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| 18:15 Uhr

Fußball
Mamba in neuer Rolle gefordert

Im Heimspiel gegen Jena wurde Streli Mamba (l.) erst nach gut einer Stunde eingewechselt.
Im Heimspiel gegen Jena wurde Streli Mamba (l.) erst nach gut einer Stunde eingewechselt. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der Torjäger der vergangenen Saison ist aus der Startelf von Energie Cottbus gerutscht. Am Freitag beim Drittliga-Spiel in Kaiserslautern könnten seine Qualitäten jedoch gefragt sein. Von Frank Noack

Die Frage, ob Rückkehrer Dimitar Rangelov auf Anhieb in der Startformation von Energie Cottbus spielen kann, ist seit Samstag beantwortet. Der 35-jährige Sturm-Routinier erzielte in der ersten Partie gleich sein erstes Tor und hatte einen erheblichen Anteil am 2:1-Heimsieg gegen Carl Zeiss Jena. Die Frage, wie es jetzt mit Streli Mamba weitergeht, ist dagegen aktueller denn je. Denn der Torjäger der zurückliegenden Regionalliga-Saison saß gegen Jena zunächst auf der Bank und wurde erst nach gut einer Stunde für ­Rangelov eingewechselt – so spät wie noch nie in der laufenden Spielzeit der 3. Liga.

Vier Tore stehen für Streli Mamba bislang zu Buche, aber auch schon fünf Gelbe Karte und die daraus resultierende Sperre. Mangels Alternativen war Mamba lange Zeit bei Energie gesetzt. In der aktuellen Sturm-Hierarchie scheint der 24-Jährige jedoch auf Rang drei zurückgerutscht zu sein. Denn neben Rangelov blühte am Samstag gegen Jena auch der lange verletzte Kevin Scheidhauer auf und spielte als einziger Angreifer 90 Minuten lang durch. „Scheidhauer hat kämpferisch und läuferisch alles rausgehauen. Das hätte ich mir dann nach der Einwechslung auch von Mamba gewünscht. Er hat derzeit wenig gute Aktionen“, erklärt Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Trotz seiner vier Tore ist der schnelle Stürmer irgendwie noch nicht in der 3. Liga angekommen. Auch gegen Jena hatte Mamba zwar viele Räume, um seine Geschwindigkeit auszuspielen. Meistens lief er dabei jedoch in Abseits. Pluspunkte bei Wollitz konnte er mit seinem 30-Minuten-Auftritt nicht sammeln. „Ich hätte mir mehr von Mamba gewünscht“, sagt der Coach.

Im Sommer war der Stürmer noch das Objekt diverser Wechselspekulationen. Unter anderem hatte Zweitligist SC Paderborn sein Interesse hinterlegt. Beide Vereine konnten sich damals jedoch nicht über die Höhe der Ablösesumme einigen. Auch der Umstand, dass Mamba bereits einen Vorvertrag in Paderborn unterzeichnet haben soll, sorgte für Irritationen – und ein aus­drückliches Dementi durch den SC Paderborn.

In jedem Fall läuft der Stürmer den Ansprüchen derzeit hinterher. Zumal das Duo Rangelov/Scheidhauer gegen Jena bereits ganz ordentlich harmonierte. „Es hat sich im Training schon gezeigt, dass das Zusammenspiel zwischen Rangelov und  Scheidhauer funktioniert. Sie haben eine gute Raumaufteilung. Dadurch bekommen wir ein kompakteres Mittelfeld. Wir kriegen mit den beiden Druck auf den Kessel“, betont Wollitz.

Speziell in den Heimspielen dürfte diese Kombination auch in den kommenden Wochen das bevorzugte Stilmittel sein, um Siege für den Klassenerhalt zu holen: Der robuste Scheidhauer als Prellbock in vorderster Front – etwas dahinter dann Rangelov als Mann für die zurückprallenden Bälle. Und natürlich für die Tore, wie beim Kopfball gegen Jena.

Streli Mamba muss sich also erstmals in seiner Zeit bei Energie Cottbus gedulden und auf seine Einsätze warten. Es dürfte von entscheidender Bedeutung für das Gesamt­gefüge sein, wie er mit der neuen Rolle umgeht. „Wir müssen es gemeinsam hinbekommen, dass er seine Rolle akzeptiert. Denn es geht um den Club, nicht um Mamba oder um mich als Trainer“, sagt Wollitz.

An diesem Freitag reist Energie zum schweren Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern (19 Uhr, LR-Liveticker). Klar ist, dass die Partie auf dem Betzenberg ganz andere Qualitäten erfordert, als im heimischen Stadion gegen Jena. Die Lausitzer werden in der Pfalz deutlich mehr Druck bekommen als am vergangenen Samstag. Sie werden aber auch mehr Räume haben. Im Prinzip ist es also eine ideale Konstellation für den schnellen Streli Mamba – wenn er zurück zu alter Form findet und die neue Sturm-Konstellation im Team akzeptiert.

Gegen Jena überraschte Trainer Claus-Dieter Wollitz so manche Beobachter mit der Aufstellung von Rangelov in der Startformation. Vielleicht gibt es ja am Freitag eine Mamba-Überraschung.

Ungewohnte Perspektive: Streli Mamba (r.) saß am Samstag zunächst auf der Ersatzbank.
Ungewohnte Perspektive: Streli Mamba (r.) saß am Samstag zunächst auf der Ersatzbank. FOTO: Matthias Koch