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| 09:16 Uhr

Fußball
Verleiht Energie einige Jungprofis?

Beim 2:0 gegen Dukla Prag in Finsterwalde konnten Lokalmatador Moritz Broschinski (r.) und seine jungen FCE-Kollegen in der Schlussphase den Prestige-Erfolg für Energie Cottbus über die Zeit bringen.
Beim 2:0 gegen Dukla Prag in Finsterwalde konnten Lokalmatador Moritz Broschinski (r.) und seine jungen FCE-Kollegen in der Schlussphase den Prestige-Erfolg für Energie Cottbus über die Zeit bringen. FOTO: LR / Christiane Weiland
Finsterwalde. Mit dem 2:0 gegen Dukla Prag setzt Energie Cottbus ein Achtungszeichen. Auch die jungen Spieler trumpfen auf. Trainer Wollitz würde aber gern einige verleihen, um ihnen zu mehr Spielpraxis zu verhelfen. Von Jan Lehmann

Großer Augenblick für Energie-Jungprofi Moritz Broschinski. Als er am Sonntag beim FCE-Testspiel gegen Dukla Prag in Finsterwalde eingewechselt wird, schlägt sicher nicht nur sein Herz höher. Im Stadion des Friedens sind seine Familie und viele Freunde dabei, um den 17-Jährigen in seiner Heimatstadt das Energie-Trikot tragen zu sehen.

Beim 2:0-Sieg gegen Dukla kommt der Finsterwalder mit vielen seiner jungen Kollegen aus dem FCE-Kader nach einer knappen Stunde aufs Feld. Bis dahin hatte Energie – bis auf den geschonten Kevin Weidlich in Bestbesetzung – gegen den Erstligisten eine überzeugende Leistung abgeliefert. Streli Mamba hatte das druckvolle Cottbuser Spiel mit dem 1:0 (51.) belohnt. Die junge, zweite Garde ließ sich danach den Sieg nicht mehr nehmen. Zwar hatten Broschinski und Co. anfangs Probleme, Prag ebenfalls unter Druck zu setzen. Doch bei einem Konter traf Felix Geisler abgefälscht zum 2:0 (72.). 1350 Zuschauer im Stadion des Friedens freuten sich über einen Achtungserfolg und die gute Frühform der Mannschaft.

Für Moritz Broschinski war es ohnehin ein toller Tag: „Ich habe immer davon geträumt, mal im Energie-Trikot in Finsterwalde zu spielen. Das ist jetzt in Erfüllung gegangen, aber nun geht es weiter.“ Broschinski hat viel vor. Er sagt: „Ich möchte mir einen Platz im Kader erkämpfen.“ Gegen Nordhausen (2:1) hatte er schon in der Regionalliga getroffen. Ein Drittliga-Tor ist sein nächstes Ziel. Die U-23-Regel in der 3. Liga hilft dabei vielleicht ein bisschen. Demnach müssen mindestens vier Spieler im 18er-Kader stehen, die für eine DFB-Auswahl spielberechtigt sind und am 1. Juli der Spielzeit das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Davon hat Claus-Dieter Wollitz genügend: Am Samstag beim 9:0- Sieg bei Kreisoberligist SG Sielow hatte der Cheftrainer in der ersten Hälfte mit Max Grundmann (19 Jahre), Leon Schneider (18), Jonas Zickert (20), Felix Geisler (21), Niklas Geisler (17) und eben Broschinski (17) gleich sechs dieser Youngster aufs Feld geschickt. Nach der Pause kamen noch Malte Karbstein (20) und Philipp Knechtel (22) dazu. Alle willig, alle kämpfen um ihren Platz.

Für Wollitz ist dieser jugendliche FCE komfortabel und kompliziert gleichermaßen. Einerseits sieht er das große Potenzial. Andererseits kann er nicht allen Einsatzzeit geben. Er betont: „Diese Jungs kommen aber nur über Spiele voran.“ Doch die sind im anstehenden Drittliga-Abstiegskampf nicht garantiert. Deshalb würde Wollitz gern einigen Youngstern über Ausleihen zu anderen Clubs mehr Spielpraxis verschaffen. Er sagt: „Aber die Spieler haben natürlich auch große Hoffnungen, zu spielen. Wir werden die Vorbereitung mit allen absolvieren. Wenn sich abzeichnet, dass einer über einen längeren Zeitraum nicht spielt, muss das der Spieler selbst entscheiden.“

Für Moritz Broschinski ist eine Leihe noch kein Thema. Er ist bei der U19 spielberechtigt, kommt so auf Einsatzzeiten. Wollitz betont: „Nicht umsonst haben wir Sebastian Abt als Trainer für die U19 eingesetzt. Wir wollen die Durchlässigkeit noch mehr erhöhen.“ Das Nachwuchsteam soll möglichst den Sprung zurück in die Bundesliga schaffen. Dafür wird beim FCE viel investiert, beispielsweise am Montag bei den Nachwuchsspielern ein Laktattest gemacht.

Moritz Broschinski trainiert indes weiter im Profi-Kader mit. Über Hertha Finsterwalde und Brieske Senftenberg war er 2012 als Zwölfjähriger an die Sportschule und zum FCE gekommen. Trainer Wollitz betont:  „Von Broschinski bin ich überzeugt. Ich bin mir sicher, dass er in einigen Jahren den Sprung schaffen kann. Er hat Torabschluss, Schnelligkeit, er wird mit dem Rücken zum Tor besser. Ihn werde ich fördern, genau wie Leon Schneider und Niklas Geisler. Aber: Die Spieler müssen Geduld haben.“ 

Probespieler Aykut Soyak konnte sich in Sielow nicht aufdrängen.
Probespieler Aykut Soyak konnte sich in Sielow nicht aufdrängen. FOTO: Steffen Beyer
Fabian Graudenz (r.) überzeugte dagegen am Samstag mit vier Treffern innerhalb einer Halbzeit.
Fabian Graudenz (r.) überzeugte dagegen am Samstag mit vier Treffern innerhalb einer Halbzeit. FOTO: Steffen Beyer