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| 18:42 Uhr

Fußball
So macht Rangelov den FCE stark

„Es ist ein super Gefühl, wieder hier zu sein“, sagt Dimitar Rangelov.
„Es ist ein super Gefühl, wieder hier zu sein“, sagt Dimitar Rangelov. FOTO: imago/Matthias Koch / Matthias Koch
Cottbus. Dimitar Rangelov feiert beim 2:1-Erfolg gegen Carl Zeiss Jena ein gelungenes Comeback – inklusive Überraschung. Der Rückkehrer gibt Energie Cottbus vor allem mentale Stärke. Von Frank Noack

Töchterchen Emily hatte sich zur Feier des Tages extra eine rot-weiße Flagge auf die Wangen malen lassen und strahlte bei der Jubelparty vor der Nordwand mit ihrem Papa um die Wette. So schön und so emotional wie bei der Rückkehr von Dimitar Rangelov zu Energie Cottbus geht es normalerweise nur im Film zu. Elf Jahre nach seinem ersten Spiel im FCE-Trikot feierte der Sturm-Routinier bei seinem Comeback gleich einen 2:1 (1:0)-Sieg gegen Carl Zeiss Jena. Und sechs Jahre nach seinem letzten Treffer im Stadion der Freundschaft meldete sich Rangelov standesgemäß zurück: mit einem Tor.

„Unglaublich. Es ist ein super Gefühl, wieder hier zu sein und sofort ein Tor zu schießen“, freute sich der 35-jährige Bulgare. „Das habe ich mir nicht erträumt, dass es gleich im ersten Spiel so funktioniert.“

Energie verließ mit diesem verdienten Sieg wieder die Abstiegs­ränge in der 3. Fußball-Liga. Vor dem Auswärtsspiel am Freitag beim 1. FC Kaiserslautern liegt der Aufsteiger jetzt auf Platz 15.

Nach dem Schlusspfiff feierte der Rückkehrer mit Töchterchen Emily auf dem Rasen.
Nach dem Schlusspfiff feierte der Rückkehrer mit Töchterchen Emily auf dem Rasen. FOTO: Matthias Koch

Lag es allein am Comeback von Rangelov, dass sich die Gast­geber vor 7302 Zuschauern deutlich couragierter präsentierten als in den Wochen zuvor, als sich der FCE durch individuelle Fehler immer wieder selbst das Leben schwer machte? Natürlich nicht! Aber mit seiner selbstbewussten Körpersprache schien der ehemalige ­Bundesliga-Spieler und 40-fache Nationalspieler auch seine Mitspieler zu beflügeln. „Insgesamt haben alle eine Schippe draufgelegt und besser gespielt als zuletzt, auch die Konzentration war besser“, lobt Trainer Claus-Dieter Wollitz. Den Kopf rausgestreckt, die Hand aufs Herz – und einfach siegen. So einfach, aber erfolgreich funktioniert an manchen Tagen der Fußball.

Und dieser Samstagnachmittag war so ein Tag,  an dem es vor ­allem auf die richtige Mentalität ankam. Denn im Kellerduell gegen Jena waren die Gastgeber das ­willensstärkere Team. „Der unbedingte Wille war bei Cottbus mehr da als bei uns“, räumt Gäste-Coach Mark Zimmermann ein. Das Derby war im wahrsten Sinne des Wortes eine Kopfsache. Beide Energie-­Tore fielen aus Standardsituationen. In der 42. Minute wuchtete Kapitän Marc Stein den Ball nach einer Ecke von Fabian Holthaus, der ein gutes Startelf-Debüt ablieferte, per Kopf zur Führung ins Netz. Kurz nach Wiederbeginn sprang dann Dimitar Rangelov nach einer Ecke von Felix Geisler am höchsten und erzielte ebenfalls mit einem Kopfball das 2:0 (48.). Dass Julian Günther-Schmidt nur wenig später auf 1:2 (52.) verkürzte, schüttelte die Gastgeber höchstens kurzzeitig durch. „Wir haben viel investiert, es war ein verdienter Sieg“, befand Marc Stein.

Etwas überraschend setzte ­Trainer Claus-Dieter Wollitz gleich von ­Anfang an auf das Sturmduo ­Kevin Scheidhauer und Dimitar Rangelov, obwohl der Rückkehrer seit Mai ohne Wettkampfpraxis ist. Streli Mamba musste auf die Bank. „In der aktuellen Konstellation in einem Heimspiel gab es für mich keine andere Alternative, als Rangelov von Anfang an zu bringen. Es hat sich im Training schon gezeigt, dass das Zusammenspiel mit Scheidhauer gut funktioniert“, begründet Wollitz. Er ebnete damit den Weg für die filmreife Rückkehr des Routiniers.

Sechs Jahre nach dem letzten Tor für Energie traf Dimitar Rangelov per Kopf.
Sechs Jahre nach dem letzten Tor für Energie traf Dimitar Rangelov per Kopf. FOTO: Matthias Koch