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| 13:06 Uhr

Fußball
Lautern-Frust über Energie: „Schießen die Dinger irgendwo hin“

Nach der Niederlage gegen Cottbus schimpften die Lauterer über die Spielweise des FC Energie.
Nach der Niederlage gegen Cottbus schimpften die Lauterer über die Spielweise des FC Energie. FOTO: Eibner-Pressefoto / EIBNER/eer
Kaiserslautern. Nach der Niederlage gegen Energie Cottbus herrscht beim 1. FC Kaiserslautern großer Frust. Der Liga-Favorit wirft dem Aufsteiger dessen desktruktive Spielweise vor. Bei Energie ist man stolz über den Schachzug mit der Dreierkette. Von Jan Lehmann

Vor dem Spiel hatte Kaiserslauterns Trainer Michael Frontzeck mit einem „gallischen Dorf dort oben an der polnischen Grenze“ verglichen, nach dem Cottbuser 2:0-Überraschungssieg kamen er und seine Mannen sich ziemlich verprügelt vor. Die Frage ist nur, ob die Römer damals nach den schmerzhaften Niederlagen gegen Asterix und seine Gallier auch die ganze Zeit noch über die in ihren Augen unwürdige Taktik des Gegners geschimpft haben.

Das jedenfalls taten bis auf Frontzeck, der Energie als „gut organisiert und hochmotiviert“ lobte, die meisten Lauterer. Allen voran Mittelfeldspieler Jan Löhmannsröben, der mit seiner deutschlandweit beachteten Schiedsrichter-Kritik („Der soll Cornflakes zählen gehen“) in dieser Saison schon für Aufsehen gesorgt hatte. Dieses Mal behauptete der 27-Jährige: „Die waren 90 Minuten am Schwimmen und haben es für ihre Möglichkeiten dann gut gemacht.“ Cottbus habe die Mauer wieder hochgezogen – und sein Team dagegen keine Mittel gefunden, so Löhmannsröben.

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz fand das nicht sonderlich amüsant und betonte: „Ich glaube, dass andere Mannschaften schon viel destruktiver gespielt haben. Man muss sich nicht dafür entschuldigen, dass man nur eine Torchance zulässt.“

Damit haderten die Lauterer indessehr. Timmy Thiele, der in der 73. Minute bei der einzigen ernsthaften Lauterer Möglichkeit den Ball drei Meter vor der Linie prallen ließ, schimpfte: „Energie schießt in den ersten 45 Minuten die Dinger irgendwo ins Aus, macht nichts fürs Spiel. Dann kriegst du da so einen Standard. Dieses Tor hat Energie überhaupt erst ins Spiel gebracht, selbst danach haben sie nicht viel dafür getan. Das ist sehr ärgerlich, gegen diese Mannschaft heute verloren zu haben. Ich glaube unser Keeper Wolfgang Hesl musste nicht einen Ball halten.“

Der Lauterer Schlussmann sah die Schuld indes mehr beim eigenen Team. Hesl erklärte: „Energie hat ganz abgezockt gespielt. Und uns ist nach vorn gegen dieses Bollwerk nicht viel eingefallen. Das war keine taktische Frage. Energie hilft der Standard, das ist für die der Türöffner. Das passt zu deren Spielweise wie die Faust aufs Auge, dass sie noch mehr auf Konter spielen können.“

Deftige Kritik mussten die Lauterer indes von der regionalen Presse einstecken. So schrieb die „Rheinpfalz“ am Samstag, dass der FCK „kopflos in die Sackgasse gestümpert“ sei. Den „Betonmischern aus der Lausitz“ konstatierte die Zeitung indes „gnadenlos effektiv“ gewesen zu sein.

Für Wollitz und seine Elf mit den Toren von Betzenberg-Held Marc Stein (48.) und Lasse Schlüter (76.) der richtige Plan. Der Trainer verdeutlichte: „Als wir in der zweiten Halbzeit gemerkt haben, dass wir die Bälle vorne halten können, war es ein offenes Spiel.“ Für Fabio Viteritti war die Kontertaktik mehr als legitim. Er betonte: „Klar war das unser Plan. Wir wollten kompakt stehen und Nadelstiche setzen. Das ist uns gelungen, wir wollten den Gegner nervös machen und dass sie sich untereinander aufregen.“ Für den Cottbuser Mittelfeldspieler ein probates Mittel. Er erinnerte daran: „Magdeburg ist mit diesen Mitteln aufgestiegen.“