ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:47 Uhr

Karsten Sachs seit 1. Februar bei Energie Cottbus
Mammutprojekt für neuen Geschäftsführer

 Karsten Sachs tritt in große Fußstapfen. Sein Vorgänger Normen Kothe galt als Fixpunkt im Verein.
Karsten Sachs tritt in große Fußstapfen. Sein Vorgänger Normen Kothe galt als Fixpunkt im Verein. FOTO: FCE
Cottbus. Karsten Sachs hat bei Energie Cottbus die Geschäftsführung übernommen. Der Jurist soll neue Akzente setzen. Größtes Projekt ist die Ausgliederung der Lizenzspieler-Abteilung. Von Jan Lehmann und Frank Noack

Bei Energie Cottbus ist abseits des Transfertrubels in der vergangenen Woche und dem Wirbel um die kurzfristig abgesagte Partie bei der SpVgg Unterhaching eine Ära zu Ende gegangen. Mit Normen Kothe hat sich der langjährige Geschäftsführer verabschiedet, insgesamt 14 Jahre war der 37-Jährige im Verein tätig – seit 2010 als Geschäftsführer. Kothe arbeitet künftig als  Werkleiter des Eigenbetriebes Grün- und Parkanlagen bei der Stadt Cottbus.

Sein Nachfolger heißt Karsten Sachs (51). Er wurde Ende Dezember bei Energie Cottbus als künftiger Geschäftsführer vorgestellt. Sachs  betonte damals in der Vereinsmitteilung, dass er sich sehr freue, „diese ehrenvolle Aufgabe anzutreten und die Zukunft des FC Energie mitgestalten zu dürfen“. Klar ist schon jetzt: Vor Sachs dürften arbeitsreiche Tage liegen. Denn der FC Energie muss in diesen Tagen an der Lizenzerteilung für die kommende Drittliga-Saison arbeiten. Bis Ende März müssen die Unterlagen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingereicht werden.

 Normen Kothe war seit 2010 Geschäftsführer des FCE.
Normen Kothe war seit 2010 Geschäftsführer des FCE. FOTO: Steffen Beyer

In den vergangenen Wochen hat Normen Kothe geholfen, seinen Nachfolger beim FC Energie einzuarbeiten. Karsten Sachs, ein Jurist, der seit 20 Jahren in Cottbus lebt, ist seit dem vergangenen Freitag  offiziell im Amt – geht  allerdings schon seit einigen Wochen in der FCE-Geschäftsstelle ein und aus. Er tritt in große Fußstapfen. Kothe galt bei Energie als Fixpunkt. Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte ihn als „Anker für den Fußball-Standort Cottbus“ beschrieben und nach dessen Kündigung sogar versucht, ihn umzustimmen. Der Trainer hatte befürchtet: „So einen Geschäftsführer zu ersetzen, wird nicht einfach sein.“

Der neue Energie-Präsident Werner Fahle gibt sich nun allerdings sehr zuversichtlich: „Wenn mit Normen Kothe ein Geschäftsführer nach so langer Zeit von Bord geht, dann ändert sich vieles. Der Geschäftsführer muss die Geschäftsstelle als Dreh- und Angelpunkt des Vereins tatsächlich führen. Herr Sachs muss die Fäden in die Hand bekommen, und er wird das auch. Aber es ist eine Zeitfrage.“

Bei Energie hatten sich nach RUNDSCHAU-Informationen etwa 80 Kandidaten um diese Stelle beworben. Geschäftsführer eines Fußball-Drittligisten, so eine Ausschreibung besitzt deutschlandweite Strahlkraft. Dennoch hat man sich bei Energie für einen Cottbuser entschieden. Sachs setzte sich in der Endauswahl gegen zwei Mitbewerber durch.

Doch es ist nicht nur die regionale Karte, die der 51-Jährige ausspielen konnte. Werner Fahle erklärt: „Er ist ja ausgebildeter Rechtsanwalt. Und die Rechtsanwälte, die ich bisher kennen gelernt habe, haben einen großen Vorteil: Sie kommen ganz schnell in Probleme rein, die sie rechtlich bewerten müssen.  Die ersten Eindrücke seien dabei sehr positiv, berichtet der Präsident und sagt: „Er geht an die Dinge ran, und das erwarte ich auch von ihm: Nichts ausblenden, nichts liegen lassen, alles aufnehmen, alles bewerten. Ich habe nach der Einarbeitung ein gutes Gefühl.“

Nun hofft man bei Energie darauf, dass Karsten Sachs dem Verein auch neue Impulse gibt. Präsident Fahle beschreibt es so: „Ich habe Herrn Sachs gesagt: Neue Besen fegen gut. Das ist eine große Chance. Normen Kothe hat eine tolle Arbeit geleistet. Karsten Sachs wird die Arbeit anders leisten, und das ist gerade die Chance für uns, das eine oder andere im positiven Sinne zu bewegen. Ich denke, es wird relativ schnell gehen, dass er eigene Akzente setzt – auch in Richtung strategische Entwicklung.“

Eine dieser strategischen Projekte könnte die mögliche Ausgliederung der Lizenzspieler-Abteilung aus dem Verein sein. Die hat der Verein laut Fahle mittelfristig im Blick (siehe Interview auf dieser Seite). Der Präsident weiß: „Dieses Thema hat es in sich.“ Aus Kreisen der Vereinsmitglieder hatte es in der Vergangenheit auch Gegenwind dafür gegeben.

Mit einer Satzungsänderung, die bei der zurückliegenden Mitgliederversammlung eine große Mehrheit bekommen hatte, sind aber nun zumindest die Grundlagen für die mögliche Ausgliederung vorhanden. Und dennoch bekommt Karsten Sachs damit ein Mammutprojekt auf den Tisch als neuer FCE-Geschäftsführer.

Lesen Sie außerdem: „Ausgliederung ist Thema bei Energie“