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Mehr als ein Standard-Zimmer

Reingezimmert: Maximilian Zimmer (r.) erzielte beim 3:1-Sieg gegen den BFC Dynamo per Freistoß das Führungstor.
Reingezimmert: Maximilian Zimmer (r.) erzielte beim 3:1-Sieg gegen den BFC Dynamo per Freistoß das Führungstor. FOTO: Koch/mkc1
Cottbus. Auch als Torschütze und Matchwinner hat man es selbst beim souveränen Tabellenführer nicht immer einfach – vor allem dann, wenn man wie Maximilian Zimmer beinahe in jedem Spiel ausgewechselt wird. "In der Kabine wird auch oft darüber gelacht", schmunzelt der Mittelfeldspieler von Energie Cottbus mit Blick auf seine bemerkenswerte Wechsel Bilanz. Frank Noack

In den bisherigen sieben Saisonspielen wurde der 25-jährige Neuzugang sechs Mal ausgewechselt - so oft wie kein anderer Spieler im Kader des FCE.

Meistens ist die Partie für Maximilian Zimmer nach rund einer Stunde beendet. Dabei hat sich der gebürtige Berliner auf Anhieb einen Platz in der Startformation gesichert. Auch bei der Rückkehr zu seinem Ex-Verein Berliner AK an diesem Samstag (13.30 Uhr, LR-Liveticker) wird er wohl wieder von Beginn an auf dem Rasen stehen - wenn die zuletzt im Training aufgetretenen muskulären Beschwerden einen Einsatz zulassen.

Beim jüngsten 3:1-Heimerfolg gegen den BFC Dynamo lieferte Maximilian Zimmer sein bislang bestes Spiel im Energie-Trikot ab. Den ersten Treffer per Freistoß erzielte er selbst, zwei weitere bereitete er vor - unter anderem mit einer Ecke. Der Mittelfeld spieler kommt in Cottbus immer besser in Schwung. Und er kann viel mehr als nur Standards. "Zimmer war heraus ragend. Das ist nicht nur Regionalliga-Niveau, sondern mehr", lobte Trainer Claus-Dieter Wollitz nach dem BFC-Spiel.

Schon jetzt steht fest: Diese Verpflichtung hat sich auf jeden Fall gelohnt - und zwar für beide Seiten. Energie hat mit Maximilian Zimmer jetzt einen extrem gefähr lichen Schützen für die Standards in seinen Reihen. Bei seinem Treffer gegen den BFC zirkelte Zimmer den Ball so gefährlich vor das Tor, dass er hinten am langen Eck über die Linie rutschte. Und auch der Neuzugang profitiert vom neuen Umfeld, denn er spielt auf einem deutlich höheren Niveau als in der vergangenen Saison beim BAK.

Dahinter steckt jedoch harte Arbeit. Denn Zimmer räumt ein, dass er sich an das deutlich höhere Trainingsniveau hier in der Lausitz erst einmal gewöhnen musste. "Die Umstellung war schon extrem. Aber jetzt läuft es von Woche zu Woche besser; auch, weil wir uns als Mannschaft immer besser verstehen", erklärt Zimmer und ergänzt zum Thema Auswechslungen und Frotzelei in der Kabine: "Ich arbeite hart daran, für 90 Minuten topfit zu sein."

Gut möglich also, dass der Neuzugang ausgerechnet an diesem Samstag bei seinem Ex-Verein den ersten Einsatz über die komplette Spielzeit absolvieren darf, wenn Energie seine weiße Weste als verlustpunktfreier Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Nordost unbedingt bewahren will. Zu hoch mag Maximilian Zimmer seine Rückkehr ins Berliner Poststadion in der Nähe des Hauptbahnhofes allerdings nicht hängen. "Der BAK hat ja inzwischen eine ganz andere Mannschaft. Meine Jungs sind alle weg. Deshalb hängt mein Herz nicht mehr dran", versichert er.