ein bisschen mit den künftigen Gegnern beschäftigen und beispielsweise das Spiel in Offenbach etwas genauer unter die Lupe nehmen, oder?

Mit diesem Vorschlag erntet man bei Wollitz allerdings ein eindeutiges Statement: „Völliger Schwachsinn“.

Der Trainer weiß zwar, dass die bisherige Überlegenheit seines Teams in dieser Liga solche Gedankenspiele befördert. Zuletzt hatte Fürstenwaldes Trainer Matthias Mauksch ja auch schon ohne jeglichen Scherz bemerkt, die Regionalliga-Partien seien für den FCE ohnehin nur Vorbereitungsspiele für die bevorstehende Relegation.

Doch Wollitz erwidert: „Wir sind gut, wir können auch kicken, wir können auch knifflige Spiele für uns entscheiden – aber wir haben erst zwölf Spiele gespielt.“ Er betont: „Wir müssen jeden Gegner ernst nehmen, weil wir sehen, dass uns in jedem Spiel alles abverlangt wird.“

Ganz klar, das ist die einzig vernünftige, weil wirklich professionelle Einstellung als Fußballtrainer. Wir kennen alle die Geschichten mit Pferden, Apotheken und späten Abstiegsgegentoren gegen die zweite Mannschaft von Mainz 05.

Wollitz hat zudem noch eine andere Begründung dafür, dass die anderen Regionalligen für ihn aktuell noch nicht wichtig sind. Er beschreibt: „Diese beiden möglichen  Spiele haben dann sowieso ganz andere Voraussetzungen. Da geht es dann darum, wer die Situation besser annehmen kann, wer sie besser annehmen will.“

Also eine Mentalitätsfrage. In dieser Hinsicht ist das Spiel gegen Luckenwalde ein weiterer guter Test. Gegen den bisher ziemlich desolaten Tabellenletzten gilt es für die Energie-Profis zu beweisen, dass ihr Fokus komplett auf den Rasen des Stadions der Freundschaft gerichtet ist – und sie sich (noch) nicht mit Dingen beschäftigen, die 430 Kilometer Luftlinie entfernt passieren.

Aufstellung fce luckenwalde
Aufstellung fce luckenwalde FOTO: Hellmann / LR