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Kriegt Krämer noch mal Auftrieb auf der Alm?

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Cottbus. Ausgerechnet an der Stätte seines bisher größten Erfolges steht Energie-Trainer Stefan Krämer unter Zugzwang. Eine Niederlage bei Arminia Bielefeld (Samstag, 14 Uhr, live im RBB) würde den FCE wohl aus allen geheimen Aufstiegsträumen reißen. Doch wer, wenn nicht Krämer, wüsste, wie man sich auf der Bielefelder Alm noch einmal Auftrieb holen kann? Jan Lehmann

Vor gut zwei Jahren, am 11. Mai 2013, flog Stefan Krämer hoch durch die Bielefelder Luft und wurde für seinen bisher größten Erfolg als Trainer gefeiert: Der Zweitliga-Aufstieg mit Arminia Bielefeld war damals der Höhepunkt eines Fußballmärchens, bei dem Krämer den Verein mit viel Mut und Optimismus innerhalb von 20 Monaten erst vor dem Absturz in die Regionalliga gerettet und dann zurück in die 2. Bundesliga gehievt hatte.

Kein Wunder, dass sich Krämer nun auf seine Rückkehr auf die Bielefelder Alm freut. Dort erwarten ihn viele ehemalige Weggefährten und ein Publikum, das selbst bei Krämers folgender Zweitliga-Talfahrt lange zu dem äußerst beliebten Coach gehalten hatte. Deswegen rechnet Krämer auch nicht mit Pfiffen bei seiner Rückkehr, sondern mit einem freundlichen Empfang.

Zudem hofft der Coach, dass er auf der Alm mit Energie noch einmal Auftrieb für den Drittliga-Endspurt kriegt. Der 48-Jährige erklärt reichlich verklausuliert: "In den letzten beiden Spielen haben wir unsere Ausgangsposition leider etwas verschlechtert. Wenn wir noch mal oben rankommen wollen, müssen wir nun möglichst viele Punkte holen. Da ist Arminia die erste Chance."

Der RUNDSCHAU-Liveticker zum Spiel Arminia Bielefeld gegen Energie Cottbus

Im Klartext: Nach der Niederlage in Halle und dem glücklichen Heim-Remis gegen Chemnitz steht Energie etwas unter Zugzwang. Verteidiger Thomas Hübener - für ihn ist es ebenfalls die Rückkehr zum Ex-Club - gibt zu: "Wenn wir verlieren, wird es schwer, noch mal oben anzugreifen." Doch der 32-Jährige betont auch: "Unsere vier Punkte Rückstand zum Relegationsplatz sind nicht unaufholbar. Wenn wir gewinnen, kommt selbst die Arminia noch mal in Bedrängnis und alle rücken wieder ran."

Doch wie soll man in Bielefeld gewinnen? Die Arminia ist seit 17 Pflichtspielen zu Hause ungeschlagen - mit den erwarteten 18 000 Zuschauern dürfte die Alm erneut zur schwer einnehmbaren Festung werden. Doch Krämer gibt sich unbeeindruckt. Er fordert seine Spieler auf, sich von der Kulisse nicht hemmen, sondern anstacheln zu lassen: "Bange machen gilt nicht. Wer die Hosen voll hat, soll zu Hause bleiben." Der Ex-Bielefelder weiß schließlich, dass Mut und Optimismus belohnt werden. Spätestens seit dem 11. Mai 2013.

"Außergewöhnlicher Trainer" - Thomas Hübener über sein Verhältnis zu Coach Krämer und die Zeit in Bielefeld.

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