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| 11:40 Uhr

Fussball
Leag verlängert FCE-Sponsoring und hofft auf Tschechien

FCE-Präsident Michael Wahlich, Trainer Claus-Dieter Wollitz und Helmar Rendez, Vorstandsvorsitzender der Leag (v.l.).
FCE-Präsident Michael Wahlich, Trainer Claus-Dieter Wollitz und Helmar Rendez, Vorstandsvorsitzender der Leag (v.l.). FOTO: FCE
Cottbus. Der Energie-Konzern unterstützt die „Leuchttürme der Region“. Außerdem denkt er über weitere Hilfen für Energie Cottbus nach. Sparta Prag spielt dabei eine wichtige Rolle.

Zwar nicht in Mannschaftsstärke, dafür aber mit einer großen Delegation dribbelte der Energie-Konzern Leag am Donnerstagmittag im Stadion der Freundschaft von Energie Cottbus auf. Als Spielführer beziehungsweise Kapitän fungierte dabei Leag-Vorstandsvorsitzender Helmar Rendez, der einen ganz wichtigen Doppelpass mit FCE-Präsident Michael Wahlich spielte: die Verlängerung des Sponsoring-Vertrages für das laufende Spieljahr in der Regionalliga Nordost 2017/18.

„Energie Cottbus ist genauso wie die Lausitzer Füchse ein Leuchtturm der Region“, erklärte Rendez. „Zur Saison-Halbzeit setzen wir mit der Verlängerung unseres Partnerschaftsvertrages ein wichtiges ­Signal für den Verein, damit er sich in den kommenden Spielen der Rückrunde auf sportliche Höchstleistungen und dem wichtigen Ziel des Aufstiegs in die 3. Liga konzentrieren kann.“

Wahlich nahm den Ball dankend auf und ergänzte: „Diese Vertragsverlängerung ist ein Meilenstein. Wir wollen unbedingt in die 3. Liga zurückkehren. Und dafür brauchen wir noch mehr solcher Partner wie die Leag.“

Neben diesem Doppelpass gab Leag-Spielführer Helmar Rendez aber auch noch interessante Einblicke in die Taktik für die kommenden Monate. Geplant ist nämlich, den tschechischen Erstligisten Sparta Prag erneut für ein Freundschaftsspiel in die Lausitz zu holen. Der Club gastierte zwar schon im Sommer 2015 im Stadion der Freundschaft – aber inzwischen haben sich einige Dinge geändert. Denn Sparta Prag gehört zu 40 Prozent dem tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky. Und die Leag gehört inzwischen zum Konzern EPH von Kretinsky. „Unser neuer Gesellschafter ist sehr fußballbegeistert“, erklärte Rendez. Deshalb sei es das Ziel, ein Freundschaftsspiel gegen Sparta Prag im Terminkalender ­unterzubringen.

Milliardär! Fußballbegeistert! Energie Cottbus! Diese Ausrufe­zeichen schwirren bei vielen FCE-Fans spätestens seit der ­Vattenfall-Übernahme durch die EPH-Gruppe von Kretinsky im Kopf herum. Und damit die Hoffnung auf zusätzliche Hilfe auf dem Weg zurück in den Profißfußball.

Mit seinen Plänen bezüglich ­eines Freundschaftsspiels hat ­Rendez ­diesen Hoffnungen neue Nahrung gegeben. Wie es sich für einen ­guten Spielführer gehört, legte der ­Leag-Vorstandsvorsitzende am Donnerstag im Stadion der Freundschaft aber großen Wert auf eine Taktik, die nicht nur aus Träumen besteht, sondern umsetzbar ist – auf dem Rasen und auch daneben. „Wir sollten uns zunächst einmal freuen, dass wir vielleicht ein solches Freundschaftsspiel mit einem international erfahrenen Club hinbekommen. Allein dieses Spiel wäre schon ein Gewinn für die Region. Was sich daraus noch entwickeln kann, das weiß niemand. Da sollte man auch nicht spekulieren. Das ist wie in die Glaskugel zu schauen.“

Apropos Glaskugel: Laut Wahlich dürften auch die Finanzen für das laufende Geschäftsjahr eine halbwegs runde Sache werden. Die noch im Februar drohende Gefahr einer Insolvenz sei jetzt „definitiv ausgeschlossen“, stellte der Präsident klar: „Es gab ein paar Ereignisse im Laufe des Jahres, die uns ein bisschen Luft holen ließen. Wir werden zum Jahresende ein deutlich positives Ergebnis haben.“

Was Wahlich meint: Ein „ziemlich bester Freund“ seiner Familie hatte dem Verein mit der Zeichnung von Genussscheinen in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrages geholfen. Zudem partizipiert Energie vom Transfer des Ex-Cottbusers Maximilian Philipp vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund mit rund 1,5 Millionen Euro. Und es wurden auf der Mitgliederversammlung eine Sonderumlage sowie eine ­Beitragserhöhung beschlossen.

Die beim Doppelpass zwischen Rendez und Wahlich ins Visier genommene Tschechien-Hilfe könnte der Verein trotzdem gebrauchen. Man muss nicht in die Glaskugel schauen: Am liebsten würden die beiden Spielführer den Neuzugang namens Daniel Kretinsky für ihr ­gemeinsames Team präsentieren.