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Kommt Shala im zweiten Anlauf?

Der Babelsberger Andis Shala ist einer von drei Stürmerkandidaten beim FC Energie Cottbus.
Der Babelsberger Andis Shala ist einer von drei Stürmerkandidaten beim FC Energie Cottbus. FOTO: Bock/FuPa Brandenburg
Cottbus. Bei der Suche nach einem weiteren Angreifer für den Regional liga-Kader hat der FC Energie Cottbus nach RUNDSCHAU-Informationen nun einen alten Bekannten erneut im Visier: den Babelsberger Stürmer Andis Shala (28). Er ist demnach einer von drei Kandidaten, den Energie nach der Absage von Dennis Srbeny (vom BFC Dynamo zum SC Paderborn) auf dem Zettel hat. Jan Lehmann

Den Kosovo-Albaner Shala hatte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz schon im vergangenen Sommer kurzfristig nach Cottbus lotsen wollen. Doch der Transfer scheiterte damals am Veto der Babelsberger Vereinsführung. Der Torjäger selbst sagte damals: "Energie Cottbus wäre für mich aus sportlicher Sicht eine Riesenherausforderung gewesen, aber nach der nicht zustande gekommenen Einigung gilt meine volle Konzentration nach wie vor dem SV Babelsberg 03."

Und auch dieses Mal erscheint die Verpflichtung des Angreifers, der in der zurückliegenden Regionalliga-Saison 21 Tore erzielt und weitere vier Treffer vorbereitet hat, schwierig. Energie-Präsident Michael Wahlich bestätigt auf Nachfrage: "Wir haben Interesse. Aber unter den aktuellen Bedingungen scheint eine Verpflichtung eher unwahrscheinlich."

Der Hintergrund: Shala hat beim Cottbuser Liga-Rivalen in der Landeshauptstadt noch einen langfristigen Vertrag bis zum Juni 2019. Entsprechend können die Babelsberger eine Ablösesumme fordern. Und die dürfte nicht allzu gering sein. Zumal man auch in Potsdam davon gehört haben dürfte, dass Energie durch die Transferbeteiligung am Wechsel von Maximilian Philipp vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund hohe Einnahmen zu verzeichnen hat. Doch Wahlich bleibt bei der Haltung, dass Energie dieses Geld anderweitig im finanziell angeschlagenen Verein verwenden werde: "Wir werden keinen 200 000-Euro-Stürmer holen", hatte der Präsident dazu erklärt.

Stattdessen sucht der FCE eine sinnvolle Ergänzung zu Torjäger Benjamin Förster und dem schnellen Angreifer Streli Mamba. Gerade dessen positive Entwicklung in den zurückliegenden Wochen nimmt Energie etwas den Druck bei der Stürmersuche. Präsident Wahlich betont: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit der Verpflichtung von Maximilian Zimmer, Andrej Startsev und Felix Geisler sowie dem Vertrag für Nachwuchsspieler Max Grundmann die Qualität im Kader erhöht haben. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr starten wir auch mit einer großen Trainingsgruppe in die Vorbereitung. Das ist ein Vorteil."

Die Verhandlungen mit Babelsberg könnten sich notfalls also noch eine Weile hinziehen. Trainer Wollitz hatte ohnehin schon erklärt: "Bei der Stürmersuche brauchen wir noch etwas Zeit." Und die hat der Cottbuser Coach auch. Im Gegensatz zur Vorsaison, als der Shala-Transfer erst kurz vor Transferschluss Thema wurde, ist nun noch mehr als sechs Wochen Zeit. Die Transferperiode endet erst am 31. August um 18 Uhr.

Kader: Erich Jeschke (20) wechselt zum Liga-Konkurrenten ZFC Meuselwitz. Der Vertrag des aus Lübben stammenden Innenverteidigers wurde bei Energie nicht verlängert.

Zum Thema:
Andis Shala (28) ist Anfang der 1990er-Jahre mit seinem Vater aus dem heutigen Kosovo nach Deutschland gekommen. Nach der Jugendzeit bei Waldhof Mannheim spielte er unter anderem bei Hannover 96, Dundee United, Hallescher FC, Carl Zeiss Jena und BFC Dynamo. Für den SV Babelsberg hat er in insgesamt 63 Regionalliga-Spielen 36 Tore erzielt und fünf weitere Treffer vorbereitet.