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Kriegt Energie die Konzentrationskurve?

Joshua Putze und Energie kassierten in Neugersdorf eine verdiente Niederlage.
Joshua Putze und Energie kassierten in Neugersdorf eine verdiente Niederlage. FOTO: Florian Richter
Neugersdorf. Nach der 2:3 (1:1)-Niederlage und einem alles andere als lustigen Spiel aus Sicht von Energie Cottbus konnte sich Claus-Dieter Wollitz immerhin noch einen kleinen Scherz in der Pressekonferenz abringen. "Mit dem 2:3 haben wir es zumindest geschafft, dass wir im Uefa-Cup eine Runde weiter gekommen sind", rechnete der Coach unter Verweis auf den 3:1-Heimerfolg des FCE im Hinspiel gegen Oberlausitz Neugersdorf vor. Aus Neugersdorfberichtet Frank Noack

Wirklich zum Lachen war im Cottbuser Lager nach dem letzten Spiel dieser Regionalliga-Saison allerdings niemand. Denn die Konzentrationskurve zeigte in der zweiten Halbzeit bedenklich nach unten. Die Generalprobe für das wichtige Landespokal finale an diesem Donnerstag gegen den FSV Luckenwalde (12.45 Uhr) ging daneben. "In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel von der Einstellung einfach her gegeben", kritisierte Wollitz.

Also alles nur eine Frage der Konzentration? Dabei spielte Energie vor 812 Zuschauern eine recht passable erste Halbzeit. Josef Marek brachte die Gastgeber zwar bereits nach neun Minuten mit 1:0 in Führung. Aber Streli Mamba traf per Konter zum Ausgleich (25.) und gab dem FCE-Spiel damit Sicherheit. Bis zur Pause hatte der Favorit die Partie gut im Griff. Die Konzentration - sie war jetzt auf einem Level, wie man es fürs letzte Saisonspiel durchaus akzeptieren kann.

Nach der Pause aber rammte der FCE die Kurve zum Leidwesen der etwa 250 mitgereisten Fans mit aller Macht in den Oberlausitzer Boden. Energie verzettelte sich immer wieder beim Spielaufbau und lud den schnörkellos agierenden Gastgeber mit diesem Fehlpass-Festival zu Konter ein. Man konnte förmlich spüren, wie sich das Pokalfinale jetzt von Minute zu Minute mehr ins Bewusstsein schob. Erneut Marek (77.) und Bocar Djumo (88.) schossen den Außenseiter mit zwei weiteren Toren auf die Siegerstraße - aufgrund der Chancenvorteile war das auch verdient. Selbst den Treffer zum 3:2-Endstand erzielte mit Torhüter Franco Flückiger ein Neugersdorfer (Eigentor/90.+1).

"Keiner wollte sich mehr verletzen. Das ist zwar menschlich, aber ich finde es nicht gut. Niederlagen gehen mir auf den Sack. Das war schon als Spieler so und ist auch als Trainer noch so", sagte Wollitz. Von der Außen linie, so räumte er ein, "bist du da machtlos."

Und so blieb dem Cottbuser Coach nichts anderes übrig, als die Kontrahenten zum verdienten Sieg zu gratulieren: "Für Neugersdorf ist es ein schöner Saisonabschluss. Den hätte ich auch gern gehabt. Aber im Fußball kriegt man nicht immer das, was man sich wünscht. Doch wir haben ja noch ein Spiel."

Am Donnerstag nach dem Endspiel gegen Luckenwalde will dann auch der FCE über einen schönen Saisonabschluss jubeln. Der Gewinn des Landespokals und der damit verbundene Einzug in den lukrativen DFB-Pokal ist für einen Regionalligisten wie Energie Cottbus schließlich in etwa so wertvoll wie der Uefa-Cup. Dafür muss die Konzentrationskurve allerdings wieder nach oben gehen.