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| 09:46 Uhr

"Katastrophe" - Derbe Strafe für Energie Cottbus

Cottbuser Fans auf der Haupttribuene
Cottbuser Fans auf der Haupttribuene FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der FC Energie Cottbus muss 7000 Euro Strafe für die Verfehlungen seiner Anhänger bezahlen. Besonders die Vorfälle im Heimspiel gegen Babelsberg kommen den FCE teuer zu stehen. Für Präsident Wahlich ist das "eine Katastrophe". Der Verein schrammte dabei nur knapp an einer noch drastischeren Strafe - einem Geisterspiel - vorbei. Jan Lehmann

Die Verfehlungen von Cottbuser Anhängern in den Regionalliga-Partien bei Hertha BSC II, bei Wacker Nordhausen und zu Hause gegen den SV Babelsberg 03 kommen den FC Energie teuer zu stehen. Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) habe den Verein zu einer Gesamtstrafe von 7.000 Euro verurteilt, teilte der Verein am Freitag mit.

Für den finanziell nicht auf Rosen gebetteten Verein ein echtes Problem. "Die Strafe ist für unseren Verein eine Katastrophe und für einen Regionalligisten kaum oder nur schwer zu stemmen. Wir wollen größtmöglichen sportlichen Erfolg und haben einen gemeinsamen Weg eingeschlagen. Dieser muss auch von alle Seiten und auf allen Ebenen gelebt werden. Dafür werden alle zur Verfügung stehenden Mittel benötigt. Wir haben schlichtweg kein Geld für solche Strafzahlungen und ein angedrohter Zuschauerausschluss oder gar ein Geisterspiel wären fatal", machte Energie-Präsident Michael Wahlich in einer Stellungnahme auf der Vereinshomepage deutlich.

Der NOFV hatte die Strafe ursprünglich noch höher, im fünfstelligen Bereich angesetzt. Unter Berücksichtigung der vom FC Energie getroffenen Sicherheitsmaßnahmen und bereits geleisteten Zusatzausgaben wurde das noch einmal reduziert. Der NOFV teilte aber demnach mit, dass die Gerichtsbarkeit in diesen Fällen noch von einem Zuschauerausschluss bzw. "Geisterspiel" absieht, stellte dies bei zukünftigen Vorfällen jedoch als mögliche Konsequenz in Aussicht.

Besonders die Vorfälle beim Spiel gegen den SV Babelsberg 03 haben laut Verein das Strafmaß dabei entscheidend beeinflusst. Am 19. November hatten beim Derby in Cottbus mehr als 100 Schwarzgekleidete einen Sitzplatzbereich im Block E okkupiert und mit fremdenfeindlichen Parolen und Bedrohungen für Ärger gesorgt. Der Verein hatte sich von den Vorfällen distanziert und eine Woche später im Heimspiel gegen Luckenwalde e in klares Zeichen gegen Nazis gesendet. Den Schaden hat der Verein nun trotzdem - angesichts der klammen Kassen, die auch eine Verstärkung der Mannschaft in der Winterpause sehr schwierig gestaltet , eine wirklich bittere Nachricht für den FC Energie.